Neue Fenster: mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

neue Fenster kosten

Wer seine alten Fenster gegen neue tauschen möchte, muss mit erheblichen Kosten rechnen. Was neue Fenster kosten können, wann sich der Kostenaufwand durch Amortisation lohnt und wie man die Kosten senken kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Wann lohnt sich überhaupt ein Austauschen der Fenster?

Kostencheck-Experte: Zum einen natürlich dann, wenn die Fenster bereits ein gewisses Alter erreicht haben oder schon Beschädigungen aufweisen.

Ältere Fenster entsprechen zudem oft nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und führen – verglichen mit modernen Energiesparfenstern – zu viel zu hohen Energieverlusten. Alte, schlecht bis gar nicht wärmedämmende Fenster können für bis zu ein Fünftel der gesamten Wärmeenergieverluste über die Gebäudehülle verantwortlich sein.

In solchen Fällen lohnt sich dann natürlich ein Austausch allein schon aus energetischen Gründen. Die Kosten für die Fenster amortisieren sich dann im Lauf der Zeit allein schon durch die geringeren Heizkosten.

Neue, moderne Fenster sorgen darüber hinaus auch für einen deutlich höheren Wohnkomfort, einen besseren Schallschutz und weniger Zugluft in den Räumen.

Frage: Welche Kosten fallen für neue Fenster in der Regel an?

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Die Preise für neue Fenster hängen von vielen Faktoren ab
Kostencheck-Experte: Das kann man unmöglich pauschal sagen. Fenster können je nach Größe und Ausführung sehr unterschiedlich teuer sein.

In den meisten Fällen werden Sie aber bei Fenstern in üblicher Größe mindestens 400 EUR bis 500 EUR je Fenster rechnen müssen.

Für Fenster in besonderen und hochwertigen Ausführungen müssen Sie dagegen deutlich mehr rechnen. Auch das Doppelte dieses Preises ist bei einer entsprechenden Fensterauswahl leicht zu erreichen.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen 6 alte Fenster erneuern. Um die Kosten überschaubar zu halten, entscheiden wir uns für weiße Kunststofffenster, die allerdings eine moderne, hochwertige Dreifach-Verglasung haben. Da sich die Fenster im Erdgeschoss befinden, lassen wir noch zusätzliche Sicherheitsbeschläge und einen Schutz gegen Aufhebeln einbauen – dafür ist ein Aufpreis fällig.

Posten Preis
Doppelflügelenster mit Drehkippfunktion, 510 mm x 1050 mm, U-Wert 0,7 1.780 EUR
Aufpreis Einbruchschutz-Aufwertung 276 EUR
Fenstergriffe, Fensterbänke und Zubehör (Blenden, etc.) 210 EUR
Ein- und Ausbau sowie Entsorgung der alten Fenster 1.240 EUR
Gesamtkosten 3.506 EUR
gesamte Kosten pro Fenster 584 EUR je Fenster

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein Kostenbeispiel für bestimmte Fenster in einer ganz bestimmten Ausführung. Abhängig vom gewählten Fenstermodell und der jeweiligen Ausstattung und abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten können die Kosten auch deutlich unterschiedlich liegen.

In unserem Kostenbeispiel haben wir es geschafft, vergleichsweise günstige Fenster samt Einbau zu bekommen, die trotzdem eine hervorragende Wärmedämmung bieten. In vielen anderen Fällen liegen die Kosten deutlich höher – bei vergleichbarer Leistung der Fenster.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für neue Fenster in der Regel ab?

Kostencheck-Experte: Nun – zum ersten geht es natürlich darum, wie viele Fenster man braucht und welche Fenstergröße benötigt wird. Das ist schon einmal grundlegend für die Kosten der Fenster.

Daneben spielen aber noch zahlreiche weitere Faktoren eine teils sehr wichtige Rolle für den Fensterpreis:

  • das gewählte Rahmenmaterial
  • der Öffnungsmechanismus
  • die Ausführung des Rahmens
  • die Art der Verglasung
  • zusätzliche Eigenschaften der Verglasung (Schallschutz, Durchwurfhemmung, Hitzeschutz, etc.)
  • die Kosten für notwendige Zusatzteile (Blenden, Fensterbänke, Griffe, etc.)
  • die gewählte Zusatzausstattung beim Fenster (Insektenschutzgitter auf speziellem Rahmen, Rollladen, etc.)
  • die Einbaukosten für die neuen Fenster
  • die anfallenden Kosten für Ausbau und Entsorgung der alten Fenster

Alle diese Faktoren müssen mit berücksichtigt werden, wenn es um den Preis der neuen Fenster geht. Aus diesem Grund sind Werbe-Angebote der Fensterhändler oft nicht besonders aussagekräftig und können kaum für eine ernsthafte Kalkulation herangezogen werden.

Das Fenster aus unserem Musterbeispiel wäre in vielen Fällen von Händlern mit „ab 72 EUR“ beworben worden – am Ende kostete das einzelne Fenster hochgerechnet aber 584 EUR. Hier ist also immer ein wenig Vorsicht angebracht.

Frage: Inwieweit unterscheiden sich die Kosten durch das Rahmenmaterial – gibt es hier große Kostenunterschiede?

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Plastikfenster sind die billigste Option
Kostencheck-Experte: Ja. Das Material des Rahmens bestimmt ganz wesentlich den Preis des Fensters mit.

Die gängigsten Materialien sind Kunststoff, Holz und Aluminium sowie Kombinationen aus diesen Materialien (Holz-Alu oder Kunststoff-Alu).

Welche Preisunterschiede unterschiedliche Rahmenmaterialien verursachen können, zeigt die nachstehende Tabelle, bei der ansonsten baugleiche Fenster miteinander verglichen wurden:

Rahmenmaterial Fensterpreis
Kunststoff 360 EUR
Holz (je nach Holzart sind hier allerdings noch deutliche Unterschiede möglich) 520 EUR
Holz-Alu 670 EUR
Aluminium 800 EUR

Das macht die Preisunterschiede durch die unterschiedlichen Rahmen klar deutlich. Ein Aluminiumfenster ist mehr als doppelt so teuer als das gleich ausgeführte Kunststofffenster.

Die Preise wurden für Fenster in einem Standardmaß ermittelt, die verglichenen Fenster waren moderne Dreifach-Fenster mit einem U-Wert von 0,7.

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Holz sieht natürlich aus, braucht aber Pflege
Natürlich hat auch jedes Rahmenmaterial seine eigenen Vor- und Nachteile, die man ebenfalls berücksichtigen muss. So ist Holz in den meisten Fällen recht pflegeaufwändig dafür aber sehr individuell gestaltbar.

Aluminium ist robust, sehr einbruchsicher und besonders langlebig und kann daneben auch in sehr vielen hochwertigen Designs ausgeführt werden. In der Praxis finden reine Aluminiumfenster aber deutlich weniger oft Verwendung als Fenster aus anderen Rahmenmaterialien.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten in jedem Fall Rahmen aus Kunststoff – sie sind immer noch sehr langlebig, recht robust und absolut pflegeleicht. Darum gehören Kunststofffenster auch zu den am häufigsten gekauften Fensterarten.

Auch Kunststofffenster gibt es übrigens in unterschiedlichen Dekoren, bis hin zu Holzdekor. Für solche Sonderausführungen müssen Sie aber meist bis zu 20 % Aufpreis auf den regulären Fensterpreis rechnen.

Frage: Warum spielt auch der Öffnungsmechanismus eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Bei Fenstern gibt es unterschiedliche Öffnungsmechanismen, die auch unterschiedlich komplizierte Beschläge verlangen:

  • feststehende Fenster (hier gibt es gar keinen Beschlag)
  • Kippfenster (können nicht geöffnet, aber gekippt werden)
  • Drehfenster (können nur geöffnet, aber nicht gekippt werden)
  • Dreh-Kipp-Fenster (die Standard-Variante)
  • Schiebefenster
  • Hebe-Schiebe-Fenstertüren (Balkontüren)

Feststehende Fenster sind in der Regel deutlich kostengünstiger als alle anderen Varianten. Sie sind aber nur selten wirklich sinnvoll einzusetzen. In der Regel wird man Fenster bevorzugen, die man öffnen kann.

Kippfenster sind ebenfalls noch etwas kostengünstiger haben aber meist auch – wie feststehende Fenster – nur einen sehr beschränkten Einsatzbereich. Der Kostenunterschied zwischen Dreh-Fenstern und Dreh-Kipp-Fenstern ist dagegen meist nur gering.

Schiebefenster sind in der Praxis meist kaum teurer als andere Fenstermodelle. Sie werden aber nur selten angeboten.

Die mit Abstand teuerste und aufwändigste Mechanik haben Hebe-Schiebe-Fenstertüren. Als seltene Variante gibt es daneben auch noch die Kipp-Schiebe-Fenstertüren. Beide werden nur als Balkontüren verwendet. Die Preise beginnen hier bei rund 800 EUR bis 1.000 EUR für die einfacheren Varianten.

Frage: Inwieweit bestimmt dann die Art der Verglasung die Kosten des Fensters?

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Glas und Aufbau sind ein entscheidender Preisfaktor
Kostencheck-Experte: Grundsätzlich kann man heute zwischen Zweifach-Verglasung und Dreifach-Verglasung unterscheiden. Einfach verglaste Fenster bieten kaum Wärmeschutz und werden heute für den Wohnbereich praktisch nicht mehr angeboten.

Dreifach-Verglasungen sind die modernere Variante, die meist auch um rund 15 % bis 20 % teurer ist als zweifach verglaste Varianten. Das ist allerdings nur ein grober Anhaltspunkt und muss nicht zwangsläufig für alle Fenster-Ausführungen gelten. Hier muss man immer die Preise im einzelnen vergleichen.

Daneben gibt es auch einige besondere Ausführungen bei der Verglasung:

  • durchwurfhemmende Verglasung und VSG-Sicherheitsglas
  • Schallschutz-Verglasung
  • Sonnenschutzglas
  • Verglasung mit niedrigeren U-Werten bis zu 0,4 (üblich sind heute 0,6 und 0,7)

Frage: Was kosten solche Spezialgläser?

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Schallschutzfenster kosten deutlich mehr
Kostencheck-Experte: Bei den Schallschutz-Fenstern kommt es auf die sogenannte Schallschutzklasse an. Für Schallschutzklasse 3 (zusätzlicher Schallschutz von 36/38 dB) muss man meist 30 EUR bis 70 EUR zusätzlich rechnen, bei den Klassen 4 und 5 können dafür Aufpreise im Bereich von 150 EUR bis 250 EUR anfallen. Dafür werden Schallschutzwerte bis 45 dB geboten.

Bei durchwurfhemmender Verglasung muss man mit 100 EUR bis 200 EUR Aufpreis rechnen, für eine Ausführung bei der die Innenseite oder Außenseite mit VSG-Glas ausgerüstet ist, ebenfalls mit 100 EUR bis 150 EUR Aufpreis. Sollen beide Seiten (innen und außen) aus Sicherheitsglas bestehen, muss man mit etwa 200 EUR bis 250 EUR Mehrkosten rechnen.

Sonnenschutzglas, das die Wärmeenergie eintreffender Sonnenstrahlen reflektiert und damit ein Aufheizen der Räume im Sommer verhindert, kann von Hersteller zu Hersteller recht unterschiedlich teuer sein. Das hängt immer davon ab, welche Art der Beschichtung im Herstellungsprozess verwendet wird. In den meisten Fällen werden Sie aber mit einem Aufpreis von mindestens 50 EUR für diese Glasart rechnen müssen.

Frage: Welche Kosten fallen für den Einbau an?

Kostencheck-Experte:Das ist unterschiedlich – je nach Aufwand, der sich vor Ort ergibt. In der Praxis können Sie meist aber mit Kosten im Bereich von 100 EUR bis 350 EUR rechnen.

Bei den Einbaukosten der Fenster müssen Sie auch noch die Zusatzmaterialien berücksichtigen, die Sie neben dem eigentlichen Fenster noch benötigen:

  • Fensterbänke außen
  • Blenden
  • geänderte Fenstergriffe (wenn sie solche wünschen)

Diese Zusatzmaterialien können in der Praxis zwischen rund 20 EUR und 50 EUR kosten, bei besonderen Ausführungen unter Umständen auch deutlich mehr.

Frage: Welche Kosten fallen für das Ausbauen der alten Fenster an?

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Auch der Preis für die Entsorgung der alten Fenster ist zu berücksichtigen
Kostencheck-Experte: Auch dieser Kostenfaktor wird häufig unterschätzt. Sie müssen nicht nur für das Ausbauen der alten Fenster bezahlen, also den anfallenden Aufwand, sondern auch für das Entsorgen.

Hier hängt es stark vom Handwerksbetrieb ab, welche Kosten dafür verlangt werden. Das kann sich im Bereich von 50 EUR bewegen, aber auch im Bereich von 100 EUR pro Fenster.

In der Praxis werden die Kosten natürlich geringer, je mehr Fenster Sie austauschen lassen. Der Arbeitsaufwand relativiert sich dann ein wenig und Sie kommen pro Fenster meist auf einen günstigeren Preis. Komplettpreise für die Montage zu verhandeln, kann gerade bei mehreren Fenstern sinnvoll sein.

Frage: Wann amortisieren sich neue Fenster?

Kostencheck-Experte: Das ist äußerst schwierig zu sagen. Belastbare Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei neuen Fenstern kann man nur nach einer eingehenden Analyse der Situation vor Ort anstellen.

Im Allgemeinen ist es aber so, dass wenn Sie von alten Fenstern mit U-Werten von über 2,0 auf moderne Energiesparfenster mit einem U-Wert um 1,0 wechseln, Sie in den meisten Fällen mit Einsparungen bei den Heizkosten im Bereich von 10 % bis 15 % der Heizkosten rechnen können. Das ist ein allgemeiner Richtwert, der häufig bei Einfamilienhäusern zutrifft.

Wenn sie dabei auch noch die Kosten möglicher Förderungen einbeziehen (dafür müssen Sie Fenster mit einem U-Wert von weniger als 0,9 einbauen) können sich einigermaßen kostengünstige Fenster innerhalb von einigen Jahren tatsächlich durch die Einsparungen bei den Heizkosten amortisieren.

In allen anderen Fällen muss die Wirtschaftlichkeit detailliert betrachtet werden. Rein aus Kostengründen lohnt sich ein Fenstertausch nicht immer zu 100 %. Energiesparfenster aus den 90ern haben beispielsweise U-Werte, die häufig schon im Bereich von 1,3 liegen. Wenn Sie solche Fenster gegen neue dreifach verglaste Fenster austauschen, werden die Einsparungen bei den Heizkosten allein meist nicht reichen, um die Kosten komplett zu decken.

Text: Kostencheck.de
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