Fenstereinbau und Fenstertausch beim Altbau: mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Wer noch alte Fenster in seinem Haus hat, überlegt häufig, sie aus Energiespargründen gegen neue auszutauschen. Was der Einbau von neuen Fenstern kosten kann und welche Kosten sich dabei wieder amortisieren können, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Wann lohnt sich das Austauschen alter Fenster bei einem Altbau?

Kostencheck-Experte: Einmal abgesehen von Schäden an Fenstern und übergroßer Abnutzung – ein Austausch lohnt sich auch häufig aus Energiespargründen.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass 20 bis 30 Jahre alte Fenster nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und für zu hohe Energieverluste sorgen. Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen: in vielen Fällen sind die Fenster für bis zu 25 % der gesamten Wärmeenergieverluste im Bereich der Gebäudehülle verantwortlich.

Wer seine Fassade dämmt oder andere energetische Sanierungen am Haus durchführt, ist also gut beraten, auch über einen Fensteraustausch nachzudenken. Auch der Austausch der Fenster allein kann schon deutliche Einsparungen im Bereich der Heizkosten bringen.

Wird vernünftig geplant, kann ein Großteil der Kosten für die neuen Fenster in vergleichsweise kurzer Zeit über die Heizkosten wieder eingespart werden.

Frage: Was kosten neue Fenster im Altbau?

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Oft sind die Kosten für Einbau und das Fenster annähernd gleich
Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht sagen – das hängt auch von der Zahl und Größe der Fenster ganz wesentlich ab, zudem davon, gegen welche Fenster man austauscht.

Für ein neues Fenster im üblichen Standardmaß von 1,3 m x 1,3 m müssen Sie samt Einbau aber mindestens 400 EUR bis 500 EUR an Kosten rechnen.

Höherwertige Fenster mit zahlreichen Sonder- oder Komfortausstattungen können dann auch deutlich teurer werden. Bis zum Doppelten dieses Preises sind für Fenster im Standardmaß immer noch leicht möglich.

Hier ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen die 10 Fenster unseres Einfamilienhauses gegen neue Fenster austauschen lassen. Wir entscheiden uns sehr kostenbewusst für günstige Kunststofffenster mit hohen U-Werten um später möglichst viel Heizenergie einsparen zu können.

Posten Preis
Fensterkosten, Kunststofffenster weiß, 1.300 mm x 1.300 mm 255 EUR
Aufpreis höhere Rahmendämmung (U-Wert Rahmen 0,74) 25,50 EUR
Aufpreis Dreifach-Verglasung U-Wert 0,6 38,89 EUR
Aufpreis warme Kante 12,11 EUR
Zusatzmaterialien (Blenden, Außenfensterbank) 25 EUR
Preis pro Fenster 356,50 EUR
Preis für 10 Fenster 3.565 EUR
Einbau der neuen Fenster, Demontage und Entsorgung der alten Fenster 2.400 EUR
Gesamtkosten für Fenstertausch 5.965 EUR

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Die Einbaukosten hängen sehr von den örtlichen Gegebenheiten ab
Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um ein Kostenbeispiel für ein bestimmtes Fenstermodell mit einer bestimmten Ausstattung. Andere Fenster können – selbst bei ähnlicher Ausführung – auch deutlich unterschiedliche Preise haben.

Die Einbaukosten können je nach örtlichen Gegebenheiten und bestehendem Einbauaufwand in anderen Fällen ebenfalls deutlich unterschiedlich liegen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits, dass man für die Fenster selbst bei kostenbewusster Auswahl mit vergleichsweise geringen Kosten rechnen kann.

Frage: Wovon hängen die Kosten bei einem Fenstertausch im Wesentlichen ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man einige Faktoren in Betracht ziehen. Für die Kosten sind im Wesentlichen bedeutsam:

  • die Art und Größe der ausgewählten Fenster
  • das verwendete Rahmenmaterial
  • die Art und Qualität der Verglasung
  • die eventuelle Sonderausstattung des Fensters im Bereich des Rahmens (Einbruchschutz, Fenstergriffe, etc.)
  • besondere Funktionen der Verglasung des Fensters
  • die Kosten für den Einbau der Fenster

Häufig ist es durchaus sinnvoll, die neuen Fenster auch gleich mit Rollladen nachzurüsten, wenn noch keine vorhanden sind. Dafür sind dann ebenfalls noch weitere Kosten zu kalkulieren.

Frage: Welchen Einfluss hat die Fenstergröße auf den Preis?

Kostencheck-Experte: In der Regel keinen allzu großen, außer es handelt sich um sehr unübliche Fenstermaße.

Im Bereich der üblichen Maße eines Fensters – das häufig verwendete Standardmaß liegt bei 1,3 m x 1,3 m – liegen die Preise für gleich ausgestattete Fenster recht nahe beieinander.

Das kann man sehen, wenn man gleich ausgestattete Fenster (in diesem Fall einflügelige Kunststofffenster in sehr einfacher Ausführung) in unterschiedlicher Größe miteinander vergleicht:

Maß des Fensters Grundpreis
130 cm x 130 cm 151 EUR
150 cm x 170 cm 193 EUR
120 cm x 240 cm 221 EUR

Einen wesentlich deutlicheren Effekt auf den Preis hat aber die Auswahl des Rahmenmaterials für das Fenster.

Frage: Welche verschiedenen Rahmenmaterialien gibt es bei Fenstern und welche Preisunterschiede verursacht das?

Kostencheck-Experte: Grundsätzlich können Fensterrahmen aus vier Materialien sein:

  • aus Kunststoff
  • aus Holz (dabei kommen unterschiedliche Holzarten zum Einsatz, die auch deutliche Preisunterschiede verursachen können)
  • Holz-Alu und
  • Aluminium

Kunststoff bietet dabei eindeutig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und ist auch deutlich am kostengünstigsten. Für alle anderen Rahmenmaterialien muss man hohe Aufpreise rechnen:

Wir haben beispielhaft einmal die Preise für ein bestimmtes Fenstermodell mit verschiedenen Rahmenvarianten verglichen, um die Preisunterschiede deutlich zu machen:

Rahmenmaterial Gesamtpreis Fenster
Kunststoff 355 EUR
Holz (hochwertigere Holzarten können auch deutlich teurer sein) 515 EUR
Holz-Alu 665 EUR
Aluminium 805 EUR

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Kunststofffensterrahmen sind am güngstigsten
Hier wird deutlich, dass kostengünstige Fenster so gut wie immer Kunststofffenster sind. In Sachen Haltbarkeit und Pflegeleichtigkeit bieten sie auch recht gute Eigenschaften (etwa im Gegensatz zu Holz, das besonders pflegeaufwändig ist).

Für die höhere Stabilität und Robustheit von Aluminium- und Holzalu-Fenstern bezahlt man beinahe den doppelten Preis.

Wer lieber Holzoptik hat, kann auch bei Kunststofffenster entsprechende Dekore ordern. Der Aufpreis für solche Dekore beträgt meist rund 20 % vom Fensterpreis – bei unserem Beispiel-Fenster wären das gerade einmal rund 45 EUR Mehrkosten pro Fenster für Holzoptik.

Frage: Welche Möglichkeiten gibt es bei der Verglasung und welche Preisunterschiede treten da auf?

Kostencheck-Experte: Bei der Verglasung an sich und ihrer Wärmeschutzqualität gibt es nur vergleichsweise geringe Preisunterschiede.

Standard ist bei den meisten Fensterherstellern heute Zweifach-Verglasung. Mit dieser Art der Verglasung lassen sich U-Werte bis zu 1,0 realisieren, für die man allerdings ebenfalls bereits Aufpreis bezahlt.

Dreifach-Verglasung stellt bei Fenstern heute den aktuellen Stand der Technik dar und bietet einen deutlich besseren Wärmeschutz. Standard sind hier U-Werte von 0,6 bis 0,7.

Wie man schon aus unserem Kostenbeispiel erkennen kann, sind die Aufpreise mit weniger als 15 % nicht besonders hoch. Der deutlich höhere Wärmeschutz lohnt sich aber häufig.

Deutlich teurer wird es bei den Sonderausstattungen für die Verglasung:

  • bei höherem Schallschutz (vor allem in den hohen Klassen)
  • bei höherer Bruchfestigkeit der Scheiben
  • bei beschichteter Verglasung zur Wärmeabweisung der Fenster

Frage: Welche Aufpreise fallen für solche Sonderausstattungen der Verglasung an?

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Wer besonders schall- oder wärmegedämmt Fenster haben möchte, zahlt oft bis zu 100€ mehr
Kostencheck-Experte: Beim Schallschutz kann man für eine Aufwertung zu Schallschutzklasse 3 (38 dB) schon Aufpreise im Bereich von 70 EUR bis 100 EUR rechnen. Je größer das Fenster, desto höher der Aufpreis.

Wer noch eine stärker schalldämmende Wirkung bei seinen Fenstern möchte, kann dann auch auf Schallschutzklasse 4 (42 dB) oder Schallschutzklasse 5 (45 dB) aufrüsten. In diesem Fall sind bei Fenstern im Standardmaß aber bereits Aufpreise von mindestens 150 EUR bis zu teilweise 250 EUR pro Fenster fällig. Das lohnt sich meist nur in sehr speziellen Fällen.

Auch höhere Bruchfestigkeit der Scheiben muss man teuer bezahlen: Eine einseitige Ausrüstung (innen oder außen) als VSG-Glas kostet meist 100 EUR bis 150 EUR, für eine Ausrüstung auf beiden Seiten muss man rund 200 EUR bis zu 250 EUR rechnen. Für eine durchwurfhemmende Verglasung werden je nach Sicherheitsklasse ebenfalls 150 EUR bis 200 EUR für ein Fenster in Standardmaßen fällig.

Solche Sonderausstattungen bei der Verglasung können den Preis für das Fenster also sehr schnell nach oben treiben.

Frage: Welchen Effekt hat eine Beschichtung der Scheiben für eine höhere Wärmereflexion?

Kostencheck-Experte: Das kann man im Allgemeinen am g-Wert ablesen: er gibt an, wie viel Wärmeenergie durch das Fensterglas dringt und den Raum aufheizen kann, wenn die Sonne auf das Fenster scheint.

Fenster ohne Beschichtung haben üblicherweise einen g-Wert von 0,55 bis 0,85, je nachdem, ob es sich um Zweifach-Verglasung oder Dreifach-Verglasung handelt. Das bedeutet, dass 55 % (bei Dreifach-Verglasung) oder 85 % (bei Zweifach-Verglasung) der Wärmeenergie der Sonne die Scheiben durchdringen können.

Spezielle Beschichtungen (Metall- oder Oxidschicht) können den g-Wert auf unter 0,25 senken. Auch bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer heizt sich der hinter dem Fenster liegende Raum dann kaum auf.

Bedacht werden muss allerdings, dass gerade in den Wintermonaten ein Erwärmen des Raums durch die Sonneneinstrahlung ja wünschenswert ist, um direkt Heizkosten zu sparen (verringerter Heizwärmebedarf in den erwärmten Räumen). Ob man tatsächlich Aufpreise für eine Beschichtung (meist ab rund 50 EUR pro Fenster) und einen besonders niedrigen g-Wert bezahlt, sollte man also zuvor aus energietechnischer Sicht gut überlegen.

Frage: Was hat es mit der warmen Kante auf sich? Und gibt es sonst noch Sonderausstattungen, die den Preis des Fensters verteuern können?

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Die warme Kante kostet wenig und hat einen großen Einfluss auf die Wärmedämmung
Kostencheck-Experte: Bei der warmen Kante geht es um die Abstandhalter zwischen Glas und Rahmen. Wenn Abstandhalter aus gut wärmeleitenden Materialien (etwa Aluminium) bestehen, kühlt die Glasscheibe im Randbereich sehr schnell aus. Das stellt einen unnötigen Wärmeverlust dar, gerade bei Dreifach-Verglasungen, die ja eine noch größere Kantenfläche (drei Scheibenkanten) haben.

Der geringe Aufpreis für die warme Kante (meist im Bereich von 10 EUR bis 20 EUR je Fenster) sorgt dafür, dass diese Wärmeverluste unterbleiben.

Weitere Sonderausstattungen wären beispielsweise ein erhöhter Einbruchsschutz im Bereich des Rahmens, indem durch besondere Bauteile ein Aufhebeln des Fensters noch weiter verhindert wird. Das kostet bei vielen Herstellern rund 50 EUR – 80 EUR Aufpreis pro Fenster.

Auch geänderte Fenstergriffe oder optisch attraktiver gestaltete Fensterbänke an der Außenseite gehören zu möglichen Optionen, die man ebenfalls extra bezahlen muss. Meist hält sich das aber im Rahmen, was die Kosten betrifft, nur besonders hochwertige Ausführungen verursachen dann spürbare Mehrkosten.

Frage: Was muss man für einen Rollladen als Sonderausstattung rechnen? Lohnt sich das auch für den Wärmeschutz?
Kostencheck-Experte: Rollladen lohnen sich wärmetechnisch nur noch wenig, wenn man bereits hoch wärmedämmende Fenster eingebaut hat. Für die Heizkosten hat das kaum mehr eine spürbare Auswirkung. Ein Rollladen hat seine Wirkung mehr beim Wohnkomfort und beim Einbruchschutz (hier vor allem motorbetriebene Rollladen, die nicht so leicht hochgeschoben werden können).

Für einfache Vorbaurollladen als Zubehör müssen Sie bei den üblichen Fenstergrößen ab rund 250 EUR bis 300 EUR Aufpreis rechnen, für die Montage kommen weitere 200 EUR bis 250 EUR dazu.

Bei elektrischem Antrieb müssen Sie meist zusätzlich 300 EUR bis 500 EUR für den Antrieb rechnen, dazu kommen dann auch noch höhere Einbaukosten von rund 250 EUR bis 400 EUR.

Rollladen sind also eine durchaus teure Anschaffung, die sich aber häufig in Bezug auf Komfort, Einbruchssicherheit und Sichtschutz dennoch bezahlt machen kann.

Frage: Wann lohnt sich ein Fenstertausch finanziell? Welche Kosten bekommt man wieder zurück?

Kostencheck-Experte: Das ist pauschal nicht so einfach zu sagen. Grundsätzlich geht man aber davon aus, dass man durch einen Austausch alter Fenster (U-Werte deutlich über 2,0) rund 10 % bis 15 % der Heizkosten jährlich einspart.

Wenn in unserem Kostenbeispiel die Heizkosten bei jährlich 6.000 Euro liegen würden, hätten sich unsere neuen Fenster also bereits in knapp 10 Jahren von selbst bezahlt gemacht.

Tauscht man Fenster gegen Energiesparfenster mit U-Werten unterhalb von 0,95 kann man auch bis zu 10 % der Gesamtkosten als Förderung erhalten.

In der Praxis kann man die tatsächlichen Einsparpotenziale allerdings immer nur durch eine sorgfältige Gesamtanalyse ermitteln. Hierbei müssen auch andere Maßnahmen mit in Betracht kommen (etwa eine Fassadendämmung). Dann lässt sich ausrechnen, wie viel man durch den Fenstertausch tatsächlich spart.

Wenn die Fenster aufgrund ihres Alters und Zustands aber ohnehin getauscht werden sollten, gewinnt man natürlich in jedem Fall mit modernen Dreifachglas-Fenstern.

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