Was kostet es, den Taxischein zu machen?

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Autofahren ist Ihre Leidenschaft und selbst der dickste Verkehr in den Innenstädten kann daran nichts ändern? Vielleicht möchten Sie auch nur ein paar Euro nebenbei verdienen und deshalb den Taxischein machen. Da Sie bei dieser Tätigkeit eine große Verantwortung den Fahrgästen gegenüber tragen, müssen Sie verschiedene Nachweise erbringen und besondere Voraussetzungen erfüllen. Welche dies sind und was es kostet, den Personenbeförderungsschein mit Ortskundenachweis zu machen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was ist ein Taxischein?

Kostencheck: Sie dürfen sich nicht einfach als Fahrer in ein Taxi setzen, Fahrgäste einsteigen lassen und gegen Bezahlung losfahren. Hierzu benötigen Sie eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, kurz FzF genannt. Dieser spezielle Führerschein berechtigt den Inhaber, bis zu acht Personen gewerblich, selbstständig oder in einem Angestelltenverhältnis zu befördern. Für den Taxischein brauchen Sie zusätzlich eine Bescheinigung der Ortskenntnis, die nur für die Region gültig ist, in der Sie Taxi fahren möchten. So gesehen ist der Taxischein also eine Erweiterung des Personenbeförderungsscheins.

Was kostet es, den Taxischein zu machen?

Kostencheck: Es gibt in Deutschland keine einheitliche Regelung, wie teuer ein Führerschein, also auch der Taxischein, sein darf. Unten aufgeführte Kosten können also, je nachdem wo Sie leben, ein wenig nach oben oder unten abweichen.

Wie nachfolgende Tabelle zeigt, sind die Aufwendungen für den eigentlichen Taxischein recht günstig. Die vielen zu erfüllenden Anforderungen verteuern ihn jedoch:

KostenübersichtPreis
sofern nicht vorhanden: EU-Führerschein25 EUR
Antragsstellung40 – 60 EUR
Augen-, hausärztliche und medizinisch psychologische Untersuchung90 – 200 EUR
polizeiliches Führungszeugnis13 EUR
Ortskundeprüfung20 – 60 EUR
aktuelles Lichtbild10 – 25 EUR
Prüfungsgebühr55 – 60 EUR
Taxikurs incl. Prüfung100 – 200 EUR

Sie müssen demnach mit Kosten von mindestens 200 EUR rechnen.

Haben Sie noch keinen Führerschein der Klasse B, müssen Sie diesen zunächst machen. Je nachdem wie viele Fahrstunden Sie hierfür benötigen, sollten Sie zusätzlich 1.500 – 2.000 EUR einkalkulieren.

Welche persönlichen Voraussetzungen gibt es?

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Ein Taxifahrer muss mindestens 21 Jahre alt sein

Kostencheck: Um den Taxischein machen zu können, müssen Sie nachfolgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie müssen mindestens 21 Jahre alt sein,
  • eine mindestens zweijährige PKW-Fahrpraxis (Führerschein Klasse B) nachweisen können,
  • dürfen nicht einschlägig vorbestraft sein,
  • und müssen sowohl geistig als auch körperlich fit sein.

Bei Zugezogenen außerhalb der EU werden ein Aufenthalt von zwei Jahren sowie ausreichende Deutschkenntnisse vorausgesetzt.

Zudem sollten Sie gerne mit Menschen zusammen sein. Höflichkeit, Rücksichtnahme, Kommunikationsfreudigkeit und ein offenes Ohr sind Charaktereigenschaften, die bei einem Taxifahrer sehr geschätzt werden.

Welche Nachweise muss ich vorlegen?

Kostencheck: Leider sind zahlreiche Bescheinigungen erforderlich, bevor Sie endlich den Taxischein in Händen halten können. Dies sind im Einzelnen:

Polizeiliches Führungszeugnis

Dies erhalten Sie bei der zuständigen Meldebehörde. In vielen Gemeinden können Sie das polizeiliche Führungszeugnis auch bequem online anfordern. Trotzdem es kein Ablaufdatum für dieses Dokument gibt, sollte es nicht älter als ein Jahr sein, da es lediglich den Stand zum Zeitpunkt des Ausstelldatums widerspiegelt. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 13 EUR.

Medizinische Gutachten

Kostencheck: Möchten Sie den Taxischein machen, fordert der Gesetzgeber nachfolgende Atteste:

ArtWas wird untersucht?Gültigkeit
Körperliche EignungDiese dient dem Erkennen von Erkrankungen, welche die Fahrtüchtigkeit beeinflussen könnten. Hierzu zählt beispielsweise ein schlecht eingestellter Diabetes.1 Jahr
SehvermögenEine unzureichende Sehschärfe oder ein eingeschränktes Gesichtsfeld bergen im Straßenverkehr ein hohes Risiko für Ihre Fahrgäste, Sie selbst und andere Verkehrsteilnehmer.1 Jahr
Leistungspsychologische UntersuchungHier werden Punkte wie die Reaktionsfähigkeit, die Belastbarkeit, das Orientierungsvermögen, die Konzentration und das Verhalten in Stress- oder Gefahrensituationen überprüft.2 Jahre

Die Untersuchung der körperlichen Eignung umfasst:

  • Ein ausführliches Vorgespräch bezüglich eventueller Vorerkrankungen.
  • Die Messung des Blutdrucks.
  • Eine Urinuntersuchung mittels Teststreifen.
  • Eine körperliche Untersuchung.

Gibt es einen Hinweis auf eine Erkrankung, werden unter Umständen vor Ausstellung des Attests weitere Untersuchungen gemacht.

Der Sehtest:

Hier werden:

  • Farbsehen
  • Sehschärfe
  • das Gesichtsfeld
  • das räumliche Sehen
  • sowie das Dämmerungs- und Kontrastsehen

untersucht.

Was erwartet mich bei der leistungspsychologischen Untersuchung?


Kostencheck:
Hier werden meist computergestützte Systeme eingesetzt, mit denen Sie sich vor der Untersuchung vertraut machen können. Jeder Test wird ausführlich erklärt und Sie dürfen verschiedene Testfragen beantworten, sodass Unklarheiten bereits im Vorfeld ausgeräumt werden können.

Bei diesen Tests kommt es auf

  • Schnelligkeit
  • sowie die korrekte Ausführung und Antwort

an. Meist kommt das sogenannte Wiener Testsystem zum Einsatz, bei dem Sie auf Situationen aus dem Straßenverkehr reagieren und Zuordnungsaufgaben korrekt lösen müssen. Er soll zeigen, dass Sie jederzeit sicher agieren und reagieren können.

Gewertet werden sowohl die benötigte Zeit als auch die Fehlerzahl. Allerdings geht es nicht darum, alle Fragen in kürzester Zeit richtig zu beantworten. Auch wenn Ihnen ein paar Fehler unterlaufen werden Sie den Test bestehen. Erscheinen Sie möglichst ausgeruht und ausgeschlafen zu dieser Prüfung, denn diese deckt Konzentrationsstörungen oder verlangsamte Reaktionen zuverlässig auf.

Für diese umfangreichen, medizinischen Tests gibt es keinen einheitlichen Preis. Sie kosten zwischen 90 und 200 EUR, abhängig vom Wohnort und dem gewählten Arzt.

Was beinhaltet die Ortskundeprüfung?

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Ein(e) Taxifahrer(in) muss sich in dem zu fahrenden Gebiet gut auskennen

Kostencheck: Diese dient der Sicherheit im Straßenverkehr, denn ein ortsunkundiger Fahrer stellt immer ein gewisses Risiko für die Verkehrssicherheit und die Fahrgäste dar. In manchen Städten wie München hat es diese Prüfung ganz schön in sich, denn einen blanken Stadtplan in einer Großstadt mit Straßennamen zu füllen ist eine kleine Herausforderung. Auch sollten Sie für diesen Test die Adressen und Hauptzugänge wichtiger Orte und die kürzeste Strecke zwischen zwei Straßen kennen.

Den Fragenkatalog zur Ortskundeprüfung finden Sie in vielen Gemeinden online oder bekommen diesen beim Taxikurs ausgehändigt. Diese Prüfung dürfen Sie beliebig oft wiederholen. Sind Sie durchgefallen müssen Sie allerdings eine Sperrfrist abwarten, die je nach Stadt und Anzahl der nicht bestandenen Prüfungen zwischen vier Wochen und sechs Monaten liegt.

Da die Prüfung wiederum zwischen 20 und 50 EUR kostet, ist eine gründliche Vorbereitung sehr sinnvoll.

Was muss ich im Vorfeld alles erledigen?

Kostencheck: Zunächst sollten Sie persönlich zur Gemeinde- oder Stadtverwaltung gehen und einen Antrag auf Erteilung des Personenbeförderungsscheins stellen. Bringen Sie hierzu:

  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie den
  • EU-Kartenführerschein

mit. Die ärztlichen Atteste können Sie bereits bei der Antragstellung vorlegen. Diese können aber auch nachgereicht werden.

Für die Ortskundeprüfung gibt es meist nur ein bis zwei Termine monatlich. Zugelassen werden Sie in den meisten Gemeinden nur, wenn Sie die Antragstellung auf Erteilung des Personenbeförderungsscheins nachweisen können.

Was passiert, wenn ich einen älteren Führerschein der Klasse 5 habe?

Kostencheck: Der Personenbeförderungs- und Taxischein ist nur noch in Verbindung mit einem EU-Führerschein im Scheckkartenformat gültig. Lassen Sie deshalb einen alten Führerschein umschreiben, trotzdem dies zusätzliche Kosten von etwa 40 EUR bedeutet.

Benötige ich ein neues Lichtbild

Kostencheck: Wie bei vielen anderen Dokumenten benötigen Sie auch für den Taxischein ein Lichtbild, auf dem Sie gut erkennbar sind. Automatenaufnahmen erfüllen diese Anforderung nur selten. In einem günstigen Fotostudio erhalten Sie Aufnahmen in vernünftiger Qualität schon ab 10 EUR.

Lohnt der Taxikurs?

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Im Taxikurs wird auch der Umgang mit schwierigen Kunden geübt

Kostencheck: Anders als beim Führerschein, wo es eine theoretische und praktische Mindeststundenzahl gibt, können Sie sich das für den Taxischein nötige Wissen auch selbst beibringen. Fühlen Sie sich bereit für die Prüfung, melden Sie sich einfach selber an.

Trotzdem ein Taxikurs etwa 100 – 200 EUR kostet, raten wir zu diesem. Hier werden Sie nicht nur gründlich auf den Ortskundetest vorbereitet, auch der Umgang mit schwierigen Kunden und die Besonderheiten Ihrer Stadt sind Thema des Kurses.

Wann genügt ein Führerschein zur Fahrgastbeförderung?

Kostencheck: Haben Sie die Ortskundeprüfung nicht bestanden aber bereits einen Personenbeförderungsschein, dürfen Sie gewerblich Personen befördern. Sie können also beispielsweise:

  • Als freiberuflicher oder angestellter Mietwagenfahrer tätig werden.
  • Einen PKW im gewerblichen Ausflugsverkehr führen.
  • Ein Auto im Linienverkehr lenken.
  • Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes Personen befördern.
  • Im Schülerverkehr arbeiten.
  • Menschen mit Handicap befördern.
  • Als Krankenwagenfahrer tätig sein.

Bis zu acht Personen dürfen Sie mit dem Personenbeförderungsschein transportieren. Sobald Sie sich jedoch hinter das Steuer eines Taxis setzen, benötigen Sie zwingend den Taxischein.

Wie lange gilt der Taxischein?

Kostencheck: Nach bestandener Prüfung stellt die Behörde den Taxischein zunächst für fünf Jahre aus. Erfüllen Sie die Anforderungen weiterhin, können Sie ihn im Anschluss um jeweils fünf Jahre verlängern lassen.

Lohnt der Taxischein – was verdiene ich als Taxifahrer?

Kostencheck: Das Gehalt in diesem Beruf variiert abhängig vom Standort, der Auftragslage und dem Vertrag stark. Zudem wird der Grundlohn durch Trinkgeld aufgewertet. Auch hier kommt es darauf an, welche Klientel Sie gerade befördern.

Tipps & Tricks
Es kann finanziell sehr reizvoll sein, sich als Taxiunternehmer selbstständig zu machen. Hierzu benötigen Sie neben dem Startkapital für die Taxiflotte den Taxi-Unternehmerschein. Die Kosten für diese Sachkundeprüfung belaufen sich auf etwa 500 EUR. Eine Ausgabe, die sich durchaus lohnen kann.