Faszination Unterwasserwelt: Was kostet es, den Tauchschein zu machen?

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Die märchenhaft schöne Unterwasserwelt übt auf viele eine unbeschreibliche Anziehungskraft aus. Beinahe schwerelos durch das Wasser zu gleiten und dabei schwebende Mantas oder die bunten Clownfische im Korallenriff zu beobachten, ist der Traum vieler. Vor dem spannenden Tauchvergnügen steht allerdings der Erwerb des Tauchscheins. Mit welchen Kosten Sie für diesen lebenslang gültigen Schein rechnen müssen, welche Ausbildungskriterien es gibt und viele tolle Tauch-Tipps haben wir in diesem Artikel für Sie übersichtlich zusammengefasst.

Was kostet ein Tauchkurs, der mit dem Tauchschein abschließt?

Kostencheck: Wenn Sie die Preise von Tauchschulen, egal ob an Ihrem Wohnort oder im Ausland vergleichen, werden Sie rasch feststellen, dass diese sehr stark variieren:

Ort Dauer Preis
Tauchverein in Wohnortnähe da nur am Wochenende mehrere Monate häufig im Vereinsbeitrag enthalten
Tauchschule in Deutschland abhängig vom angebotenen Kurs 250 – 300 EUR
Tauchschule in Deutschland Privatkurs mit freier Zeiteinteilung 400 – 550 EUR
im Urlaub etwa eine Woche 250 – 450 EUR

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Tauchkurse in Deutschland werden meist teilweise im Swimmingpool und teilweise in einem See absolviert
Unter die indirekten Kosten fällt eine eventuelle Unterbringung am Urlaubsort. Viele nutzen ja die schönsten Wochen des Jahres, um den Tauchschein zu machen. Allerdings ist es auch in Deutschland problemlos möglich, einen guten Tauchkurs zu absolvieren. Gerade wenn Sie Mitglied in einem Verein sind, bietet sich dies als kostengünstige Alternative an.

Kostet ein Tauchkurs in einer Schule deutlich unter 250 EUR, so sollten Sie bei diesem Angebot genau hinsehen. Es ist zu vermuten, dass an einer wichtigen Stelle an den Kosten gespart wird. Manchmal bieten diese Schulen weniger Tauchgänge als Vorbereitung an; wichtige Techniken werden nur flüchtig eingeübt oder erst gar nicht angesprochen.

Achten Sie auch darauf, dass tatsächlich alle Kosten enthalten sind und lesen Sie das Kleingedruckte gründlich durch. Häufig fallen bei sehr günstigen Tauschulen zusätzliche Aufwendungen für das Lehrmaterial oder das Zertifikat an, sodass der Endpreis sogar höher liegen kann als bei einer vermeintlich teureren Tauchschule.

Was muss ich für die Tauchausrüstung ausgeben?

Kostencheck: In einer guten Tauchschule ist die Leihgebühr für die ABC-Ausrüstung im Kurspreis enthalten. Dies ist ratsam, denn so können Sie im Theoriekurs das nötige Wissen rund um Ihr neues Hobby erwerben, bevor Sie sich im Anschluss eine auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Tauchausrüstung anschaffen.

Eine komplette Tauchausrüstung besteht aus nachfolgend aufgelisteten Artikeln und schlägt mit etwa 1.000 EUR zu Buche.

Ausrüstungsgegenstand Preis ab
Tauchermaske 40 EUR
Schnorchel 10 EUR
Flossen 50 EUR
Neoprenanzug 150 EUR
Füßlinge 30 EUR
Tauchjacket 300 EUR
Tauchcomputer 200 EUR
2 Atemregler jeweils 200 EUR
Manometer 60 EUR
Kabel und „Oktopus“ 100 EUR
Blei 7 EUR je Kilo
Tauchflasche 180 EUR

Tipp: Möchten Sie nicht so viel Geld ausgeben, weil Sie beispielsweise immer nur im Urlaub tauchen, so können Sie die Ausrüstung oder Teile dieser auch dann noch günstig ausleihen, wenn Sie den Tauchschein bereits in der Tasche haben.

Wozu benötige ich einen Tauchschein?

Kostencheck: Damit Sie:

  • ohne Ausbilder tauchen,
  • Tauchausflüge mit Veranstalter unternehmen,
  • bestimmte Tiefen unterschreiten,
  • oder Tauchgruppen führen dürfen,

ist ein Tauchschein erforderlich.

Welche Zusatzkurse sind interessant?

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Höhlentauchen ist eine Zusatzqualifikation
Kostencheck: Taucher führen ein Logbuch, in dem alle Tauchgänge schriftlich festgehalten werden. Trotzdem dieses nicht als offizielles Dokument gilt dient es dazu, den Erfahrungslevel des Tauchers zu dokumentieren und ist, neben dem Tauchschein, eine wichtiges Zulassungsdokument für weiterführende Kurse.

Neben den verschiedenen Tauchscheinen für das Geräte- und das Apnoetauchen können Sie folgende Zusatzqualifikationen erwerben:

  • Tieftauchen
  • Nachttauchen
  • Höhlentauchen
  • Bergseetauchen
  • historisches Tauchen
  • Eistauchen
  • Orientierungstauchen.

Beliebt sind zudem Kurse, die sich mit der Meeresbiologie befassen. Wenn Sie sich der Unterwasserfotografie widmen und auf diese Weise die Erlebnisse der Tauchgänge dokumentieren möchten, empfiehlt sich ein Lehrgang, der sich diesem speziellen Thema widmet. Der Preis für diese Zusatzkurse liegt zwischen 65 und 500 EUR.

Was beinhalten die Grundkurse Scuba Diver und OWD

Kostencheck: Bei diesen handelt es sich um die bekanntesten Tauch-Grundkurse. Trotzdem sie von verschiedenen Organisationen angeboten werden, ist der Ausbildungsinhalt weitgehend gleich. Sie eignen sich für Tauchanfänger ohne Vorkenntnisse, denn alle Grundlagen des Tauchens werden ausführlich erläutert.

Was ist der Unterschied zwischen dem Open Water Diver und dem CMAS?

Der OWD-Tauchschein wird im deutschen Fachjargon als „Freiwasser-Taucher“ bezeichnet. Er wird von vielen Tauchverbänden angeboten, da die Kurs- und Prüfungsinhalte hier genau festgeschrieben sind.

Dieser Tauchkurs beinhaltet:

  • Fünf theoretische Unterrichtseinheiten.
  • FünfTauchgänge in einem Schwimmbad.
  • Vier Tauchgänge im freien Wasser, bei denen das Druckluftgerät eingesetzt wird.

Theorie- und Praxisteil finden fast immer an einem Tag statt, damit Sie das Erlernte sofort in die Praxis umsetzen können.

Im Gegensatz hierzu müssen Sie beim CMAS zunächst eine theoretische Prüfung bestehen und dürfen erst danach mit dem Gerät ins Wasser. Auch hier erfolgen die ersten Praxisübungen fast immer in einem Schwimmbecken.

Gibt es weiterführende Lizenzen für erfahrene Taucher?

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Wer 25 Tauchkurse absolviert hat, kann den 2-Sterne-Tauchschein machen
Kostencheck: Für Fortgeschrittene, die mindestens 25 Tauchgänge sowie Spezialkurse nachweisen können, bietet sich der 2-Sterne-Tauchschein an. Hierauf baut der 3-Sterne-Tauchschein auf, den Sie mit dem Zertifikat „Tauchgruppenführer“ abschließen. Hierzu müssen Sie mindestens 64 Tauchgänge absolviert haben.

Für die 4-Sterne-Lizenz müssen mindestens 165 Tauchgänge im Logbuch stehen. Gleichzeitig müssen Sie zwei Jahre aktives Mitglied in einem Tauchverein sein. Im Anschluss können Sie noch die Prüfung als Tauchlehrer absolvieren und Ihre Begeisterung für das Tauchen sowie Ihr Fachwissen an Anfänger weitergeben.

Wie finde ich die richtige Tauchschule?

Kostencheck: Wie oben bereits angeführt sollten nicht alleine die Kosten entscheidend sein. Achten Sie darauf, dass die von Ihnen ins Auge gefasste Tauchschule einem Verband angehört.

Von Bedeutung sind insbesondere folgende Punkte:

  • Ordnung und Hygiene in der Tauchschule. Schließlich tragen andere Schüler die Masken und Anzüge vor Ihnen.
  • Ist die Leihausrüstung gepflegt und in Ihrer Kleidergröße verfügbar?
  • Lassen Sie sich auch den Kompressor Raum, in dem die Tauchflaschen aufgefüllt werden, zeigen.
  • Ein fundiertes Beratungsgespräch, bei dem das Personal sich Zeit nimmt um auf alle Fragen einzugehen, ist die Basis. Geschieht schon dies oberflächlich können Sie davon ausgehen, dass auch in den Kursen an der Zeit gespart wird.
  • Strahlen die Tauchlehrer Ruhe aus, stimmt die Chemie? Das ist gerade beim Tauchen ausgesprochen wichtig.
  • Welche Zertifikate und Qualifikationen können die Tauchlehrer vorlegen?
  • Gibt es individuelle Hilfestellungen bei Problemen?
  • Wie viele Personen bilden eine Tauchgruppen? Mehr als drei Schüler und ein Lehrer sollten es nicht sein.
  • Werden Sie ausführlich und transparent darüber informiert, welche Kosten auf Sie zukommen?

Gerade in Ferienzeiten ist der Andrang in den Tauchschulen erfahrungsgemäß groß. Haben Sie die Möglichkeit, buchen Sie einen Kurs in der Nachsaison, wenn die Anmeldezahlen kleiner sind.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um den Tauchschein machen zu können?

Kostencheck: Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, allerdings sollten Sie folgende Punkte erfüllen:

  • Sie sollten körperlich gesund sein und über eine gute Grundkondition verfügen,
  • gut und sicher schwimmen können,
  • die Altersgrenze der von Ihnen gewählten Organisation erfüllen (meist mindestens 15 Jahre),
  • und je nach Ländervorschrift ein Attest auf Tauchfähigkeit vorlegen können.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit ist es schon vor dem Tauch-Schnupperkurs empfehlenswert, den Hausarzt oder einen speziellen Tauchmediziner aufzusuchen und sich auf Tauchtauglichkeit untersuchen zu lassen. Zwar ist ein ärztliches Gesundheitszeugnis nicht immer zwingend vorgeschrieben, um kein unnötiges Risiko einzugehen empfiehlt es sich aber in jedem Fall, Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Macht ein Schnupperkurs Sinn?

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Beim Schnupperkurse werden die grundlegenden Sicherheitsmaßnahmen erklärt und geübt
Kostencheck: Sofern gesundheitlich nichts dagegen spricht, können Sie theoretisch direkt einen Lehrgang buchen. Wir empfehlen allerdings, zuvor einen Schnupperkurs zu belegen. Beim Tauchen spielt nicht nur die körperliche Fitness, sondern auch die Psyche eine große Rolle.

Beim Schnuppertag bekommen Sie eine erste Einweisung und tauchen dann das erste Mal ab. Für viele stellt dies wider Erwarten eine gewisse Schwierigkeit dar, die mit Ängsten verbunden sein kann. Der Schnuppertauchgang bietet die ideale Möglichkeit um zu sehen, ob Sie den Herausforderungen unter Wasser gewachsen sind und das Erlebnis wie erhofft genießen können.

Teuer sind diese Kurse nicht, Sie können einen Schnupperkurs schon für etwa 30 EUR buchen. Viele Tauchschulen verrechnen die Kosten zudem zumindest teilweise, sofern Sie sich anschließend für den Tauchschein anmelden.

Kann ich mein Tauch-Hobby zum Beruf machen?

Kostencheck: Tauchen bietet auch zahlreiche berufliche Facetten. So können Sie sich beispielsweise durch eine Qualifikation bei der DLRG oder Wasserwacht zum Rettungstaucher ausbilden lassen.

Folgende Voraussetzungen müssen Sie mitbringen:

  • Den Tauchschein für das Gerätetauchen (Scuba Diver oder Open Water Diver).
  • Den Rettungsschwimmer Gold oder Silber in der Tasche haben und
  • Ihre Fähigkeiten in praktischen Übungen auch beweisen können.

Die Qualifikation ist nur möglich, wenn Sie Mitglied in einer der oben genannten Organisationen sind. Zusätzlich zum Tauchschein als Rettungstaucher müssen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen und eine Sanitätsausbildung der Klasse A, B und C absolvieren. Nach erfolgreich bestandener Prüfung halten Sie das Zeugnis „Wasserretter im Wasserrettungsdienst“ in den Händen.

Tipps & Tricks
Bis vor einigen Jahren durften Personen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes nicht tauchen. Zwischenzeitlich haben sich diese Bestimmungen gelockert. Gibt der Arzt grünes Licht und werden besondere Vorkehrungen getroffen, darf auch dieser Personenkreis inzwischen abtauchen. Allerdings sollte die Voruntersuchung unbedingt bei einem qualifizierten Tauchmediziner erfolgen.

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