An der Karriere feilen: Was kostet eine Nageldesign-Ausbildung?

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Die Hände sind die individuelle Visitenkarte jedes Menschen. Geht es darum, worauf Herren und Damen beim Kennenlernen sofort blicken, stehen die Hände neben den Augen ganz oben auf der Liste. Kein Wunder also, dass die Kunst der Nagelmodellage ein hohes Ansehen genießt. Interessieren Sie sich dafür, wie Nägel verstärkt und im Anschluss, abgestimmt auf den Typ der Kundin, kreativ gestaltet werden können, ist eine Ausbildung zur Nageldesignerin vielleicht genau das Richtige für Sie. Was diese kostet und viele weitere Informationen hat der Kostencheck-Experte im Interview für Sie gesammelt.

Ist Nageldesigner/in ein anerkannter Ausbildungsberuf?

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Nageldesigner ist ein Weiterbildungsberuf
Kostencheck: Nageldesigner/in ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Es handelt sich bei dieser Tätigkeit um einen durch die Handwerkskammer anerkannten Weiterbildungsberuf.

Um die Prüfung vor der Kammer ablegen zu können, müssen Sie allerdings eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem artverwandten Beruf nachweisen. Als Nageldesigner/in dürfen Sie aber auch ohne diese Prüfung tätig werden. Deshalb eröffnet diese Qualifikation auch Quereinsteigern eine interessante Perspektive.

Was kostet die Ausbildung?

Kostencheck: Wie viel Sie hierfür aufwenden müssen, variiert in Abhängigkeit von der Dauer des Kurses und dem Anbieter stark. Nachfolgende Tabelle verschafft einen Überblick über die Durchschnittspreise:

Dauer Preis
1 Tag 190 – 290 EUR
2 Tage 400 – 550 EUR
3 Tage 650 – 750 EUR
4 Tage 800 – 900 EUR
6 Tage 1.000 EUR

In der Regel wird das Material vom Anbieter gestellt, sodass keine Zusatzkosten auf Sie zukommen.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Kostencheck: Wie bereits eingangs erwähnt, wird eine abgeschlossene Lehre beispielsweise als Friseur/in, Kosmetiker/in oder Fußpfleger/in, sehr gerne gesehen.

Sie benötigen in diesem Beruf viel Einfühlungsvermögen und einen Sinn für Ästhetik, um auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Eine ruhige Hand und Begeisterung für Beautythemen sollten Sie ebenfalls mitbringen.

Was lerne ich in der Schulung und wie lange dauert diese?

Kostencheck: Nageldesign erlernen Sie im Rahmen einer Weiterbildung. Es gibt spezielle Weiterbildungen für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie für verschiedene Spezialtechniken wie beispielsweise den Nagelaufbau. Der Kurs kann deshalb nur einen Tag oder auch mehrere Wochen dauern.

Wo finde ich geeignete Kurse?

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Die Lehrinhalte an verschiedenen Ausbildungsstätten sind sehr unterschiedlich
Kostencheck: Da sich die Angebote der einzelnen Schulen in praktischer und theoretischer Hinsicht stark unterscheiden, sollten Sie die Kursinhalte genau vergleichen. Wichtig ist, dass Sie am Ende der Qualifikation ein Zertifikat erhalten, mit dem Sie die erworbenen Kenntnisse nachweisen können.

Am effektivsten lernen Sie in kleinen Gruppen. Beziehen Sie also auch die Gruppengröße in Ihre Überlegungen ein. Verlangen Sie in jedem Fall Referenzen und suchen Sie den Kontakt zu anderen Absolventen des in Frage kommenden Instituts.

Unser Tipp: Achten Sie darauf, dass es sich beim Anbieter der Schulung um einen von der Handwerkskammer oder über die AZAV zertifizierten Betrieb handelt.

Gibt es auch Onlinekurse?

Kostencheck: Die Ausbildung zum Nageldesigner/in mit Zertifikat ist auch in Onlinekursen möglich. Diese sind allerdings kritisch zu sehen, da Sie sich alle Kenntnisse anhand von Arbeitsblättern aneignen müssen und fertige Arbeiten häufig nur via Foto übermittelt werden. Die direkte Anleitung, die in diesem kreativen Beruf wichtig ist, fehlt.

Was lerne ich in der Ausbildung?


Kostencheck:
Im Grundlagenseminar lernen Sie Ihr Handwerkszeug gründlich kennen. Auch Gesundheitsthemen wie Haut und Hygiene werden angesprochen. Nur so können Sie Kunden mit empfindlicher Haut und den immer häufiger auftretenden Allergien entsprechend beraten. Möchten Sie sich selbstständig machen, sollte das Institut zudem betriebswirtschaftliche Aspekte ansprechen.

Neben dem theoretischen Wissen werden praktische Fähigkeiten vermittelt. Sie:

  • führen Maniküren durch,
  • reparieren und verstärken Nägel,
  • nehmen Nagelverlängerungen vor,
  • lernen verschiedene Techniken der kreativen Nagelgestaltung (Nailart) kennen.

Womit schließt der Kurs ab?


Kostencheck:
Nach dem Seminar erhalten Sie ein Zertifikat, das die in der Qualifikation erworbenen Fähigkeiten belegt. Zusätzlich können Sie eine Prüfung bei der Handwerkskammer ablegen und dürfen sich dann „Geprüfte Nageldesignerin“ oder „Geprüfter Nageldesigner“ nennen.

Wie sieht es mit dem Verdienst aus und wie sind die Beschäftigungsmöglichkeiten?

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Zufriedene Kunden geben oft Trinkgeld
Kostencheck: Haben Sie die Qualifikation in der Tasche, können Sie nicht nur in Nagelstudios arbeiten. Auch Friseur- und Kosmetiksalons stellen Nageldesigner/innen ein. Weitere potenzielle Arbeitgeber sind Wellness-Einrichtungen und Hotels.

Je nach Arbeitgeber und Einsatzort variiert das Einstiegsgehalt stark. Es liegt im Durchschnitt zwischen 1.600 und 1.800 EUR brutto. Trinkgelder sind in diesem Beruf üblich, zufriedene Kunden und eine fundierte Ausbildung zahlen sich also aus.

Die Kurse sind teuer – gibt es Fördermöglichkeiten?

Kostencheck: Das kommt darauf an, für welches Institut Sie sich entschieden haben. Ist dieses entsprechend zertifiziert, können Sie verschiedene Fördermöglichkeiten wie den von der Agentur für Arbeit angebotenen Bildungsgutschein in Anspruch nehmen.

Finanzieren Sie die Schulung aus eigener Tasche, können Sie die Kosten steuerlich geltend machen.

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