Brennholz: welche Preise man aktuell bezahlen muss

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Brennholz ist ein nachwachsendes Heizmaterial – die Preise bleiben deshalb trotz der in den letzten Jahren stark gestiegenen Nachfrage dennoch erstaunlich stabil. Trotzdem kostet Brennholz kaum irgendwo so viel wie in Deutschland. Welche Preise man aktuell für Brennholz rechnen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet Brennholz in Deutschland?

Kostencheck-Experte: Die Frage „Was kostet Brennholz?“ kann man nur sehr schwer pauschal beantworten – es gibt gerade bei Brennholz durchaus beträchtliche Preisunterschiede.

Zunächst muss man einmal klären, wovon man beim Brennholzkauf spricht:

  • frisches, ungetrocknetes Holz
  • getrocknetes Holz das bereits fertig in Scheite gespalten und getrocknet ist
  • Hartholz oder Weichholz

Das hat für den Preis eine erhebliche Bedeutung. Dazu kommen dann noch andere Faktoren, auf die wir weiter unten eingehen wollen.

„Heizfertiges“, getrocknetes Holz kostet im Dürchschnitt über alle Gebiete und Holzarten hinweg etwa 63 EUR/srm bis 83 EUR/srm. Die Abkürzung „srm“ steht dabei für „Schüttraummeter“.

Bei frischem Holz, das bereits fertig in Scheite gespalten ist und zum mindestens zweijährigen Lagern (Selbsttrocknung) gedacht ist ist der Preis günstiger als bei fertig getrocknetem und „heizfertigem“ Holz.

Der Durchschnittswert über alle Holzarten und ganz Deutschland hinweg liegt hier bei Preisen zwischen 55 EUR/srm – 67 EUR/srm. Das Einlagern von Holz lohnt sich auf lange Sicht also durchaus, wenn man entsprechend geeignete Lagerungsmöglichkeiten in ausreichender Größe hat. Damit kann man die Kosten für sein Brennholz schon einmal ganz einfach um rund 20 % senken.

Hartholz oder Weichholz?

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Hartholz brennt länger als Weichholz
Die genannten Preise stellen natürlich nur einen groben Anhaltspunkt dar: hier ist Hartholz und Weichholz gleichermaßen mit berücksichtigt, was in der Praxis nur wenig Sinn macht.

Der Heizwert von Hartholz ist deutlich größer als der von Weichholz – das heißt man kann aus Hartholz deutlich mehr Wärmeenergie erzeugen als aus der gleichen Menge Weichholz.

(z. B. 1 RM Buchenholz = 1.945 kWh, 1 RM Weidenholz = 1.296 kWh). Die Abkürzung RM steht hier für „Raummeter“. Typische Harthölzer sind zum Beispiel Buche und Eiche, typische Weichhölzer sind Weide oder Pappel, auch die gesamten Nadelhölzer wie Fichte oder Kiefer gelten als Weichholz.

Sieht man sich die Durchschnittspreise in Deutschland nach Hartholz und Weichholz getrennt an, ergibt sich dann folgendes Bild:

Holzart und Trocknungsgrad Preis pro srm (durchschnittlich, ganz Deutschland), gespalten, übliche Scheitlängen bis 50 cm
Weichholz, frisch 52 EUR/srm – 56 EUR/srm
Weichholz, heizfertig (getrocknet) 61 EUR/srm – 65 EUR/srm
Hartholz frisch 66 EUR/srm – 68 EUR/srm
Hartholz heizfertig (getrocknet) 80 EUR/srm – 85 EUR/srm

Das zeichnet ein etwas realistischeres Bild über die Durchschnittspreise von Brennholz. Es bleiben aber immer noch grobe Richtwerte, in der Praxis können die Werte im Einzelfall aufgrund verschiedener Faktoren durchaus abweichen.

Preisbeispiele aus der Praxis

Brennholzart, Menge Bearbeitungsgrad Preis
1 srm Buchenholz frisch, Scheitlänge 25 cm 75 EUR
1 srm Buchenholz ofenfertig (trocken) Scheitlänge 25 cm , Restfeuchte 15 % – 18 % 85 EUR
1 RM Hartholz, ofenfertig (trocken) Restfeuchte 20 % – 23 %, geschichtet in Einweg-Holzbox (Palette) 142 EUR
1 srm Kaminholz Buche, ofenfertig (trocken) 33 cm Scheitlänge, Restfeuchte 15 % – 18 % 82 EUR
1 RM Hartholz, frisch gespalten, gebündelt auf 1 m abgelängt 90 EUR
1 srm Kaminholz Fichte, ofenfertig (trocken) 25 cm Scheitlänge, Restfeuchte 15 % – 18 % 72 EUR

Hierbei handelt es sich nur um einzelne Beispielpreise unterschiedlicher Händler. Die für Brennholz verlangten Preise können in anderen Fällen auch deutlich unterschiedlich liegen.

Unsere Preisbeispiele zeigen aber bereits recht deutlich die Preisunterschiede zwischen frischem Holz und trockenem Holz sowie zwischen Hart- und Weichholz in unterschiedlichen Scheitlängen.

Frage: Von welchen Dingen hängt der Preis von Brennholz im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Wenn es um Brennholzpreise geht, muss man eine ganze Reihe Dinge in Betracht ziehen:

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Nicht nur die Holzart ist entscheidend für den Preis von Brennholz

  • die Holzart
  • der Bearbeitungszustand des Holzes (frisch, trocken, Scheitlänge, Verpackung
  • in welcher Region Deutschlands man das Brennholz kauft
  • die Qualität des Holzes
  • die Bezugsquelle
  • welche weiteren Leistungen in Anspruch genommen werden (Lieferung, Schichtung in Einwegbox, etc.)

Alle diese Faktoren muss man in der Praxis berücksichtigen, wenn es um die Kosten für den Brennholzvorrat geht. „Den“ Brennholzpreis gibt es daher nicht – abhängig von den einzelnen Faktoren kann es bei den Brennholz Kosten zu beträchtlichen Unterschieden kommen.

Ein Preisvergleich lohnt sich natürlich immer, insbesondere dann, wenn man größere Mengen Holz als Heizvorrat anschafft. Frisches Holz zu kaufen und für 1 – 2 Jahre selbst zu trocknen ist dabei auf jeden Fall die beste Möglichkeit, schon einmal von Anfang an Kosten zu sparen. Man muss dafür allerdings beim ersten Kauf dann die dreifache Menge Holz kaufen, die man für einen Winter braucht – was durchaus eine beträchtliche Investition bedeuten kann.

Frage: Welche Bezugsquellen gibt es für Brennholz in Deutschland?

Kostencheck-Experte: Die Haupt-Bezugsquelle in Deutschland ist sicherlich der klassische Brennstoffhandel – das muss aber nicht immer die günstigste Möglichkeit sein. Dafür gibt es hier meist auch zusätzliche Angebote wie Lieferung oder Schichtung in Einwegboxen.

In vielen Fällen kann man auch bei Forstbetrieben Holz kaufen. Vielfach liegen hier die Preise bereits etwas niedriger, insbesondere wenn man frisches Holz kauft.

Auch in Baumärkten kann man seinen Holzvorrat aufstocken – hier muss man allerdings immer genau die Preise und die angebotene Qualität prüfen.

Besonders günstig kommt man an Brennholz, wenn an Restholz oder Hölzer aus privaten Fällungen (Nachbar, Landwirte in der Umgebung, etc.) aufkauft. In den meisten Fällen muss man hier noch selber Scheite herstellen – preislich gesehen lohnt sich das aber deutlich.

Für frisches Holz, das man selbst aufbereitet, fallen oft lediglich Kosten von 25 EUR je RM oder sogar noch weniger an. Das kann sich lohnen.

Frage: Wie rechnet man die einzelnen Brennholzmaße eigentlich ineinander um?

Kostencheck-Experte: Wer Brennholz kauft, muss sich mit einigen speziellen Maßen auseinandersetzen:

  • dem Schüttraummeter (srm)
  • dem Schichtraummeter (einem Raummeter bei Schichtholz)
  • dem Raummeter
  • dem Festmeter (das man allerdings selten braucht, es gilt vorwiegend für den professionellen Holzhandel)

Für das Umrechnen der einzelnen Einheiten gibt es dabei keine „echte“ Formel – es gibt nur Schätzwerte.

Frage: Was bedeuten die einzelnen Einheiten – und wie hängen sie zusammen?

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Brennholz wird oft pro Kubikmeter verkauft
Kostencheck-Experte: In allen Fällen geht man von einem Volumen von 1 m³ aus – das wäre ein Würfel von 1 m x 1 m x 1 m.

Die Holzmenge, die lose hineingeschüttet in diesen Würfel passt, nennt man Schüttraummeter (srm).

Würde man das Holz ordentlich aufschichten, hätte bereits deutlich mehr davon im Würfel Platz. Die aufgeschichtete Holzmenge ist dann ein Schichtraummeter. Schichtet man Holz sauber auf, hat bei Scheiten in normaler Größe rund 1,5 mal so viel Platz wie lose geschüttet. 1,5 Schüttraummeter sind also ein 1 Schichtraummeter.

Bei einer Angabe von 1 Raummeter (1 rm) muss man also immer nachfragen, ob es sich um 1 Schüttraummeter oder um 1 Schichtraummeter handelt. Ansonsten zahlt man möglicherweise den 1,5fachen Preis.

Im Bereich des professionellen Holzhandels kommt auch noch das Festmeter (fm) zum Einsatz. Ein Festmeter ist genau 1 m³ Holz – ohne die Luftzwischenräume, die es auch beim Schichten noch gibt. Damit ist 1 fm auch deutlich mehr als 1 Schichtraummeter – nämlich genau 1,3 mal so viel.

Näherungsweise kann man also umrechnen:

1 Fm = 1,3 Schichtraummeter
1 Fm = 2 srm
1 m³ auf Palette = 1,6 srm

Für den Brennholzpreis ist das immer sehr wichtig. Nur bei gleicher Menge kann man tatsächlich den Preis vergleichen.

Frage: Was fängt man in der Praxis mit Kilogramm Angaben an?

Kostencheck-Experte: Hier steht man vor einem Problem – ein Umrechnen von kg in Raumeinheiten ist nicht so ohne weiteres möglich.

Wenn ein Baumarkt 850 kg Holz für 180 EUR anbietet, kann man auf den ersten Blick nicht sagen, ob das günstig oder teuer ist.

Für eine Umrechnung muss man zunächst den Umweg über die Dichte des Holzes nehmen. Handelt es sich bei unserem Angebot beispielsweise um Buchenholz, kann man wie folgt umrechnen:

1 srm Buchenholz in 33 cm langen Scheiten mit 20 % Restfeuchte wiegt 396 kg. Unser Holzangebot enspricht daher annähernd 2,15 srm. Wir bekommen damit einen Preis von 83,72 EUR/srm angeboten.

Wenn man die Werte für einzelne Holzarten im Internet nachschlägt, muss man dabei immer darauf achten, den richtigen Wert auszuwählen.

Als frisches Holz wiegt Buchenholz deutlich mehr, auch wenn man das sogenannte Darrgewicht heranzieht, geht man weit in die Irre: das Darrgewicht von Buchenholz beträgt nämlich 680 kg bei 0 % Restfeuchte.

Auch die Scheitlänge spielt eine Rolle: Für den Raummeter Buchenholz, das in 1 m Länge geschnitten und gespalten ist, kann man immer noch rund 528 kg/rm rechnen. Wichtig ist also immer, den richtigen Wert für die Umrechnung zu verwenden: kg/srm bei Scheitlänge und 20 % Restfeuchte.

Die Umrechnung anhand solcher Mittelwerte ist aber am Ende immer noch ein Näherungswert. Exakt berechnen lässt sich das nicht. Besonders schwierig wird es dann vor allem bei Mischholz (z. B. Laub-Mischholz), da man den Anteil der einzelnen Holzarten nicht kennt, jede Holzart aber ein recht unterschiedliches Gewicht hat.

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