Was kostet die Ausbildung zum Logopäden?

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Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen gehören zum Patientenkreis, denen Logopäden durch eine fundierte Behandlung helfen können. Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und den Betroffenen, eine individuell befriedigende Kommunikationsfähigkeit oder, beispielsweise nach Schlaganfällen, ein physiologisch korrektes Schlucken zu erreichen. Doch was kostet die Ausbildung zum Logopäden, welche Zugangsvoraussetzungen gibt es und was sind die Lehrgangsinhalte? Dies alles klären wir im Interview mit dem Kostencheck-Experten.

Wo findet die Ausbildung statt?

Kostencheck: Es handelt es sich um eine schulische Ausbildung, das heißt, Sie verbringen fast die gesamte Zeit an einer Berufsfachschule. Es sind ergänzende, praktische Teile vorgeschrieben, die Sie in logopädischen Praxen, Reha-Zentren oder an die Schule angeschlossenen Kliniken ableisten können.

Es ist auch möglich, Logopädie zu studieren. Dieser Studiengang schließt mit dem Zertifikat „Bachelor of Science Logopädie“ ab.

Was kostet diese Ausbildung?

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Was die Ausbildung kostet, hängt ganz vom auszubildenden Institut ab

Kostencheck: Das kommt stark darauf an, an welcher Schule Sie Ihre Ausbildung machen. Während viele staatliche Berufsfachschulen kein Schulgeld erheben, müssen Sie an privaten Einrichtungen mit einem monatlichen Lehrgangsgeld zwischen 150 und 800 EUR rechnen. Hinzu kommen in manchen Fällen Anmelde- und Prüfungsgebühren sowie Kosten für Eignungsprüfungen.

Ebenfalls einplanen müssen Sie selbst zu entrichtende Materialkosten für Bücher und Kittel, den Sie beispielsweise beim Praktikum in einem Krankenhaus benötigen. Hierfür müssen Sie nochmals etwa 500 – 750 EUR einkalkulieren.

Können Sie während der Ausbildung nicht kostenfrei bei den Eltern leben, müssen Sie zusätzlich für Ihre Lebenshaltungskosten aufkommen. Diese schwanken stark und sind unter anderem davon abhängig, in welcher Stadt Sie leben, ob Sie eine eigene Wohnung beziehen oder kostengünstig in einem Wohnheim oder einer WG unterkommen.

Kostenübersicht Preis
Miete (Wohnheim oder eigene Wohnung) 250 – 750 EUR
Ernährung 150 – 200 EUR
Kleidung 50 EUR – 150 EUR
Fahrtkosten 50 – 100 EUR
Handy und Internet 20 – 35 EUR
Freizeitgestaltung 50 – 100 EUR
Krankenversicherung 0 – 175 EUR

Obige Zahlen können nur als Anhaltspunkt dienen, da all diese Kosten stark von ihren individuellen Ansprüchen und Gewohnheiten abhängen.

Wie lässt sich das finanzieren?

Kostencheck: Da keine Ausbildungsvergütung bezahlt wird, greifen verschiedene andere Fördermöglichkeiten. So können unter Umständen:

  • BAföG
  • Meister-BAföG
  • ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit
  • eine Förderung durch die Berufsgenossenschaft
  • ein Bildungskredit

in Anspruch genommen werden. In der Regel berät Sie die Berufsfachschule bei der Frage der Finanzierung. Viele Schulen bieten beispielsweise an, die Gebühren in Raten zu begleichen, sodass die monatliche Belastung sinkt.

Welche Zugangsvoraussetzungen muss ich erfüllen?

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Ein musikalisch geschultes Gehör ist für einen Logopäden von Vorteil

Kostencheck: Um sich an einer Berufsfachschule für Logopädie bewerben zu können, müssen Sie nachfolgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen einen mittleren Schulabschluss oder alternativ den qualifizierten Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung nachweisen können.
  • Einen Nachweis über gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift erbringen.
  • Ein normales, gerne musisch trainiertes Hörvermögen besitzen.
  • Eine gesunde, angenehme und belastbare Stimme haben.
  • Psychisch stabil sein und sich gut in Menschen einfühlen können.
  • Ein offenes Wesen haben.
  • Auch dann zu Ihren Patienten Zugang finden, wenn diese kommunikationsbeeinträchtigt sind.

Sprechen Sie Ihren Heimatdialekt, ist dies kein Hinderungsgrund. Allerdings sollten Sie darüber hinaus klares Hochdeutsch beherrschen.

Muss ich vor Ausbildungsbeginn ein Praktikum vorweisen?

Kostencheck: An den meisten Schulen ist dies keine Zugangsvoraussetzung. Dennoch ist es sinnvoll, ein solches abzuleisten. Dadurch können Sie sich selbst überprüfen und erkennen, ob ein Beruf im medizinischen Bereich tatsächlich das Richtige für Sie ist.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Logopäden?

Kostencheck: Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. Während dieser Zeit ist auch das Schulgeld zu entrichten. So kann sich die für die Ausbildung aufzuwendende Summe an einer Privatschule auf bis zu 25.000 EUR summieren.

Was lerne ich in der Ausbildung?

Kostencheck: Die theoretischen Ausbildungsinhalte sind sehr umfangreich und vielfältig, was die Ausbildung ausgesprochen interessant macht. Nachfolgend nur einige der unterschiedlichen Themenbereiche:

  • Kindersprache
  • Stottern
  • Sprachstörungen
  • Schluckstörungen
  • Alexie / Agraphie
  • Lese-Rechtschreib-Schwäche
  • Anatomie und Physiologie
  • Hals- Nasen- Ohrenheilkunde
  • Psychologie
  • Pädagogik und Sonderpädagogik.

Außerdem sind Kurse in Erster Hilfe, therapeutischer Kommunikation sowie Selbsterfahrungskurse fester Ausbildungsinhalt an fast allen Schulen.

Hinzu kommen praktische Ausbildungseinheiten, die Sie in der Schule oder einer angeschlossenen Klinik unter Supervision durchführen. Auf freiwilliger Basis können Sie zusätzliche Praktika und Hospitationen ableisten, um erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.

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Die Preise für eine Logopädie-Ausbildung sind nicht einheitlich

Fazit: Die Kosten, die durch eine Logopädieausbildung auf Sie zukommen, schwanken stark und sind davon abhängig, ob Sie an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule angenommen werden. Dadurch können Sie die schulische Ausbildung kostenfrei durchlaufen oder müssen bis zu 25.000 EUR hierfür aufwenden. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten und Kosten für Unterrichtsmaterial. Um die Kosten zu decken können verschiedene Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden.