Was kostet die PTA-Ausbildung?

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PTAs sind die kompetenten Ansprechpartner in der Apotheke. Sie prüfen und geben Medikamente ab und stellen diese teils selbst her. Im Mittelpunkt der Tätigkeit steht die intensive Beratung von Kunden. Dieser spannende und abwechslungsreiche Beruf erfordert eine fundierte Ausbildung. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, was diese kostet, welche finanziellen Förderungen es gibt und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen.

Wie läuft die PTA-Ausbildung ab?

Kostencheck: Es handelt sich um eine schulische Ausbildung, die insgesamt zweieinhalb Jahre dauert. Zwei Jahre verbringen Sie an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule. Im Anschluss folgt ein sechsmonatiges Pflichtpraktikum (Anerkennungsjahr) in einer Apotheke. Hieraus ergibt sich eine Gesamtausbildungszeit von 2,5 Jahren.

Was kostet die PTA-Ausbildung?

Kostencheck: Hier kann keine einheitliche Aussage getroffen werden, denn ob Sie Schulgeld bezahlen müssen ist zunächst davon abhängig, ob Sie an einer staatlichen oder privaten Berufsfachschule angenommen werden. Während die Fachschulausbildung an einer staatlichen Einrichtung kostenfrei ist, verlangen private Berufsfachschulen ein monatliches Schulgeld in unterschiedlicher Höhe.

Aktuell müssen Sie hier monatlich:

  • im ersten Schuljahr zwischen 100 und 300 EUR
  • im zweiten Schuljahr zwischen 100 und 200 EUR

entrichten.

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An privaten Schulen entstehen Kosten von mehreren tausend Euro
Insgesamt müssen Sie also etwa 2.500 bis 6.000 EUR Schulgeld für den Besuch einer privaten PTA-Schule aufbringen. Hinzu kommen Kosten für Lehrmaterial, Schutzkleidung, Laborausrüstung, Kopien und Prüfungsgebühren, für die Sie nochmals etwa 500 EUR je Schuljahr einplanen sollten.

Können Sie während des Besuchs der PTA-Schule nicht kostenfrei bei Ihren Eltern leben, entstehen durch die Miete weitere Aufwendungen. An viele PTA-Schulen sind Wohnheime angeschlossen, in denen Sie relativ preiswert unterkommen können.

Kostenübersicht Preis
kleines Zimmer in einem Wohnheim 150 – 250 EUR /Monat
großes Zimmer in einem Wohnheim 200 – 300 EUR / Monat
WG Zimmer ab 250 EUR
Eigene Wohnung ab 400 EUR Warmmiete, je nach Bundesland und Wohnort

Hinzu kommen die Lebenshaltungskosten, deren Höhe abhängig von Ihrem individuellen Lebensstandard ist.

Wie lässt sich die Ausbildung finanzieren?

Kostencheck: Es gibt vielfältige Finanzierungsarten, die bei der förderungswürdigen Ausbildung an einer Berufsfachschule greifen. Im Einzelnen sind dies:

Förderungsmöglichkeit Informationen
Schüler-BAföG Alle Ausbildungen an Berufsfachschulen sind förderungswürdig. Schüler-BAföG ist ein Vollzuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden. Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Einkommenssituation der Eltern. Der Bedarfssatz wird in regelmäßigen Abständen angepasst. Lassen Sie sich beim Amt für Ausbildungsförderung beraten.
Bildungskredit Zinsgünstiger und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmter Kredit. Dieser wird unabhängig von Vermögen und Einkommen ausbezahlt. Monatlich können Sie bis zu 1.000 EUR erhalten, die nach Beendigung der Ausbildung in kleinen Raten zurückbezahlt werden. Informationen finden Sie im Internet, beispielsweise auf der Homepage der KfW-Bank.
Steuerliche Vergünstigungen Schulgebühren können steuerlich geltend gemacht werden und sind zu 30 Prozent als Sonderausgaben absetzbar.
Darlehen Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein zinsgünstiges Darlehen in Form einer Hypothek oder eines Policendarlehens zur Finanzierung aufgenommen werden.
Kindergeld Diese staatliche Leistung wird auch für Kinder, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befinden, gewährt.
ERASMUS-Programm Hierbei handelt es sich um ein Förderprogramm der EU. Allerdings nehmen nicht alle Schulen an diesem Programm teil. Lassen Sie sich vor Antragstellung beraten.
Berufsausbildungsbeihilfe BAB Diese können Sie erhalten, wenn Sie während des Besuchs der PTA-Schule nicht bei den Eltern leben. Zuständig ist die Agentur für Arbeit.
Rentenversicherungsträger Können Sie aufgrund einer Behinderung Ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausüben und möchten unter Berücksichtigung der Behinderung umschulen, fördert die Deutsche Rentenversicherung diese Maßnahme finanziell.
Berufsförderungsdienst der Bundeswehr Zeitsoldaten/innen haben, entsprechend dem Besoldungsgesetz, die Möglichkeit dieser Förderung. Informationen erhalten Sie vom zuständigen Kreiswehrersatzamt.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um an einer Schule angenommen zu werden?

Kostencheck: Sie sollten über einen mittleren Bildungsabschluss verfügen. Gute schulische Leistungen in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern sind von Vorteil.

Was lerne ich in der PTA-Schule?

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Theoretischer und praktischer Unterricht wechseln sich bei der PTA-Ausbildung ab
Kostencheck: Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie:

  • Pharmazeutische Chemie
  • Galenik
  • Botanik
  • Drogenkunde
  • Arzneimittelkunde
  • Ernährungskunde
  • Diätik
  • Körperpflegekunde
  • Gesetzeskunde

Praktische Übungen wie die Erkennung von Arzneipflanzen, die Herstellung verschiedener Arzneiformen sowie zum heute üblichen Umgang mit den in einer Apotheke eingesetzten EDV-Programmen ergänzen den theoretischen Unterricht.

Wo kann ich mich nach der Ausbildung bewerben?

Kostencheck: Der Beruf der PTA darf nur mit staatlicher Anerkennung, die Sie nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten, ausgeübt werden. Im Anschluss können Sie nicht nur in Apotheken, sondern auch in der Industrie, an Universitäten oder in der Verwaltung tätig werden.

Was verdiene ich während und nach der Ausbildung?

Kostencheck: Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, bekommen Sie in dieser Zeit keinen Lohn. Gilt im Praktikumsbetrieb der Tarifvertrag für Apothekenmitarbeiter, beträgt Ihr Gehalt als Praktikant/in bis zu 600 EUR. Als Einstiegsgehalt dürfen Sie mit 2.000 bis 3000 EUR brutto rechnen. PT

Dabei handelt es sich allerdings nur um Richtwerte. Wie die Ausbildungskosten variiert auch das Gehalt, abhängig von Bundesland und Wohnort, der Branche und den angewandten Tarifverordnungen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbilder: Gligatron/Shutterstock, science photo/Shutterstock, eldar nurkovic/Shutterstock