Berufswunsch Podologe – was kostet die Ausbildung?

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Die Erstausbildung oder Umschulung zum Podologen eröffnet sehr interessante Möglichkeiten. Anders als bei der kosmetischen Fußpflege kümmern Sie sich in diesem Beruf um die Fußgesundheit. Durch Ihre Hilfe lassen sich Schmerzen beim Laufen lindern oder sogar beheben und Sie geben Ihren Patienten viel Lebensqualität zurück. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, was die Ausbildung kostet, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen und viele weitere, spannende Details.

Was ist ein Podologe?

Kostencheck: Es handelt sich um einen nichtärztlichen Beruf im Gesundheitswesen. Wörtlich übersetzt bedeutet der aus dem griechischen stammende Begriff „Lehre des Fußes“. Podologen widmen sich nur am Rand der kosmetischen Pflege der Füße, vielmehr geht es um Prävention und Therapie dieser Basis unseres Körpers. Zu Ihren künftigen Aufgaben zählen beispielsweise:

  • Fußbehandlungen in Absprache mit Ärzten.
  • Klärung und Beseitigung von Beschwerden.
  • Prävention von Fußerkrankungen.
  • Mobilisierende Fußmassagen.
  • Anfertigung von Druckentlastungen und Orthosen.
  • Behandlung von Nagelmissbildungen, Verhornungen, Hühneraugen und Warzen.

Was kostet die Ausbildung zum Podologen?

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Die Ausbildung zum Podologen dauert zwei bis drei Jahre

Kostencheck: Die Ausbildung zum Podologen ist bundeseinheitlich geregelt. Sie dauert mindestens zwei Jahre, während denen Sie eine Berufsfachschule besuchen. Für diese ist Schulgeld in unterschiedlicher Höhe zu entrichten. Hierzu kommen unter Umständen Aufnahme- und Prüfungsgebühren sowie Kosten für die Lehr- und Verbrauchsmaterialien:

KostenübersichtPreis
Aufnahmegebühr0 – 100 EUR
Schulgebühr60 – 350 EUR monatlich.
Prüfungsgebühr250 – 500 EUR
Lehrmaterialien, 2 Fräser- und Instrumentensätze, Verbrauchsmaterialien650 – 800 EUR je Ausbildungsjahr

Öffentliche Schulen sind, mit Ausnahme der Aufnahme- und Prüfungsgebühren, häufig sogar kostenfrei. Bei einer Ausbildung in Teilzeit ist das Schulgeld pro Monat an fast allen privaten Berufsfachschulen günstiger als bei Vollzeitausbildung. Dadurch ergibt sich eine Kostenspanne zwischen 2.000 und 7.500 EUR. Dieser Betrag kann nach oben oder unten etwas abweichen, abhängig von der genauen Höhe des Schulgelds.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Kostencheck: Das kommt darauf an, ob Sie diese in Voll- oder Teilzeit absolvieren. In Vollzeit dauert diese zwei Jahre, in Teilzeit bis zu vier Jahre.

Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es?

Kostencheck: Wie bei allen Ausbildungen und Umschuldungen hängen die Förderungsmöglichkeiten von Ihrer individuellen Lebenssituation ab. Bei Erstausbildung besteht die Möglichkeit, BAföG zu beantragen.

Möchten Sie sich zum Podologen umschulen oder weiterbilden, gibt es nachfolgende Förderungsmöglichkeiten:

  • Rentenversicherungsträger
  • Berufsgenossenschaft
  • AFBG (Aufstiegsförderungsgesetz)
  • Bildungsgutschein.

Genaue Auskunft erteilen die zuständigen Stellen. Finanzieren Sie die Ausbildung aus eigener Tasche, können Sie die Ausgaben steuerlich geltend machen.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Kostencheck: Die Zugangsbedingungen der einzelnen Schulen unterscheiden sich etwas. In der Regel müssen Sie einen der nachfolgenden Abschlüsse nachweisen können:

  • Realschulabschluss oder gleichwertigen Abschluss,
  • Hauptschulabschluss mit abgeschlossener, zweijähriger Ausbildung,
  • Hauptschulabschluss mit erweiterndem 10. Schuljahr.

Zudem wird eine ärztliche Bescheinigung über die Eignung für die Ausübung des Berufes verlangt. Eine Altersbegrenzung wie in vielen anderen medizinischen Berufen gibt es nicht.

Für die Aufnahme an vielen Schulen müssen Sie zusätzlich einen Eignungstest bestehen, der sich in einen schriftlichen und praktischen Teil gliedert. Überprüft werden beispielsweise:

  • Konzentrations- und Merkfähigkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sprachverständnis
  • die feinmotorischen Fähigkeiten
  • Ihre Motive, diesen Beruf zu wählen.

Für wen eignet sich diese Ausbildung oder Umschulung?

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Die Aufgaben eines Podologen sind vielfältig

Kostencheck: Als Erstausbildung eignete sich Podologie für jeden, der sich gerne mit Fußgesundheit und Fußpflege beschäftigt. Haben Sie bereits einen Beruf im medizinischen Bereich erlernt, ist Podologie als Zusatzqualifikation und Weiterbildung interessant. Sie können in auf Ihre bisherigen Berufserfahrungen aufbauen und diese in die neue Tätigkeit einfließen lassen. Aber auch für Personen, die gerne im Kontakt mit Menschen stehen und die eine erfüllende Tätigkeit im medizinischen Bereich suchen, ist die Umschulung zum Podologen eine interessante Alternative.

Wie gestalten sich die Ausbildungsinhalte?

Kostencheck: Diese gliedern sich in theoretischen und praktischen Unterricht an der Berufsfachschule sowie Pflichtpraktika, die Sie an geeigneten medizinischen Einrichtungen absolvieren müssen. Auf dem Stundenplan stehen Unterrichtsfächer wie:

  • Anatomie und Physiologie
  • Krankheitslehre
  • Rehabilitation
  • Prävention
  • Verbandstechniken
  • Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde.

Hinzu kommt meist ein Erste-Hilfe-Kurs.

Nachdem Sie eine schriftliche, praktische und mündliche Prüfung abgelegt haben, dürfen Sie die Berufsbezeichnung Podologe/Podologin führen.

Gibt es die Möglichkeit der Ausbildungsverkürzung?

Kostencheck: Kosmetiker, Masseure, medizinische Bademeister sowie Fußpfleger können eine verkürzte, nur 16 Monate dauernde Ausbildung zum Podologen absolvieren.

Wie sind die späteren Berufsaussichten?

Kostencheck: Zu Ihren Patienten werden überwiegend ältere Menschen und Diabetiker zählen. Aufgrund des demografischen Wandels und unserer Lebensgewohnheiten steigt die Zahl dieser Personen stetig. Dadurch hat der Beruf des Podologen ein starkes Wachstum zu verzeichnen und die späteren Berufsaussichten sind als sehr gut zu bezeichnen.