Balkonsanierung: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Eine rechtzeitige Balkonsanierung ist wichtig, um teure Schäden am Balkon und am Gebäude zu vermeiden. Was eine solche Sanierung kosten kann, und wovon die Kosten im Wesentlichen abhängen, verrät ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was wird bei einer Balkonsanierung überhaupt gemacht?

Kostencheck-Experte: In erster Linie geht es darum, die Schäden an der Substanz zu beseitigen, Risse zu schließen und wieder eine dichte Oberfläche herzustellen. Das geschieht in der Regel mit entsprechenden Dichtmitteln und Abdichtungen.

Bei einer frühzeitigen Sanierung (wenn man nur leichte Schäden sehen kann) genügt oft auch eine Abdichtung des Balkons allein. Sind die Schäden jedoch massiver, muss oft auch an der Substanz bereits nachgebessert werden.

Bei schweren Schäden kann die Tragfähigkeit des Balkons so weit in Mitleidenschaft gezogen sein, dass nur noch ein Totalabriss möglich ist. Das sollte man natürlich unbedingt vermeiden.

Frage: Was kostet eine Balkonsanierung?

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Eine umfangreiche Balkonsanierung kann durchaus mehr als 100€ pro qm kosten
Kostencheck-Experte: Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Im Wesentlichen hängen die Kosten von den erforderlichen Sanierungsmaßnahmen und vom allgemeinen Ausmaß der Schäden ab.

Werden die Arbeiten von einem Fachunternehmen durchgeführt, kann man in den meisten Fällen bei mittelschweren Schäden von rund 100 EUR pro m² bis 200 EUR pro m² Balkonfläche ausgehen. In Einzelfällen können Sanierungskosten bei schweren Schäden aber deutlich höher liegen.

Ein typisches Kostenbeispiel aus der Praxis:

Bei einem Balkon mit mittelschweren Schäden in der Größe von rund 8 m² wird vom Fachmann saniert und abgedichtet.

Posten Preis
Alten Belag entfernen 270 EUR
Balkon spachteln 420 EUR
Abdichtung mit 3 Schichten Flüssigkunststoff 580 EUR
Gesamtkosten 1.270 EUR

Das ist natürlich nur ein Kostenbeispiel. Je nach Situation können diese Kosten bei anderen Balkonen auch deutlich höher ausfallen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten einer Balkonsanierung im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Ganz wesentlicher Faktor für die Sanierungskosten ist das Ausmaß der Schäden. Je mehr an der Bausubstanz selbst geschädigt ist, desto aufwändiger (und damit teurer) ist die Sanierung. Darum sollte immer möglichst frühzeitig saniert werden.

Weitere Faktoren sind:

  • die bauliche Situation vor Ort
  • eventuell vorhandene Altbeläge und
  • die Sanierungsmethoden, die verwendet werden

Daneben spielt natürlich die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens auch eine Rolle für die Kosten – die Preise können hier von Anbieter zu Anbieter durchaus unterschiedlich liegen.

Frage: Woran erkennt man das Ausmaß des Schadens?

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Nicht immer sind die Schäden so offensichtlich wie hier
Leichte Undichtigkeiten erkennt man meist gar nicht sofort – gerade bei in die Jahre gekommenen Balkonen sind sie aber so gut wie immer vorhanden.

Schwere Schäden, wie etwa eine deutlich sichtbare Rissbildung oder das sich Ablösen von Fliesenbelägen sind dagegen häufig deutlich sichtbar – und ein Zeichen, dass eine Sanierung dringend erforderlich ist.

Inwieweit dann auch die Bausubstanz des Balkons bereits geschädigt ist kann hingegen nur der Fachmann zuverlässig beurteilen.

Frage: Warum sind vorhandene Altbeläge ein Kostenfaktor?

Kostencheck-Experte: Fliesenbeläge müssen vor der Sanierung abgestemmt und die alten Fliesen entsorgt werden. Das kostet Zeit, für die Entsorgung fallen ebenfalls Kosten an.

Fliesenbeläge sind dabei vergleichsweise leicht zu entfernen – bituminöse oder stark haftende, kunststoffhältige Altlanstriche können dagegen beim Entfernen deutlich mehr Probleme machen. Der hohe Aufwand verteuert dann die Gesamtkosten.

In unserem Kostenbeispiel haben wir lediglich einen Fliesenbelag entfernen lassen. Was wir allerdings nicht mit eingerechnet haben, ist das Anbringen eines neuen Fliesenbelags. Je nach Art der Fliesen müssen Sie dafür rund 100 EUR pro m² zusätzlich rechnen, wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.

Frage: Welche Abdichtmethoden gibt es?

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Die Dichtheit des Bodens ist essentiell
Die einfachste, kostengünstigste und wirkungsvollste Abdichtung bei leichten Schäden ist das Verwenden von Flüssigkunststoffen, die in mehreren Schichten aufgebracht werden. Dabei entstehen Materialkosten von rund 60 EUR pro m² bis 80 EUR pro m² und Arbeitskosten von insgesamt rund 30 EUR pro m² – 50 EUR pro m².

Abdichtungen mit Schweißbahnen oder (selten) auch Kunststofffolien sind aufwändiger und fehleranfälliger. Die meist sehr teuren Dichtschlämmen werden in der Praxis eher selten eingesetzt.

Frage: Inwieweit spielt die bauliche Situation eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Nicht alle Balkone sind gleich einfach zu sanieren. Nehmen wir als Beispiel ein vorhandenes Geländer, das für eine komplette Sanierung zunächst abgebaut und später wieder montiert werden muss.

Die meisten Unternehmen verrechnen dafür zwischen 10 EUR und 20 EUR je Laufmeter Geländer. Das kann die Kosten beispielsweise deutlich verteuern. Wenn lediglich eine betonierte Brüstung vorhanden ist, entfallen diese Kosten dagegen.

Frage: Wie lässt sich bei der Sanierung sparen?

Kostencheck-Experte: Jede frühzeitige Sanierung verhindert spätere, teure Schäden sehr wirksam – das ist in der Regel die beste Methode.

Sparen lässt sich aber auch durch Eigenleistung: Viele Arbeiten, wie etwa das Entfernen der Fliesen in unserem Beispiel, lassen sich auch selbst durchführen, wenn man etwas Geschick mitbringt. Auch das notwendige Spachteln kann man – eventuell auch nach Anleitung durch das Fachunternehmen – oft selbst durchführen.

Das Abdichten selbst sollte man dagegen wirklich den Fachleuten überlassen. Schon kleine Fehler können dafür sorgen, dass die Abdichtmaßnahme insgesamt wirkungslos bleibt und weiterhin Wasser die Bausubstanz schädigt. Die korrekte Ausführung von Abdichtungen erfordert Erfahrung und Sachkenntnis und sollte daher dem Fachmann überlassen bleiben.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: Andy Dean Photography/Shutterstock, joserpizarro/Shutterstock, AndyGru/Shutterstock, Zontica/Shutterstock