Metalldach – mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Klassische Dacheindeckungen aus Dachziegeln oder Betonsteinen finden in den letzten Jahren immer mehr Alternativen – darunter auch Metalldächer. Was ein Metalldach kosten kann und welche Preise und Preisunterschiede es dabei gibt, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Welche Dächer lassen sich überhaupt mit Metall bedecken?

Kostencheck-Experte: Grundsätzlich ist das bei jedem Dach und bei jeder Dachform möglich. Auch ein Satteldach oder ein Walmdach lässt sich heute mit Metallplatten belegen, die dann meist die Form von klassischen Dachziegeln haben. Sie bestehen häufig aus zwei Metalllagen, die durch eine Dämmung voneinander getrennt sind, damit man die für Metallbedachungen so typischen Prasselgeräusche bei Regen kaum mehr hört.

Schräg- und Steildächer mit Metallbedachung sind heute aber eher noch die Ausnahme – das hängt nicht zuletzt mit den Kosten zusammen, die eine solche Bedachung verursachen kann.

Flachdächer und Pultdächer werden dagegen bereits häufiger mit Metall eingedeckt. Zu den zahlreichen Vorteilen eines Metalldachs gehört unter anderem, dass sie praktisch nicht vermosen – etwas das bei klassischen Ziegeldächern fast unvermeidbar ist.

Ein Metalldach ist dabei auch sehr leicht und besitzt trotz des geringen Eigengewichts eine hohe Tragfähigkeit – damit lassen sich die Tragkonstruktionen von Dächern deutlich leichter ausführen, was wiederum Kosten spart.

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Ein Metalldach ist schnell gedeckt
Auch das Eindecken eines Dachs mit Metall geht sehr schnell – es lassen sich wegen der hohen Tragfähigkeit gleich große Flächen auf einmal decken. Damit wird wiederum bei der Montage Arbeitszeit und damit Kosten gespart.

Metalldächer sind auch wenig empfindlich bei Stürmen (anders als klassische Dachziegel, die sich trotz Befestigung mit sogenannten Sturmklammern bei schweren Stürmen lösen können und beim Herunterfallen dann schweren Schaden anrichten). Hagel haben Metalldächer dagegen nur wenig entgegenzusetzen – hier kommt es oft zu unschönen Beulen. Auch Rost kann bei manchen Materialien ein Problem sein, zumindest auf lange Sicht und meist nur bei nicht optimaler Montage der Metalleindeckung. Im Allgemeinen sind Metalldächer aber sehr langlebig und problemlos.

Die Haltbarkeit und die Widerstandsfähigkeit eines Metalldachs steigen natürlich mit der Art und Qualität des verwendeten Materials – das ist aber dann natürlich auch immer eine Frage des Preises.

Frage: Was kosten Metalldächer?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal kaum sagen – hier spielen natürlich die Art des verwendeten Metalls und die Dachform eine wesentliche Rolle.

Bei einfachen Metalldächern aus Stahlblech müssen Sie in der Regel aber von Kosten für die Eindeckung im Bereich von rund 10 EUR pro m² ausgehen.

Hochwertigere Metalle (etwa Titanzink-Metall) können dann auch leicht das Doppelte kosten. Aluminium liegt preislich im Allgemeinen bei rund 40 EUR pro m², für Kupfer oder Edelstahl müssen Sie meist schon über 100 EUR pro m² bei der Eindeckung rechnen.

Es gilt also immer schon im Vorfeld zwischen Optik, Exklusivität und Nutzen abzuwägen – jedes der Metalle hat unterschiedliche Eigenschaften, die man berücksichtigen muss.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir nehmen unsere alte Dacheindeckung aus Dachziegeln ab und lassen das Dach mit Metalldachplatten in Dachziegeloptik decken. Die Größe der Dachfläche beträgt in unserem Fall 126 m². Da wir unseren Dachboden nicht nutzen, lassen wir nur zwei transparente Lichtplatten für mehr Licht im Dachraum und einen Dachausstieg mit einbauen. Unser Dach ist ein einfaches Satteldach ohne Gauben oder Kehlen.

Es entstehen uns für die Dacheindeckung folgende Kosten (reine Materialkosten):

Posten Preis
Dachplatten Metall rotbraun 2.981 EUR
Ortgangsprofile 430 EUR
Bogenfirstkappen und Start- und Endkappen 207 EUR
Traufbleche 161 EUR
Schrauben 148 EUR
2 Lichtplatten 149 EUR
Dachausstieg 217 EUR
Gesamtkosten Material 4.293 EUR
Gesamtkosten Material ohne Sonderzubehör 3.927 EUR
das sind 31,17 EUR pro m² Dachfläche

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Metalldächer sind teurer als Ziegeldächer
Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel, das lediglich für ein bestimmtes Dach und eine bestimmte Art der Eindeckung gilt. Die Kosten können für anders gestaltete Dächer oder andere Ausführungen bei der Eindeckung natürlich deutlich unterschiedlich ausfallen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits recht deutlich, dass die Materialkosten beim Metalldach bereits deutlich über den herkömmlichen Eindeckmaterialien (Dachziegel, Dachsteine). Für die beliebte Frankfurter Pfanne muss man meist rund 8 EUR pro m² bis 12 EUR pro m² rechnen, ein Doppelmuldenfalzziegel ist in vielen Fällen auch schon ab 15 EUR pro m² zu bekommen – Betondachsteine sind häufig noch deutlich günstiger (ab rund 5 EUR pro m² bis 7 EUR pro m²).

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für ein Metalldach im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Zunächst einmal spielen natürlich die Dachform und vor allem das verwendete Eindeckmaterial eine Rolle für den Preis.

Daneben kommen aber auch noch andere Faktoren zum Tragen:

  • die Ausführung der einzelnen Dachplatten
  • das eingebaute Zubehör
  • die Kosten für die Unterkonstruktion (beim Steildach für alle Eindeckarten gleich)
  • die Kosten für die Dachdämmung (beim Steildach ebenfalls gleich für alle Arten der Eindeckung)
  • die Kosten für das Anbringen der Dacheindeckung (häufig geringer als beim Ziegeldach oder bei Betondachsteinen)

Alle diese Faktoren haben Auswirkungen auf den Preis beim Metalldach. Pauschale Preisangaben machen daher nur wenig Sinn, man muss die Kosten immer bezogen auf den jeweiligen individuellen Einzelfall ermitteln.

Frage: Inwiefern spielt die Dachform eine Rolle für den Preis?

Kostencheck-Experte: Es macht natürlich einen deutlichen Unterschied, ob man ein Flachdach oder Pultdach oder ein Walmdach eindeckt – der Aufwand beim Eindecken und der Materialverbrauch sind hier deutlich unterschiedlich.

Bei einem Flachdach oder bei einem Pultdach muss beispielsweise kein First ausgebildet werden, Walm- und Krüppelwalmdächer mit ihren mehrfach gewinkelten Flächen sind natürlich aufwendiger beim Eindecken als ein gerades, gleichseitiges Satteldach.

Die Unterschiede halten sich bei gleicher Dachgröße meist aber in Grenzen. Vorhandene Gauben und Kehlen können den Preis aber dann deutlich verteuern, komplizierte Dachgeometrien führen in der Regel ebenfalls häufig zu beträchtlichen Mehrkosten.

Frage: Welche Materialien kommen bei Metalldächern zum Einsatz und was kosten sie?

Kostencheck-Experte: Bei Metalldächern findet man heute vor allem:

  • Zinkbleche
  • Titanzinkbleche
  • Aluminium
  • Kupfer und
  • Edelstahl

Dabei kann es natürlich unterschiedliche Ausführungen bei den einzelnen Dachplatten geben – etwa aus zwei dünnen Metallschichten, die durch eine dazwischen liegende Dämmung voneinander getrennt sind.

Die Materialien an sich sind sehr unterschiedlich teuer – in der nachfolgenden Tabelle finden sich einige grobe Richtpreise zur Orientierung:

Material Preis pro m² (Richtpreis)
Zinkbleche 8 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²
Titanzinkbleche 15 EUR pro m² bis 20 EUR pro m²
Aluminium rund 40 EUR pro m²
Kupfer rund 100 EUR pro m²
Edelstahl ab 100 EUR pro m², hochwertige Varianten oft auch 130 EUR pro m² bis 140 EUR pro m²

Diese Preise sind, wie schon erwähnt nur grobe Richtpreise – sie zeigen aber, wie groß die Kostenunterschiede in der Praxis sein können.

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Zink ist günstig aber wenig widerstandsfähig
Zinkbleche sind häufig noch empfindlich gegenüber Witterungseinflüssen und können unter ungünstigen Umständen im Lauf der Zeit Rost ansetzen.

Aluminium ist ein sehr weiches Material, das häufig bei Hagel oder anderen mechanischen Belastungen unschöne Dellen und Beulen bekommt, die dann sichtbar bleiben. Dafür ist es aber von Natur aus völlig rostfrei und nimmt durch die Witterung keinen Schaden.

Kupfer ist ein sehr edles Metall, das im Lauf der Zeit durch Korrosion die sehr geschätzte Patina (Grünfärbung) ansetzt. Wie viele Jahrhunderte alte Kupferdächer beweisen, ist es gegenüber allen Witterungsbedingungen sehr unempfindlich.

Kupfer und Edelstahl sind vor allem wegen ihrer Wertigkeit und aus optischen Gründen sehr geschätzt und deshalb auch entsprechend teuer.

Frage: Spielt auch die Ausführung eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Ja, selbst bei vergleichsweise ähnlichen Produkten eines Herstellers gibt es ja immer Ausführungsunterschiede. So kostet bei unserem Kostenbeispiel hochglänzende Varianten beispielsweise bereits 200 EUR bis 300 EUR mehr, bezogen auf den Quadratmeter Dachfläche ist das ein Unterschied von rund 2 EUR pro m² bis 3 EUR pro m².

Die besonders schallgedämmte Ausführung unserer Dacheindeckung würde ungefähr 1.300 EUR mehr kosten, das wären auf den Quadratmeter umgerechnet dann bereits Mehrkosten von rund 10 EUR pro m².

Die Ausführung hat also durchaus unter Umständen auch beträchtliche Auswirkungen auf den Preis, selbst bei ähnlichen Modellen des gleichen Herstellers.

Frage: Rechnet sich eine Eindeckung aus Metall gegenüber einer klassischen Eindeckung mit Ziegeln oder Dachsteinen?

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Das schnelle Eindecken bedeutet eine deutliche Einsparung
Kostencheck-Experte: Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Beim Decken des Steildachs gibt es durchaus kleinere Kostenunterschiede gegenüber Dachziegeln, da geringfügig schneller gearbeitet werden kann. Die Unterschiede gleichen aber den höheren Materialpreis in der Regel nicht ganz aus.

Auch die Frage der Haltbarkeit kann man nicht pauschal beantworten. Auch Ziegeldächer können bei sorgfältiger Pflege und bei hochwertigen Dachziegeln gut und gerne 50 Jahre lang halten – damit spielt die Frage der Lebensdauer bei Metalldächern eigentlich eine untergeordnete Rolle.

Rein finanziell gesehen lohnt sich beim Steildach eine Metalldeckung also nicht unbedingt – es sei denn man möchte unbedingt ein imposantes Kupferdach.

Beim Flachdach kann das anders aussehen. Die hohe Anfälligkeit von Bitumendachdeckungen, die ein regelmäßiges Kontrollieren und Ausbessern des Dachs (meist sind jährliche Inspektionen ratsam) nötig macht, verursacht hohe Kosten, die beim Metalldach meist wegfallen.

Der Materialpreis liegt bei Bitumendachbahnen in den meisten Fällen auch zwischen 10 EUR pro m² und 15 EUR pro m², dazu kommen die häufigen Ausbesserungsarbeiten und das Aufbringen neuer Schweißbahnen in regelmäßigen Abständen. Bei einer Bedeckung mit Titanzinkblechen (Materialpreis 15 EUR pro m² bis 20 EUR pro m²) fällt dieser zusätzliche Aufwand weg, die Metalldeckung rechnet sich also schon mittelfristig.

Werden kostengünstige Zinkbleche (Materialpreis 7 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²) verwendet, kommt die Eindeckung oft sogar schon günstiger als eine Bitumenabdichtung des Flachdachs.

Während beim Steildach also kaum Kostenvorteile zu erzielen sind, kann das beim Flachdach in vielen Fällen deutlich anders aussehen. Besonders langfristig kann hier durch ein Metalldach statt ein Bitumendach der Kostenaufwand für die Erhaltung des Dachs deutlich gesenkt werden.

Text: Kostencheck.de
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