Bodenplatte: Welche Kosten pro m² fallen an?

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Wer ein Fundament für sein nicht unterkellertes Haus oder für die neue Garage braucht, muss in der Regel eine Bodenplatte herstellen lassen. Welche Kosten dafür anfallen, und welche Ausführungen und Kostenunterschiede es dabei gibt, verrät Ihnen ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Gleich vorweg: Kann man eine Bodenplatte nicht einfach so betonieren?

Kostencheck-Experte: Das geht vielleicht dann, wenn Sie ein 5 m² großes Gartenhaus aus Holz daraufstellen wollen. Überall dort, wo nennenswerte Gewichte und massive Gebäude auf die Bodenplatte kommen, ist ein Fundamentplan zwingend erforderlich.

Aus dem Fundamentplan kann man dann ersehen, welche Betonqualität und welche Bewehrung an welcher Stelle nötig ist und wie stark die Bodenplatte gegossen werden muss.

Für ein Streifenfundament gilt übrigens das Gleiche in der Praxis, hier werden vom Fundamentplan dann auch noch zusätzlich die exakten Positionen der einzelnen Fundamentstreifen vorgeschrieben.

Einfach den nächstbesten Beton in eine passend große Grube zu kippen, funktioniert also nicht. Man muss sich schon genau an den Fundamentplan vom Statiker oder vom Architekten halten. Die geplante Ausführung bestimmt dann auch den Preis für die Bodenplatte recht maßgeblich.

Frage: Wie viel muss man für eine Bodenplatte ungefähr pro m² rechnen?

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Die Kosten für eine Bodenplatte hängen von verschiedenen Faktoren ab
Kostencheck-Experte: Ein mal abgesehen von speziellen Konstruktionen und schwierigen Bauplätzen kann man in der Regel von einem Preisbereich von 70 EUR pro m² – 100 EUR pro m² ausgehen.

Das gilt aber nur für die Bodenplatte selbst – zusätzliche Leistungen wie das Auskoffern des Erdreichs oder das Anlegen einer Sauberkeitsschicht und Perimeterdämmungen bleiben dabei einmal unberücksichtigt, die Schalung ist allerdings schon mit drin.

Ein Kostenbeispiel aus der Praxis:

Für ein Fertighaus mit einer Grundfläche von 85 m² wird eine Fundamentplatte in der Stärke von 25 cm gegossen. Die Auskofferung und die Sauberkeitsschicht, ebenso wie die Fundamentdämmung hat der Bauherr nach Vorgabe bereits selbst angelegt.

Posten Preis
Fundamentplatte 25 cm komplett inkl.Schalung 6.970 EUR
Kosten pro m² 82 EUR pro m²

Dabei handelt es sich natürlich nur um ein Beispielprojekt. Die Ausführung einer Bodenplatte ist immer projektbezogen sehr unterschiedlich, damit können sich die Kosten pro m² Bodenplatte auch von Baustelle zu Baustelle stark unterscheiden.

Frage: Wovon hängen die Gesamtkosten des Projekts „Bodenplatte“ ab?

Kostencheck-Experte: Nun – zunächst einmal spielen hier folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Art der Bodenplatte (z.B. spezielle Thermofundamente)
  • die Art der Bewehrung
  • die Art der verwendeten Schalung
  • ob es Frostschürzen gibt oder nicht
  • die Art des verwendeten Betons
  • die Kosten für die Auskofferung
  • die Art der Sauberkeitsschicht

Frage: Inwieweit beeinflusst die Art der Bodenplatte die Kosten für die Erstellung?

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Besondere Thermo-Fundamente sind deutlich teurer
Kostencheck-Experte: Wenn wir von klassischen, auf übliche Art bewehrten Bodenplatten sprechen, liegen wir preislich etwa im angegebenen Rahmen von 70 EUR pro m² bis 100 EUR pro m².

Besondere Thermo-Fundamente, haben, wie oben bereits erwähnt, aber deutlich andere Preise. Im Allgemeinen müssen Sie hier für die Bodenplatte durchaus 135 EUR pro m² oder sogar bis zu 150 EUR pro m² veranschlagen. Diese speziellen Fundamente machen es später möglich, auf einen zusätzlichen Estrich zu verzichten, und bieten auch sonst noch einige Vorteile. Preislich lohnt sich das manchmal knapp.

Frage: Gibt es nicht auch Bodenplatten aus Holz statt aus Beton?

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Eine Bodenplatte aus Holz kann günstiger sein als eine aus Beton
Kostencheck-Experte: Bei einer Bodenplatte aus Holz (das ist tatsächlich möglich!) entstehen in der Praxis völlig andere Kosten, die insgesamt aber manchmal sogar geringer ausfallen (allerdings nicht immer).

Holz und Beton sind hier nur anhand der Gesamtkosten zu vergleichen – da Holz eine deutlich bessere Wärmedämmung bietet als Beton kann oft auf zusätzliche Dämmmaßnahmen verzichtet werden, was bei den Gesamtkosten wieder sparen hilft.

In manchen Fällen werden Holz-Bodenplatten auch auf eine mit Eichenbalken begrenzte Schicht aus Schaumglasschotter gestellt, was eine hervorragende Dämmung ermöglicht. Aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Möglichkeiten lassen sich die Kosten aber nur sehr schwer vergleichen, am besten vergleicht man deshalb immer individuelle, konkrete Angebote verschiedener Hersteller.

Frage: Gibt es noch andere Arten von Bodenplatten, die man ebenfalls in Erwägung ziehen könnte?

Kostencheck-Experte: Eine moderne Entwicklung ist Stahlfaser-Beton. Für Bodenplatten ist das Material recht vorteilhaft – auch im Hinblick auf die Kosten.

Stahlfaserbeton braucht keine aufwändige Bewehrung – damit fallen viele (teure) Arbeitsschritte weg. In manchen Fällen können die Herstellungskosten um bis zu 25 % geringer sein als bei klassischem, bewehrten Beton.

Dazu kommt auch, dass spätere Schäden am Beton, die meist durch die Korrosion der Bewehrung und nachfolgende Carbonatisierung entstehen, bei Stahlfaserbeton praktisch völlig ausgeschlossen sind.

Welche Ersparnisse durch den Einsatz von Stahlfaserbeton genau möglich sind, und ob überhaupt hängt aber wieder von den Gegebenheiten vor Ort und den individuellen Anforderungen an die Bodenplatte ab.

Frage: Welche Kosten fallen für die Bewehrung in der Regel an?

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Die Kosten für die Bewehrung variieren stark
Kostencheck-Experte: Die Art und die Lage der Bewehrung wird nach den statischen Berechnungen für die Bodenplatte festgelegt. Die so geforderte Bewehrung muss immer sehr genau und sorgfältig umgesetzt werden, da die spätere Tragfähigkeit der Bodenplatte ganz wesentlich davon abhängt.

Die Kosten sind daher individuell recht unterschiedlich – im Allgemeinen können Sie jedoch von Kosten zwischen 70 EUR und 220 EUR je Armierungsmatte ausgehen.

Frage: Welche Kosten muss man für die Schalung ungefähr rechnen?

Kostencheck-Experte: Auch hier hängt es natürlich immer von den Gegebenheiten auf der Baustelle ab, welche Kosten für die Schalung genau anfallen.

Als groben Richtpreis können Sie aber immer von rund 10 EUR pro m³ Schalungsmaterial ausgehen.

Je nach Art der Schalung und der Schalelemente (Schaltafeln oder eine sogenannte „verlorene Schalung“) können die Kosten dafür aber immer ein wenig abweichen.

Frage: Inwieweit spielen Frostschürzen für die Kosten eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Eine Frostschürze ist ein seitlich um die Bodenplatte umlaufendes Streifenfundament, das bis in frostfreie Tiefe reicht. Sie werden meist direkt gleichzeitig mit der Bodenplatte gegossen.

Frostschürzen sind wichtig, um später ein Auffrieren der Bodenplatte zu verhindern. Je nach Region, in der gebaut wird, liegt der frostfreie Bereich allerdings unterschiedlich tief – in den meisten Gegenden Deutschlands ist das eine Tiefe von rund 80 cm, Dort, wo besonders strenge Winter herrschen, kann der frostfreie Bereich allerdings auch erst in 150 cm Tiefe zu finden sein.

Die höheren Kosten bei einer Frostschürze werden vor allem durch den Mehrverbrauch an Beton und Schalungsmaterial verursacht, auch der Arbeitsaufwand ist natürlich höher. Abhängig ist das aber immer davon, wie tief die Bodenplatte generell eingebaut wird, und in welcher Tiefe der frostfreie Bereich beim Bauplatz liegt.

Frage: Das führt uns direkt zur nächsten Frage: Mit welchen Kosten für den Beton muss man beim Gießen einer Bodenplatte rechnen?

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Transportbeton kostet um die 150€
Kostencheck-Experte: Fundamentplatten werden in der Regel mithilfe von Transportbeton hergestellt.

Die individuellen Vorgaben für die Art des Betons, die Festigkeitsklasse (in den meisten Fällen mindestens C25, oft auch höher) und der geforderten Dicke der Betonschicht spielen hier natürlich eine wesentliche Rolle für den Preis der Bodenplatte.

In den meisten Fällen (abgesehen von einigen Spezialfällen) müssen Sie mit rund 130 – 160 EUR pro m³ für den Beton rechnen.

Frage: Wie sieht es mit den Kosten für die Erdarbeiten aus?

Kostencheck-Experte: Die Kosten, die für den Aushub entstehen, spielen eine ganz bedeutende Rolle, für die Gesamtkosten. In vielen Fällen hebt der Bauherr die Fundamentgrube selbst in Eigenleistung aus – und hat damit keine besonderen Kosten.

Lässt man den Aushub vom Fachmann machen, spielt die jeweils vorhandene Bodenklasse eine wesentliche Rolle für den Preis der Aushubarbeiten.
Einige grobe Richwerte verdeutlichen das:

Bodenklasse Preis pro m³ Aushub durchschnittlich
Bodenklasse 3 – 5 9 EUR pro m³ – 12 EUR pro m³ (regional sehr unterschiedlich)
Bodenklasse 6 60 EUR pro m³ – 70 EUR pro m³
Bodenklasse 7 90 EUR pro m³ – 100 EUR pro m³

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Wie tief ausgehoben werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab
In den meisten Fällen findet man bei Baugrundstücken Bodenklassen zwischen 3 und 5. Erkennbar ist das auch aus einem Bodengutachten, das aus mehreren Gründen ohnehin benötigt wird.

Problematische Böden können die Aushubkosten aber – wie die Tabelle zeigt – schnell stark verteuern. Bodenklasse 6 sind felsige Böden, Bodenklasse 7 sind felsige Böden, bei denen sich die Felsen nur sehr schwer lösen lassen.

Die benötigte Tiefe für die Fundamentgrube spielt natürlich auch immer eine Rolle, dazu, ob das Edreich vom Aushub nur zwischengelagert, oder auch entsorgt werden muss.

Frage: Welche Kosten können für eine Dämmung der Bodenplatte in der Praxis anfallen?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich ganz wesentlich von der Art und der Stärke der gewählten Dämmung ab.

In der Regel werden für eine Bodenplattendämmung druckstabile Hartschaumplatten verwendet. Möglich sind Schaumglasplatten oder Polystyrol-Dämmungen ebenso wie Mineralfaser-Dämmplatten.

Die Preise für die Dämmmaterialien sind unterschiedlich, bei einer üblichen Dämmung können Preise von 10 – 50 EUR pro m² entstehen. Wie viel Dämmmaterial dabei sinnvoll ist, ist im Einzelfall immer unterschiedlich.

In vielen Fällen kommen Sie aber mit rund 10 EUR pro m² – 20 EUR pro m² aus, dazu müssen Sie noch die Kosten für eine entsprechende Dichtfolie rechnen (rund 0,70 – 2,50 EUR pro m²).

Tipps & Tricks

Lassen Sie sich auf jeden Fall – anhand Ihrer individuellen Vorgaben – mehrere Angebote für das Erstellen der Bodenplatte machen und vergleichen Sie gründlich. Auch bei den Erdaushub-Arbeiten sollten Sie unbedingt mehrere Angebote einholen und vergleichen.

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