Badrenovierung: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Alte Rohre sollten rechtzeitig ausgetauscht

Wenn ein Bad in die Jahre gekommen ist, drückt man sich oft lange um die Sanierung – auch aus Kostengründen. Was so eine Badsanierung in der Praxis kosten kann, und womit Sie bei einzelnen Sanierungsmaßnahmen ungefähr rechnen müssen, verrät der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Sind Badrenovierungen nicht allein optische Verschönerungsmaßnahmen?

Kostencheck-Experte: Nicht in jedem Fall. Technisch kann eine Badrenovierung oft durchaus angezeigt sein – etwa wenn bereits sehr alte Rohrleitungen oder elektrische Leitungen im Raum liegen. Dann kann ein Austausch Sinn machen – bevor es später zu teuren Schäden kommt.

Ein Rohrbruch bei alten Rohren ist beispielsweise gut zu vermeiden, wenn man rechtzeitig die Rohre austauscht.

Frage: Was kostet eine Badrenovierung üblicherweise?

Kostencheck-Experte: Das kann man nur ganz schwer pauschal angeben. Vieles hängt natürlich vom Zustand des Bads ab, und davon, welchen Standard man nach der Renovierung erreichen möchte. Ein späteres Luxusbad kann schon durchaus auch 25.000 EUR teuer werden.

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Für eine umfangreiche Badrenovierung sind grob 1000€ pro qm einzuplanen

Im Allgemeinen werden Sie bei einer typischen Renovierung mit typischen Gegebenheiten für ein komplett erneuertes Bad in mittlerem Standard rund 1.000 EUR pro m² rechnen müssen.

Das ist allerdings nur ein sehr grober Anhaltspunkt. Ein Beispiel aus der Praxis, wo das ungefähr zutrifft, finden Sie nachstehend.

Ein 10 m² großes Badezimmer (voll gefliest) soll saniert werden. Auf dem alten Fliesenspiegel werden neue Fliesen verlegt (Fliese-auf-Fliese-System), das Waschbecken wird getauscht und die Duschkabine wird erneuert. Auch die Toilette wird gegen eine Wandhänge-Toilette ausgetauscht.

PostenPreis
Material: Fliesen1.050 EUR
Fliesenleger2.300 EUR
Material: Waschbecken170 EUR
Material: Duschkabine400 EUR
Material: neue Rohrleitungen900 EUR
Material Toilette190 EUR
Installateur3.700 EUR
Materialkosten Decke180 EUR
Arbeitskosten Maler430 EUR
Gesamtkosten9.320 EUR

Natürlich können die Kosten in anderen Fällen auch deutlich höher oder niedriger liegen. Vieles hängt natürlich auch immer davon ab, welchen Standard das Ergebnis haben soll.

Das zeigt das nachfolgende Beispiel:

Hier soll ein ebenso großes Bad renoviert werden, es wird aber auf einen sehr hohen, gediegenen Standard gebracht.

  • Doppelwaschtisch hochwertig
  • freistehende Luxusbadewanne
  • hochwertige Trend-Fliesen in Luxusausführung
  • Handtuchheizkörper

In diesem Beispiel liegen die Gesamtkosten bei rund 21.000 EUR für unsere Badgestaltung.

Frage: Was macht die Kosten bei einer Badrenovierung im Allgemeinen aus?

Kostencheck-Experte: Nun, zum einen muss man immer mit zwei grundlegenden Dingen rechnen:

  • mit den Materialkosten und
  • mit den Arbeitskosten

Beides bestimmt in diesen Fällen den Preis, wobei die Materialkosten in vielen Fällen deutlich mehr schwanken können, als die Arbeitskosten. Das gilt für

  • Fliesen
  • Badeinrichtung (Waschbecken, Dusche, Badewanne)
  • Toilette
  • Armaturen

Die Arbeitskosten bleiben – bei gleichem Aufwand – in vielen Fällen dabei relativ auf gleichem Niveau. Für einen Fliesenleger macht es kaum einen Unterschied, ob er teure Premium-Fliesen oder günstiges Steingut verlegt.

Frage: Welche Bandbreite gibt es bei Fliesen und beim Fliesenlegen in der Praxis?

Kostencheck-Experte: Die Bandbreite kann durchaus recht groß sein.Sehen wir uns zunächst einmal die Materialpreise an:

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Fliesen haben sehr unterschiedliche Preise

Günstige Steingut-Fliesen erhalten Sie oft schon für 10 EUR pro m². Hochwertiges Feinsteinzeug kann dagegen leicht bis zu 60 EUR pro m² kosten. Für unser Beispiel wären das schon 500 EUR Unterschied im Gesamtpreis allein bei den Materialkosten für die Fliesen.

Beim Verlegen richtet sich der Preis pro m² vor allem nach dem Aufwand, den der Fliesenleger hat. Hier gibt es ebenfalls eine relativ große Bandbreite, von etwa 35 EUR pro m² bis zu 55 EUR pro m². In einigen Fällen kann der Preis auch noch darüber oder darunter liegen, das ist aber selten.

Frage: Wie sieht es mit den Materialkosten für Badausstattungen aus?

Kostencheck-Experte: Auch hier gibt es teilweise sehr große Preisunterschiede. Eine Badewanne kann neu ab rund 150 EUR kosten – Luxusausführungen als freistehende Wanne dagegen bis zu 1.000 EUR und darüber.

Auch bei Duschkabinen liegen die Preise insgesamt zwischen 80 EUR und 600 EUR. Bei Toiletten fällt die Bandbreite der Preise nicht ganz so weit aus: ab 50 EUR gibt es einfache Standtoiletten, die Preise reichen hier bis etwa 200 EUR für Premium-Modelle. Bei Wandhänge-Toiletten können dagegen liegen die Preise ab rund 200 EUR für hochwertige Modelle.

Bei Waschbecken kann man wiederum sehr große Preisunterschiede feststellen: von rund 60 EUR für ein einfaches Waschbecken bis hin zu 400 EUR oder 500 EUR für besondere Modelle – in einzelnen Fällen sogar noch deutlich mehr für Luxuswaschbecken.

Frage: Wenn man schon bei der Ausstattung immer wieder von „Luxusausführungen“ hört – gibt es die beim Bad selbst auch?

Kostencheck-Experte: Ja, das könnte man durchaus so sehen.

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Marmor im Bad ist edel und teuer

Wenn Sie beispielsweise eine fugenlose Badgestaltung möchten, müssen Sie preislich deutlich mehr rechnen, als mit gewöhnlichen Fliesen. Die Wandbeschichtungsmaterialien reichen dann von Tadelakt über spezielle Kalkmarmorputze bis hin zu Beton Ciré.

Kalkmarmor-Putze in wasserdichter Ausführung kosten vom Fachmann häufig über 100 EUR pro m², die Preise reichen inklusive Beschichtung bis zu 120 EUR pro m².

Auch Beton Ciré ist – vom Fachmann aufgebracht – relativ teuer. In den meisten Fällen werden Sie auch hier mit über 100 EUR pro m² rechnen müssen.

Auch eine bodengleiche Dusche gehört eindeutig zu den luxuriösen Gestaltungsvarianten. Gerade beim nachträglichen Einbau kann sich eine barrierefreie Dusche durchaus als sehr kostenaufwändig herausstellen – insbesondere dann wenn man sie bei geringen vorhandenen Bodenaufbauhöhen realisieren möchte.

In diesem Fall kommen dann oft Spezialsysteme zum Einsatz, der Aufwand für den Einbau ist dann häufig sehr hoch, umso mehr wenn besondere Systeme wie etwa ein Wandablauf zum Einsatz kommen. Für den Einbau einer bodengleichen Dusche bei der Sanierung müssen Sie auf jeden Fall mit Kosten ab rund 5.000 EUR rechnen.

Das sind nur zwei Beispiele für besonders luxuriöse Badgestaltungen, die dann in vielen Fällen auch entsprechend teuer sein können.

Frage: Gibt es noch weitere Beispiele?

Kostencheck-Experte: Ja, eine ganze Menge. Gerade beim Bad kann man sich auf alle erdenklichen Arten Luxus verschaffen.

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Eine Fußbodenheizung im Bad ist ein angenehmer Luxus

Denken Sie beispielsweise an eine nachträglich eingebaute Fußbodenheizung. Das ist durchaus möglich – nicht nur als elektrische Fußbodenheizung, sondern auch als wasserführende Fußbodenheizung.

Die Herstellung ist sehr aufwändig, vor allem wenn große zusätzliche Aufbauhöhen vermieden werden sollen. In diesem Fall müssen Sie durchaus mit Preisen ab etwa 120 EUR pro m² rechnen. Auch die elektrische Variante der Fußbodenheizung ist kaum günstiger.

Wer sein Bad mit einem Whirlpool zu einer Wellness-Oase machen möchte, muss ebenfalls tief in die Tasche greifen: Ab rund 1.700 EUR bekommen Sie einen kleinen „echten“ Whirlpool ins Badezimmer. Das sind aber nur die Anschaffungskosten.

Dazu kommen fallweise noch recht hohe Planungs- und Montagekosten und danach auch noch durchaus ansehnliche Betriebskosten. Bis zu 40 EUR oder 50 EUR Betriebskosten im Monat können durchaus zusätzlich noch anfallen – je nach Art und Größe des Whirlpools .

Frage: Nun die umgekehrte Frage: Wie kann man bei der Badrenovierung vor allem Kosten sparen?

Kostencheck-Experte: Auch das geht natürlich. Um die Kosten gering zu halten, gibt es verschiedene Strategien, die man auch durchaus nebeneinander anwenden kann:

  • kleine Veränderungen mit großer Wirkung einsetzen
  • hochwertige, aber kostengünstige Materialien verwenden
  • auf neueste Trends verzichten, und lieber auf zeitlos setzen
  • Preise umfassend vergleichen
  • Profis für die Planung engagieren

Das sind die wichtigsten Strategien, mit denen man oft erstaunlich viel sparen kann.

Frage: Wie kann man mit kleinen Veränderungen große Wirkungen erzielen?

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Noch intakte Waschbecken und Badewannen können einfach mit neuen Armaturen versehen werden

Kostencheck-Experte: Denken Sie beispielsweise einmal an Waschbecken- oder Wannenarmaturen: Wenn die Wanne oder das Waschbecken optisch noch schön sind, verzichten Sie auf einen Austausch und verpassen Sie beiden einfach eine attraktive, neue Armatur. Das kostet viel weniger Geld und hat trotzdem einen modernisierenden Effekt.

Ein anderes Beispiel wäre, bei der Auswahl von Fliesen auf ganz besondere Designs zu setzen – etwa Holzoptik-Fliesen. Die naturgetreue Holzoptik verleiht vielen Bädern eine erstaunlich luxuriöse Anmutung – dabei kosten diese Fliesen heute auch nicht mehr als „gewöhnliche“ Imitationsfliesen.

Das sind nur zwei mögliche Beispiele.

Frage: Geht „hochwertig aber kostengünstig“ überhaupt?

Kostencheck-Experte: Ja, das geht durchaus. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise hochwertiger Kalkputz an den ungefliesten Teilen der Wand.

Kalkputz ist eine hochwertige, gesunde Alternative zu herkömmlichen Putzen und dabei kaum teurer. Er sorgt aber für ein exzellentes Feuchtigkeitsmanagement im Bad, bannt die Schimmelgefahr und verbessert das Raumklima.

Frage: Darum sollte man auch auf Trends verzichten, und lieber „zeitlos“ wählen?

Kostencheck-Experte: Ja, auch das geht in die gleiche Richtung. Trends sind immer teuer – das ist zwangsläufig so und unvermeidbar.

Das Problem ist aber, dass Trends eben nur Trends sind – aber nicht immer das Geld wert, das man dafür ausgeben muss. Dazu kommt, dass Trends oft recht schnell unmodern werden – ein Badezimmer hat man nach der Renovierung aber wieder für Jahrzehnte.

Überlegen Sie einmal: in einem topmodernen Badezimmer aus den 80ern würden wir uns heute wohl kaum noch wohlfühlen – während man die zeitlos-dezenten Varianten in Weiß und damals eher wenig „trendigen“ leichten Grautönen bei weitem weniger unangenehm findet.

Zeitlose und schlichte Varianten sind dabei häufig recht günstig – je weniger Design, desto geringer der Preis, könnte man sagen. Diese Regel gilt tatsächlich erstaunlich oft.

Frage: Gibt es für die Badsanierung auch Förderungen, um ein wenig Geld zu sparen?

Kostencheck-Experte: Ja, für die Modernisierung des Wohnraums und insbesondere für altersgerechte und barrierefreie Umbauten gibt es sogar einige Förderungen bei der KfW Bank. Auch zinsbegünstigte Darlehen sind möglich. Bis zu 10 % der Kosten können sogar zuschussgefördert werden.

Tipps & Tricks

Badplaner kosten zwar Geld – häufig können sie aber eine gute Hilfe sein, um welches zu sparen. Insbesondere wenn Sie ein Budget vorgeben, kann der professionelle Planer häufig erstaunlich gute und überzeugende Lösungen für Ihr individuelles neues Baddesign finden.