Baustraße errichten: welche Kosten fallen an?

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Um überhaupt bauen zu können, braucht es zunächst ein wenig Infrastruktur auf der Baustelle: Baustrom und Bauwasser scheinen selbstverständlich, daneben muss aber auch dafür Sorge getragen werden, dass schwere Baufahrzeuge ohne Probleme bis direkt zur Baustelle fahren können. Das macht in vielen Fällen die Errichtung einer Baustraße erforderlich. Mit welchen Kosten das verbunden ist, erklärt der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet das Herstellen einer Baustraße?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich davon ab, welche örtlichen Gegebenheiten vorliegen, davon, wie lang die Baustraße sein muss und welche Tragfähigkeit erwartet wird. Gegebenenfalls kann es neben der Baustraße auch noch nötig sein, einen Kranstellplatz einzurichten.

Für die Kosten spielt zunächst einmal die wichtigste Rolle, auf welche Art und Weise eine Baustraße gebaut werden soll. Bei gut tragfähigem Untergrund und keinen besonders schweren Fahrzeugen auf der Baustraße kann es oft schon genügen, einfach den Mutterboden seitlich abzuschieben und die Behelfsstraße einfach mit verdichtungsfähigem Schotter zu belegen.

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Die Kosten einer Baustraße sind meist von Ihrem konkreten Bauvorhaben abhängig.

Diese Art der Baustraßen-Errichtung ist meist nur mit vergleichsweise geringen Kosten behaftet – das Abschieben des Mutterbodens kostet meist zwischen 2 EUR pro m² und 4 EUR pro m², für das benötigte Schottermaterial müssen Sie meist zwischen rund 8 EUR pro m² und 10 EUR pro m² in den meisten Fällen rechnen. Dazu kommen noch die Arbeitskosten für das Einbauen und Verdichten des angeschütteten Materials, was aber aufgrund der geringen Aufbauhöhe meist nicht sehr aufwendig ist. Sie können also bei einfachen Baustraßen von Gesamtkosten im Bereich von rund 10 EUR pro m² bis 20 EUR pro m² ausgehen.

Deutlich teurer wird es hingegen, wenn Sie eine wirklich tragfähige Baustraße errichten müssen, für die ein wirklich solider Unterbau erforderlich ist. In diesem Fall sollten Sie auf jeden Fall von Kosten im Bereich von 150 EUR pro m Straßenlänge rechnen. Das entspricht den Kosten für die Herstellung eines Unterbaus bei sehr tragfähigen Pflastern, die auch mit sehr schweren Fahrzeugen befahren werden können.

Solche Baustraßen sollten sinnvollerweise dann einen Verlauf haben, der auch ihrer später geplanten Zufahrt entspricht – sie können den Unterbau dann gleich weiterverwenden.

Soll ein Kranstellplatz errichtet werden, muss die entsprechend nötige Fläche dann auch noch hinzugerechnet werden.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir lassen eine insgesamt 20 m lange Baustraße errichten, die lediglich befestigt wird. Die Straßenbreite beträgt 2,50 m.

Posten Preis
Mutterboden abschieben und seitlich lagern 130 EUR
Schotter anliefern, einbauen und verdichten 650 EUR
Gesamtkosten für die (einfache) Baustraße damit 780 EUR
Kosten pro m Straße 39 EUR pro m

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf die Arbeitsleistung eines bestimmten, bereits auf der Baustelle tätigen Unternehmens. Die Kosten in anderen Fällen können je nach örtlichen Gegebenheiten und benötigter Tragfähigkeit in anderen Fällen auch unterschiedlich liegen.

Insbesondere bei massiver Befestigung für eine hohe Tragfähigkeit würden bei dieser Baustraße Kosten von rund 3.000 EUR oder sogar darüber anfallen.

Frage: Was bestimmt die Kosten für eine Baustraße?

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Vor allem die Länge und Breite der Straße bestimmen die Gesamtkosten.

Kostencheck-Experte: Maßgeblich ist hier:

  • die Bauweise (leicht befestigt mit Abschieben von Mutterboden und Tragschicht, stark befestigt für hohe Traglasten)
  • die Preise für den verwendeten Schotter
  • die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens für die nötigen Erdarbeiten
  • die individuell gegebene Bodenbeschaffenheit (Bodenklasse)
  • die Preisgestaltung des ausführenden Unternehmens beim Einbau der Tragschicht
  • die Gesamtlänge und die Breite der angelegten Baustraße

Frage: Wie kann man bei der Baustraße Kosten sparen?

Kostencheck-Experte: Sie haben die Möglichkeit, gleich von vornherein möglichst sinnvoll zu planen: Das bereits angelegte Fundament der Baustraße kann später gleich direkt als Unterbau für eine Zufahrt verwendet werden. Dazu sollte natürlich idealerweise die Baustraße gleich dort verlaufen, wo man später auch seine Zufahrt haben möchte. Das ist allerdings nicht in jedem Fall so möglich.

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Den Schotter, den Sie ohnehin für den Hausbau benötigen, können Sie im Anschluss auch für die Baustraße verwenden.

Sie können das eingebrachte Material (Schotter) auch an anderen Stellen nutzen – etwa als Fundament für spätere Gartenwege oder Ähnliches. Dazu müssen Sie es dann nach Abschluss der Bauarbeiten nur an die entsprechenden Stellen verschieben. Sie sparen sich dadurch immerhin die Materialkosten für den späteren Unterbau.

Wenn man vorausschauend plant, kann die Baustraße also einen soliden Kostenvorteil bringen. Umgekehrt bringt es nur wenig, sich das Anlegen einer Baustraße gleich von vornherein zu ersparen – aus Geiz oder aus falscher Sparsamkeit. Die Bergung vollbeladener Fahrzeuge, die sich etwa in einer aufgeweichen Wiese festgefahren haben ist enorm aufwendig und kostspielig – das lohnt sich einfach nicht.