Wasserverbrauch bei 2 Personen – welche Kosten fallen jährlich an?

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Die Kosten für den Wasserverbrauch im Haushalt werden oft unterschätzt. Auch bei einem Zwei-Personen-Haushalt kann das beträchtliche Kosten übers Jahr verursachen. Der Kostencheck-Experte erklärt, mit welchen Wasserkosten für einen Zwei-Personen-Haushalt zu rechnen ist.

Frage: Welche Kosten müssen den Wasserverbrauch in einem Zwei-Personen-Haushalt gerechnet werden?

Kostencheck-Experte: Das kann von Fall zu Fall recht unterschiedlich sein. Zum einen gibt es riesige regionale Unterschiede bei den Wasserkosten, zum anderen hängen die Kosten auch stark davon ab, wie sparsam man mit dem Wasser umgeht.

In jedem Fall muss man zwei Dinge berücksichtigen:

  • die Kosten für die Bereitstellung des Trinkwassers
  • die Kosten für die Entsorgung des Trinkwassers nach dem Gebrauch (Abwasserkosten)

Für den Liter Trinkwasser muss man im Allgemeinen zwischen 0,0015 EUR und 0,002 EUR rechnen, je nachdem in welchem Gebiet man sich befindet. 1.000 Liter Wasser ergeben 1 m³, damit kostet 1 m³ Trinkwasser in den meisten Fällen also zwischen 1,50 EUR und 2 EUR. Nur wenige Gebiete haben noch höhere Wasserpreise.

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Auch für die Bereitstellung fallen oft Kosten an
Dabei muss man allerdings die an den meisten Orten geltende Pauschalverrechnung bedenken: an den meisten Orten zahlt man eine jährliche Bereitstellungsgebühr für das Trinkwasser, die bereits eine gewisse Grundmenge (fast immer 30 m³) enthält. Die Kosten für die Bereitstellungsgebühr können sehr unterschiedlich liegen: sie kann weniger als 20 EUR und bis zu 150 EUR und mehr betragen. Grund dafür sind die unterschiedlichen benötigten Leitungslängen (Siedlungsdichte) und die unterschiedlichen Erhaltungskosten für das Leitungsnetz, die ebenfalls auf die jährlichen Gebühren umgelegt werden.

Neben den Kosten für die Trinkwasserbereitstellung müssen dann zusätzlich noch die Kosten für die Abwasserentsorgung berechnet werden. Auch sie können von Ort zu Ort sehr unterschiedlich liegen.

Kostenbeispiele aus der Praxis

Wir haben die gesamten jährlichen Wasserkosten für mehrere Zwei-Personen-Haushalte im Bundesgebiet verglichen. Der Verbrauch bewegt sich dabei immer auf üblichem und durchschnittlichem Niveau.

Angeführt sind die Gesamtkosten für den Wasserverbrauch eines Jahres im Zwei-Personen-Haushalt in Berlin, Stuttgart, Köln und Frankfurt.

Ort Wasserkosten pro Jahr (2-Personen-Haushalt, durchschnittlicher Verbrauch)
Berlin 616,36 EUR durchschnittliche jährliche Wasserkosten im 2 Personen Haushalt
Stuttgart 423,32 EUR durchschnittliche jährliche Wasserkosten im 2 Personen Haushalt
Köln 460,56 EUR durchschnittliche jährliche Wasserkosten im 2 Personen Haushalt
Frankfurt am Main 301,72 EUR durchschnittliche jährliche Wasserkosten im 2 Personen Haushalt

Hierbei handelt es sich um individuelle Kostenbeispiele für Zwei-Personen-Haushalte mit Durchschnittswerten beim Verbrauch. Die individuellen Kosten im Einzelfall können natürlich dennoch abweichen.

Unsere Kostenbeispiele zeigen aber bereits sehr deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb Deutschlands bei den Wasserkosten sein können – selbst bei vergleichbarem Wasserverbrauch.

Frage: Wovon hängen die Wasserkosten im Zwei-Personen-Haushalt ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen ist hier:

  • in welchem Gebiet das Gebäude steht (große regionale Unterschiede)
  • wie sparsam mit dem Wasser umgegangen wird
  • ob zusätzlich zum normalen Verbrauch noch ein hoher Wasserverbrauch besteht (regelmäßiges Autowaschen, Gartenbewässerung in hohem Umfang, etc.)
  • ob gegebenenfalls Wasser aus einem eigenen Brunnen bezogen wird
  • ob eine Regenwassernutzungsanlage oder Brauchwasseranlage zur Verfügung steht

Frage: Kann man Wasser aus einem eigenen Brunnen auch selbst fördern?

Kostencheck-Experte: In Deutschland besteht grundsätzlich Anschlusszwang an kommunale Leitungen. Das wird sehr streng gehandhabt, Ausnahmen werden tatsächlich nur bei Gebäuden gemacht, bei denen keine kommunale Anschlussmöglichkeit gegeben ist. Das betrifft mittlerweile aber nur noch sehr wenige Gebäude.

Bei Eigenförderung sind dann auch eine Vielzahl von Bestimmungen einzuhalten, zudem müssen auf eigene Kosten regelmäßige Überprüfungen der Wasserqualität vorgenommen und die Ergebnisse gemeldet werden. Insgesamt dürften damit die Kosten für Wasser aus dem eigenen Brunnen am Ende meist sogar höher liegen als für Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz.

Frage: Wie kann man den individuellen Wasserverbrauch senken?

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Wer effizienter duscht, kann gutes Geld sparen
Kostencheck-Experte: Die größten Trinkwassermengen werden im Haushalt beim Baden und Duschen sowie bei der persönlichen Hygiene (fast 50 %) verbraucht. Mit rund 30 % ist die Toilettenspülung der nächstgrößere Verbraucher.

Fast 80 % des verbrauchten Trinkwassers (in Deutschland durchschnittlich rund 140 l pro Person und Tag) gehen also für Toilette und persönliche Hygiene den Abfluss hinunter. An dieser Stelle Sparmaßnahmen zu setzen (verringerte Spülmenge bei der Toilettenspülung, wassersparende Duschköpfe, etc.) dürfte insgesamt daher am sinnvollsten sein.

Auch Geschirrspüler und Waschmaschine haben einen sehr hohen Wasserverbrauch. Wassersparende Geräte anzuschaffen und die Häufigkeit des Einsatzes zu verringern kann ebenfalls wirksam helfen, die Wasserkosten insgesamt zu senken. Gerade im Zwei-Personen-Haushalt laufen diese Geräte meist häufiger und dafür mit geringer Füllmenge, was im Hinblick auf den Wasser- und Energieverbrauch nicht wirklich effizient ist.

Frage: Wie liegen die deutschen Kosten für den Wasserverbrauch im europäischen Vergleich?

Kostencheck-Experte: Wasser ist in Deutschland vergleichsweise teuer. In Italien und Frankreich so wie in vielen skandinavischen Ländern kostet Trinkwasser verglichen mit Deutschland nur rund die Hälfte, in Schweden und Finnland ist es sogar zum Teil noch günstiger.

Im internationalen Vergleich kommen die USA und Kanada bei den Wasserkosten auf lediglich rund ein Viertel des Preises, der in Deutschland verlangt wird.

Trinkwasser aus der Leitung ist in Deutschland also vergleichsweise teuer.

Text: Kostencheck.de