Abbruch-Kosten: ein ausführlicher Kosten-Rechner

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Wenn eine Sanierung eines alten Gebäudes nicht mehr wirtschaftlich erscheint, bleibt nur noch der Abriss. Welche Kosten Sie für das Abreißen eines Gebäudes rechnen müssen, finden Sie leicht mit dem Rechner des Kostencheck-Experten heraus.

Frage: Was kostet ein Hausabriss?

Kostencheck-Experte: Die Kosten für einen Hausabriss lassen sich nicht pauschal beziffern. Je nach Einzelfall liegen die Kosten unterschiedlich, abhängig von der Art und Größe des Hauses und den örtlichen Gegebenheiten. Auch Schadstoffbelastungen in der Bausubstanz spielen eine wichtige Rolle für die Kosten des Abrisses.

Beim Abriss sind unterschiedliche Teilarbeiten zu berücksichtigen:

  • die Planung des Abrisses und die nötigen Voruntersuchungen
  • die Vorarbeiten und die Entkernung
  • der eigentliche Abriss
  • die Entsorgung des Bauschutts sowie
  • nachfolgend durchgeführte Erdarbeiten (Auffüllen, Verdichten, etc.)

Bei jedem Abriss liegen individuelle Gegebenheiten vor. Erst das Ergebnis der Abriss-Untersuchung im Einzelfall ergibt eine konkrete Kostenschätzung.

Kostenbeispiel aus der Praxis

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Steht das Haus frei, sind geringere Kosten zu erwarten
Ein 120 m² großes, freistehendes Einfamilienhaus soll abgerissen werden. Das Gebäude ist von allen Seiten frei zugänglich, der Einsatz schwerer Maschinen auf dem Grundstück ist möglich. Es liegt nur eine geringe Schadstoffbelastung der Bausubstanz vor. Der Kostenvoranschlag für den Abriss sieht folgendermaßen aus:

Posten Kosten Kosten pro m²
Voruntersuchung, Planung des Abrisses 1.000 EUR ca. 8 EUR pro m²
Entkernung, Entsorgung beweglicher Teile, Schadstoffbeseitigung 2.500 EUR ca. 21 EUR pro m²
Kosten für den tatsächlichen Abriss 10.000 EUR ca. 80 EUR pro m²
Bauschutt-Entsorgung 3.000 EUR ca. 24 EUR pro m²
Erdarbeiten (Auffüllen, Verdichten des Erdreichs) 4.000 EUR ca. 32 EUR pro m²
Gesamtkosten 20.500 EUR ca. 170 EUR pro m²

Hierbei handelt es sich lediglich um ein Kostenbeispiel für einen konkreten Einzelfall. Die Kosten können in anderen Fällen unterschiedlich liegen.

Große Kostenabweichungen können sich insbesondere durch die gewählte Abrissmethode, eine hohe Schadstoffbelastung oder bei schwer zugänglichen Gebäuden ergeben.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für einen Abriss ab?

Kostencheck-Experte: Beim Abriss eines Hauses sind folgende Faktoren für die Kosten ausschlaggebend:

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Die Größe des Hauses ist nur ein Kostenfaktor von vielen

  • die Größe des Hauses (entscheidet auch darüber, ob eine Genehmigung eingeholt werden muss)
  • die Art des Hauses und die Bauweise
  • die Bauweise des Hauses und die verwendeten Baumaterialien
  • die vorhandene Belastung mit Schadstoffen (insbesondere Asbest verursacht hohe Zusatzkosten beim Abriss, aber auch PCB oder Quecksilber)
  • die Lage des Hauses
  • die Zugänglichkeit des Hauses
  • die direkte Umgebung (Maschineneinsatz auf dem Grundstück möglich, besondere Anforderungen an Lärm- und Staubschutz)
  • die Abrissmethode, die angewendet wird (Maschineneinsatz, händischer Rückbau)
  • der Umfang der durchzuführenden Arbeiten
  • die Menge an Bauschutt, die entsorgt werden muss
  • die Bodenbeschaffenheit (ausschlaggebend für die Kosten der Erdarbeiten)
  • das Material mit dem zugeschüttet werden soll (Kies, Sand, Schotter oder Muttererde)

Bei der Kostenschätzung für einen Komplett-Abriss kommen alle diese Faktoren zum Tragen.

Frage: Wann ist ein Abriss genehmigungspflichtig?

Kostencheck-Experte: Sobald ein Gebäude eine Größe von 300 m³ umbauten Raum überschreitet muss für den Abriss eine Genehmigung beim Bauamt eingeholt werden.

Ohne Beachtung der Größe müssen Abrisse von denkmalgeschützten Gebäuden grundsätzlich immer angezeigt werden und sind immer genehmigungspflichtig.

Frage: Welche Kostenunterschiede können bei der Planung und der Voruntersuchung auftreten?

Kostencheck-Experte: Solange keine außerordentliche Schadstoffbelastung gefunden wird oder gefährliche Schadstoffe (PCB, Quecksilber oder Asbest) gefunden werden, bewegen sich die Kosten im gleichen Rahmen wie bei unserem Kostenbeispiel.

Besondere Belastungen des Gebäudes können die Abrisskosten verteuern, da häufig umfangreiche Gutachten angefordert und ausgewertet werden müssen. Die Planung für den Abriss wird dann ebenfalls komplizierter und deutlich umfangreicher da eine sichere und vorschriftsgemäße Entfernung und Entsorgung der schadstoffbelasteten Baumaterialien in jeder Phase des Abrisses sichergestellt werden muss.

Frage: Wie lassen sich die Kosten für den Abriss reduzieren?

Kostencheck-Experte: Die wichtigste Maßnahme dabei liegt beim Abriss selbst. Das Entfernen und Entsorgen aller beweglichen Teile aus dem Haus kann man im Vorfeld häufig gut selbst durchführen.

Fenster, Türen und die Dacheindeckung lassen sich, wenn sie einigermaßen intakt sind oft sogar noch gegen Selbstabbau verkaufen oder verschenken. Möbel aus dem Hausinneren und Gerümpel kann man selbst entsorgen. Diese Aufgabe ist sehr zeitaufwendig für ein Unternehmen und erhöht die Kosten beträchtlich.

Gegenstände und Bauteile, die später mit entsorgt werden sollen, können Sie nach Absprache mit dem Abbruchunternehmen an einem festgelegten Ort auf dem Grundstück lagern.

Nicht entfernen dürfen Sie schadstoffbelastete Bauteile. Dafür müssen besondere Schutzvorkehrungen getroffen werden. Zu achten ist hier vor allem auf bestimmte Bodenbeläge (Floor-Flex-Platten oder sehr alte Bodenbeläge aus PVC) die asbesthaltig sein können und vor allem in Küche und Flur verbreitet waren. Auch Dacheindeckungen oder Fassadenplatten aus altem Faserzement können Asbest enthalten.

Frage: Gibt es auch Förderungen für einen Abriss, die die Abrisskosten senken können?

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Ist das geplante Bauprojekt förderungswert, gibt es oft auch Förderungen für den Abbruch
Kostencheck-Experte: Handelt es sich um eine förderungswürdige Neunutzung oder einen geplanten Neubau auf einer zuvor brach liegenden Liegenschaft, kann in insgesamt 11 Bundesländern ein Anspruch auf eine Förderung für den Abriss bestehen.

Fördermaßnahmen sind in jedem Fall regionale Programme, in einigen Bundesländern werden solche Förderungen auch landesweit gewährt. Erkundigen Sie sich am besten beim Bauamt oder bei der zuständigen Kommune, welche Förderprogramme individuell infrage kommen.

Frage: Was kostet der Abriss einzelner Bauteile?

Kostencheck-Experte: Um einen Überblick über die Kosten für einzelne zu entfernende Bauteile zu erhalten, können Sie ganz einfach die nachstehende Tabelle mit Richtwerten als Kostenrechner benutzen.

Bauteil, der abzureißen ist Kosten – Richtwert
Streifenfundament ca. 60 EUR pro m³
Beton- oder Stahlbetonfundament ca. 80 EUR pro m³ bis 100 EUR pro m³
Ziegelmauerwerk ca. 300 EUR pro m³
Steinmauerwerk ca. 300 EUR pro m³ bis 350 EUR pro m³
Gasbetonsteine ca. 200 EUR pro m³ bis 250 EUR pro m³
Betonmauer / Betonwand ca. 450 EUR pro m³
Stahlbetonwand ca. 700 EUR pro m³ bis 750 EUR pro m³
Zwischenwand gemauert ca. 30 EUR pro m² bis 40 EUR pro m²
dünne Betonwände (bis 15 cm) ca. 100 EUR pro m²
dünne Stahlbetonwände (bis 15 cm) ca. 200 EUR pro m²
Gipskarton Zwischenwände einfach beplankt ca. 4 EUR pro m² bis 8 EUR pro m²
Gipskarton Zwischenwände doppelt beplankt ca. 15 EUR pro m² bis 20 EUR pro m²
Gipskarton-Ständerwerk ca. 4 EUR pro m² bis 5 EUR pro m²
abgehängte Decke (Holz, Metall oder Gips) ca. 8 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²
Tramdecke ca. 25 EUR pro m²
Gemauertes Gewölbe ca. 200 EUR pro m³ bis 220 EUR pro m³
Stahlbetondecke Ortbeton ca. 700 EUR pro m³ bis 750 EUR pro m³
Stahlbetondecke Fertigteil ca. 100 EUR pro m²
Innenputz und Deckenputz (abschlagen) ca. 15 EUR pro m² bis 20 EUR pro m²
Außenputz abschlagen einfach ca. 20 EUR pro m²
Außenputz mit Putzträger (abschlagen) ca. 25 EUR pro m²
Sockelputz (abschlagen) ca. 25 EUR pro m²
Fassadenplatten ca. 5 EUR pro m² bis 8 EUR pro m²
Fassadenverkleidung – Unterkonstruktion Holz ca. 2 EUR pro m² bis 3 EUR pro m²
hinterlüftete Fassade – Wärmedämmung ca. 8 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²
Parkettbelag oder Schiffboden ca. 6 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²
Polsterhölzer, Blindboden ca. 5 EUR pro m² bis 6 EUR pro m²
Ziegelpflaster ca. 15 EUR pro m² bis 20 EUR pro m²
Terrazzo-Fliesen ca. 20 EUR pro m² bis 25 EUR pro m²
Estrich (schwimmend) ca. 300 EUR pro m³
Dämmschicht unter Estrich ca. 200 EUR pro m³ bis 250 EUR pro m²
Fenster ca. 50 EUR bis 60 EUR pro Stück
Türstock Holz ca. 40 EUR bis 120 EUR pro Stück (abhängig von der Größe)
Zarge Metall ca. 50 EUR bis 120 EUR pro Stück
Geländer Holz ca. 10 EUR pro lfm
Geländer Metall ca. 7 EUR bis 10 EUR pro lfm
Rohre ca. 6 EUR bis 7 EUR je lfm (bei mehr als 150 mm Durchmesser teurer)
Heizkörper ca. 20 EUR bis 25 EUR pro Stück
Raseneinfassung ca. 5 EUR pro lfm
Randsteine ca. 15 EUR pro lfm
Kleinsteinpflaster Sandfuge ca. 7 EUR pro m² bis 10 EUR pro m²
Kleinsteinpflaster Mörtelfuge ca. 10 EUR pro m² bis 12 EUR pro m²
Asphalt ca. 3 EUR pro m² bis 5 EUR pro m² (über 8 cm Stärke teurer)
Zaun bis ca. 100 cm Höhe ca. 5 EUR pro lfm bis 6 EUR pro lfm

Die angegebenen Preise verstehen sich als Richtpreise. Je nach Gegebenheiten vor Ort und individuellem Aufwand können die tatsächlichen Preise auch nach oben oder unten abweichen. Bei Abrissen von größeren, zusammenhängenden Gebäudeteilen (etwa einem Anbau) kann unter Umständen auch ein günstigerer Gesamtpreis vereinbart werden.