Heißluftverfahren gegen den Holzwurm: Welche Kosten muss man rechnen?

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Wenn der Holzwurm sich im Dachgebälk eingenistet hat, muss er unbedingt wirksam bekämpft werden – ansonsten leidet die Tragfähigkeit des Dachstuhls bis hin zum nicht mehr zu vermeidenden Komplettabriss. Eine hervorragende und gleichzeitig völlig giftfreie Methode, dem Holzwurm den Garaus zu machen ist das sogenannte Heißluftverfahren. Mit welchen Kosten zu rechnen ist, wenn dieses Verfahren eingesetzt wird, besprechen wir mit dem Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Was kostet es, das Heißluftverfahren beim eigenen Dachstuhl anwenden zu lassen?

Kostencheck-Experte: Obwohl das Verfahren in skandinavischen Ländern bereits seit mehr als hundert Jahren erfolgreich eingesetzt wird, gibt es bei uns nur wenige Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben und das Verfahren auch sauber und fachgerecht anwenden können.

Dem technisch relativ einfachen Verfahren, das auch in der DIN als zulässig gelistet ist, gehen aufwendige Vorbereitungsarbeiten und ein vergleichsweise hoher Aufwand bei der Einrichtung im Vorfeld voraus.

Die Kosten für eine Behandlung eines Dachraums mit festgestelltem Befall liegen daher meist bei zwischen 2.000 EUR und 3.000 EUR.


Die Preise zur Entfernung des Holzwurms in einem Dachstuhl liegen bei ca. 2 TEUR.

Feststehende Preise sind dabei nicht möglich, jede Anwendung muss individuell nach den vorhandenen örtlichen Gegebenheiten (Luftdichtheit des Raums, Balkenquerschnitte, vorhandene Raumgeometrie) kalkuliert werden.

Zunächst einmal ein Kostenbeispiel.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Ein 9 m x 4,5 m großer Dachraum ist mit Holzwurm befallen, ein Befall kann an allen Teilen festgestellt werden. Das Dach ist vollständig gedeckt und dicht, es gibt nur wenige problematische Stellen, die schwierig zu erreichen sind. Der Dachraum wird im Vorfeld von Hausherrn entrümpelt, brennbare Materialien werden entsorgt.

Nach einer Prüfung der Gegebenheiten, der Befallsstärke und der vorhandenen Tragfähigkeit des Holzes wird mit der Heißtemperaturmethode die Bekämpfung begonnen.

PostenPreis
Besichtigung vor Ort und Maßnahmenplanung0 EUR (wird kostenfrei durchgeführt)
Durchführung der Arbeiten komplett inkl. Messung der Temperaturen und Dokumentation3.450 EUR
Gesamtkosten damit3.450 EUR

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf die Anwendung der Heißluftmethode im Dachgeschoss eines typischen Einfamilienhauses mit Satteldach und mittelstarkem Befall mit Holzschädlingen.

Frage: In welchem Preisrahmen bewegen sich die Kosten für die Bekämpfung von befallenem Holz mit der Heißluftmethode?

Kostencheck-Experte: Die Kosten richten sich stark nach der jeweiligen Situation im Einzelfall. Neben Schädlingsbefall im Dachbodenbereich werden häufig auch komplette Fachwerkhäuser mittels Heißluftmethode vom Befall befreit. Die Kosten liegen dafür dann natürlich deutlich höher.


Die Kosten der Beseitigung sind von verschiedenen Faktoren abhängig.

Im Dachbereich eines durchschnittlichen Einfamilienhauses müssen Sie beim Einsatz der Methode mit rund 3.000 EUR rechnen. Abhängig von der örtlichen Situation, der Befallsstärke und gegebenenfalls weiteren Arbeiten (z. B. vorbeugender Holzschutz, Hitzeschutz für Bauteile anbringen, Dachboden entrümpeln) können die Kosten aber im Einzelfall auch deutlich höher liegen.

Frage: Wovon hängen die Kosten für den Einsatz der Heißluftmethode ab?

Kostencheck-Experte: Maßgeblich für die Kosten ist immer:

  • welcher Bereich eines Gebäudes behandelt werden soll
  • wie groß der zu behandelnde Bereich ist
  • wie stark der Befall ist
  • wie sich die örtliche Situation gestaltet (Raumgeometrie, Balkenstärken, Luftdichtheit des Raums, etc.)
  • wie viele Heißluftgeräte und Fahrzeuge benötigt werden
  • die Zugänglichkeit der Befallsstelle im Allgemeinen
  • die erforderlichen Schutzmaßnahmen für hitzeempfindliche Teile
  • weiters erforderliche Nebenarbeiten

Das Einholen mehrerer Angebote und gegebenenfalls auch mehrerer Expertisen zur fachgerechten und wirksamen Ausführung ist in jedem Fall empfehlenswert. Vor Beginn der Arbeiten sollte vom ausführenden Unternehmen ein Festpreis-Angebot vorgelegt werden.

Eine Besichtigung im Vorfeld ist in den allermeisten Fällen zwingend erforderlich, da auch Untersuchungen an der betroffenen Holzbauteilen vorgenommen werden müssen, um die Bekämpfungsmaßnahmen fachgerecht und zielgerichtet planen zu können. In den meisten Fällen sind diese Untersuchungen aber kostenfrei, wenn später der Auftrag erteilt wird.