Wenn der Klempner kommt: Welche Kosten fallen an?

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Ob verstopfte Rohre oder die Installation eines Waschbeckens oder die Reparatur eines Wasserrohrs: die Aufgaben eines Klempners sind vielfältig und häufig werden gerade diese Handwerker besonders dringend benötigt. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, welche Kosten für die Arbeiten des Klempners anfallen.

Frage: Was kostet die Arbeit eines Klempners?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal immer nur schwer sagen, die Kosten richten sich sowohl nach der Art der Tätigkeit als auch nach der Preisgestaltung des jeweiligen Unternehmens.

Unterscheiden muss man dabei einmal grundsätzlich, ob:

  • es sich um eine gewöhnliche Monteurstunde handelt
  • ob es sich um einen Meisterbetrieb handelt
  • es um eine Rohröffnung im Notfall geht

Gewöhnliche Monteurstunden

Wenn bei der Verrechnung eine gewöhnliche Monteurstunde zur Anwendung kommt, liegen die Kosten dafür meist im Bereich von 30 EUR bis 70 EUR je Stunde. Dazu muss in den allermeisten Fällen noch eine Pauschale für die Anfahrt gerechnet werden, die sich bei kurzen Anfahrtsstrecken gewöhnlich im Bereich von 20 EUR bis 30 EUR bewegt.

Die Stundensätze werden je nach Betrieb unterschiedlich hoch ausfallen – sie errechnen sich sowohl aus den Lohnkosten und Lohnnebenkosten für den einzelnen Monteur als auch aus den allgemeinen Umlagekosten des Betriebs (Anschaffung und Wartung von Geräten, allgemeine Betriebskosten und Organisationskosten des Unternehmens, Kosten für Steuern und Gewinn, etc.). Unternehmen haben gewöhnlich ja deutlich mehr Kosten zu decken als allein nur die Kosten für die Monteure.

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Beim Einsatz spezieller Maschinen entstehen zusätzliche Kosten

Zusätzlich können gegebenenfalls auch Maschinenkosten zur Verrechnung kommen (etwa beim Einsatz von speziellen Rohrreinigungsmaschinen). Die Kosten für den Maschineneinsatz unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen, da die Kosten für die oft sehr teuren Geräte je nach Unternehmen auf mehr oder weniger Einsatzstunden pro Jahr umgelegt werden müssen.

Der Einsatz von professionellen Maschinen zu höheren Kosten führt dabei wegen der Effizienz der Maschinen nicht selten zu deutlich kürzeren Arbeitszeiten als ohne diese Maschinen erforderlich wäre. Damit gleicht sich das häufig bei den Gesamtkosten wieder aus, sodass der Maschineneinsatz die gesamten Reparaturkosten oft kaum verteuert sondern oft noch vergünstigt. Auch das muss dabei bedacht werden.

Meisterbetriebe

Bei Meisterbetrieben können die Stundensätze etwas höher liegen als bei reinen Handwerksbetrieben, die ohne Meistertitel arbeiten. Das muss allerdings nicht in jedem Fall so sein – am Ende werden die Kosten für die Arbeitsstunde vor allem von der betrieblichen Kalkulation im Einzelfall bestimmt.

Notfälle

Wenn der Klempnerbetrieb in einem Notfall tätig wird und das außerhalb der üblichen Arbeitszeiten abends oder am Wochenende stattfindet, können die Stundensätze deutlich höher liegen. In diesen Fällen müssen Sie häufig mit Stundensätzen von 100 EUR bis 150 EUR pro Stunde rechnen.

Auch Zuschläge sind grundsätzlich zulässig, allerdings dürfen sie nicht einfach (wie bei vielen unseriösen Rohrreinigungsdiensten) pauschal über den Gesamtbetrag erfolgen. Ein Zuschlag von bis zu 100 % darf auf Arbeits- und Wegkosten erfolgen, nicht auf andere Posten.

Welche Kosten für eine Rohrverstopfung im Notfall ansonsten genau anfallen können, lesen Sie an dieser Stelle.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Bei unserem Waschbecken im Bad fließt das Wasser nicht mehr ab. Wir rufen zu den üblichen Arbeitszeiten einen Klempnerbetrieb an, um das Problem beheben zu lassen. Die Verstopfung lässt sich vom Klempner relativ leicht mit mechanischen Mitteln beheben.

Posten Preis
Anfahrt – Pauschale 28 EUR
Arbeitszeit mechanische Rohrreinigung 65 EUR
Gesamtkosten 93 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein Kostenbeispiel für einen konkreten Einzelfall. Die Kosten für Rohrreinigungen in anderen Fällen können auch deutlich unterschiedlich liegen, insbesondere wenn mit anderen Methoden gearbeitet werden muss.

Frage: Wovon hängen die Kosten für einen Klempner ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen sind hier:

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Die Kosten für einen Klempner können je nach Arbeit sehr unterschiedlich ausfallen

  • die Art der Arbeit, die der Klempner vornimmt
  • zu welcher Zeit der Klempner tätig wird (gewöhnliche Arbeitszeit, Notfall, außerhalb der üblichen Arbeitszeiten)
  • ob zusätzlich ein Maschineneinsatz erfolgen muss (z. B. bei der Rohrreinigung durch den Klempner)
  • ob Materialkosten anfallen (Kleinteile, Dichtungen, Bauteile von Armaturen, chemisches Rohrreinigungsmaterial, etc.)
  • wie der Betrieb individuell seine Arbeitszeit kalkuliert

Gerade bei größeren Arbeiten lohnt sich das Einholen von mehreren Kostenvoranschlägen. Beim Vergleich sollte immer darauf geachtet werden, dass auch von jedem Betrieb die gleiche Leistung kalkuliert wird und auf jedem Kostenvoranschlag auch tatsächlich alle Leistungen enthalten sind. Ansonsten kann es später trotz günstigem Kostenvoranschlag zu möglicherweise teuren Mehrkosten kommen.

Frage: Wie kalkulieren Handwerksbetriebe ihre Stundensätze? Warum ist das so teuer?

Kostencheck-Experte: Bei einer Handwerksstunde darf man nicht nur den Lohn des einzelnen Handwerkers als bestimmende Größe sehen.

Der Bruttolohn des Mitarbeiters macht nur etwa 28 % beim kalkulierten Stundensatz aus. Dazu müssen allein noch 10 % bis 15 % tarifliche Sozialaufwendungen gerechnet werden (Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Monteure, je nach Bezahlung). Weitere 8 % bis 12 % fallen für die gesetzliche Sozialversicherung an (Arbeitgeberanteile für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) sowie für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und die Löhne an gesetzlichen Feiertagen.

Damit verursacht also bereits der einzelne Monteur deutlich mehr Kosten, als er am Ende verdient. Das sind aber nur die Kosten für den einzelnen Arbeitnehmer. Gegebenenfalls werden auch noch Aus- und Weiterbildungskosten in diesem Bereich mit eingerechnet, da gerade in Klempnerbetrieben hoch qualifizierte Mitarbeiter eingesetzt werden.

25 % bis 35 % des Stundenlohns machen betriebliche Aufwendungen aus (sogenannte Umlagekosten oder Gemeinkosten): Autos müssen angeschafft und bezahlt werden, Geräte müssen gekauft, gewartet und repariert werden, die Gehälter der Mitarbeiter im Büro müssen bezahlt werden, dazu kommen noch Kosten für den Unterhalt des Betriebsgebäudes (Wasser, Strom, Heizung, Gas).

Dazu ist in diesem Bereich auch der Gewinn des Inhabers mit eingerechnet, der allerdings nur einen kleinen Teil der Kosten ausmacht (meist rund 1 EUR bis 1,50 EUR je 50 EUR Stundensatz).

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