Einfahrt pflastern: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

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Wenn es darum geht, die Einfahrt zu pflastern, sollte man die Kosten auf jeden Fall realistisch im Blick haben. Oft werden diese Kosten unterschätzt. Was das Pflastern der Einfahrt kosten kann, erklärt ausführlich der der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Ist das Pflastern denn eine kostengünstige Möglichkeit, die Einfahrt zu befestigen?

Kostencheck-Experte: Der günstigste Belag für eine Einfahrt ist sicher loser Schotter oder Kies – aber diese Belagsart ist bestimmt nicht jedermann’s Sache. Asphalt lohnt sich nur bei großen Einfahrten wegen der vergleichsweise hohen Kosten bei kleinen Flächen. Eine kleine Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten finden Sie auch an dieser Stelle.

Pflastersteine sind durchwegs eine recht gute Lösung, um eine Einfahrt zu befestigen, die auch optisch attraktiv ist und auch sonst noch einige Vorteile mit sich bringt. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer gepflasterten Einfahrt steht also oft dafür.

Frage: Was kostet das Pflastern einer Einfahrt?

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Die Preise für das Pflastern einer Einfahrt variieren stark
Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht sagen. Schon die Kosten von Pflastersteinen variieren in einem sehr weiten Bereich – im günstigsten Fall kosten die Steine rund 10 EUR pro m², im teuersten Fall kann das auch über 100 EUR pro m² reichen.

Dazu kommen noch die Kosten für den Unterbau und das Verlegen der Steine, die ebenfalls in einem weiten Bereich variieren können. Man kann also kaum eine pauschale Kostenaussage machen, dazu sind die Kosten im Einzelfall zu unterschiedlich.

Ein kleines Preisbeispiel aus der Praxis

Eine 40 m² große Einfahrt soll mit Pflastersteinen in guter Qualität belegt werden. Alle Arbeiten werden von einem darauf spezialisierten Betrieb durchgeführt, sie laufen unproblematisch und ohne größere Hindernisse ab.

Posten Preis
Erdaushub, 45 cm tief inklusive Entsorgung des Erdreichs 640 EUR
Unterbau herstellen inkl. Splittbett 860 EUR
Verlegen des Pflasters 1.060 EUR
Arbeitszeit, zusätzlich 760 EUR
Materialkosten Schotter und Splitt 170 EUR
Materialkosten Pflastersteine 3.005 EUR
Materialkosten Randsteine 140 EUR
Gesamtkosten 6.635 EUR
Gesamtkosten je m² 165 EUR pro m²

Unser Kostenbeispiel ist natürlich nur ein einzelnes Kostenbeispiel. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, vom ausführenden Unternehmen oder vom verwendeten Pflaster kann der Preis in anderen Fällen natürlich deutlich unterschiedlich sein.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten beim Pflastern ab?

Kostencheck-Experte: Zunächst natürlich von den Pflastersteinen selbst – aber auch andere Kosten können recht unterschiedlich sein. Abhängig ist der Endpreis von folgenden Faktoren:

  • den Kosten für den Erdaushub
  • den Kosten für den Unterbau und das Splittbett
  • dem Aufwand für das Verlegen des Pflasters
  • den verwendeten Randsteinen
  • von einer eventuellen Entwässerung
  • dem Arbeitsaufwand insgesamt auf der Baustelle

Frage: Pflastersteine können, wie Sie schon gesagt haben, sehr unterschiedlich teuer sein – woran liegt das?

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Schon bei den Pflastersteinen gibt es große Preisunterschiede
Kostencheck-Experte: Vor allem an der Art der Steine. Am kostengünstigsten ist einfaches Betonpflaster. Solche Pflastersteine kosten gewöhnlich 10 EUR pro m² bis 15 EUR pro m² und sind eine eigentlich recht haltbare und robuste Pflastersorte.

Für Betonpflaster, das zusätzlich behandelt ist (etwa gefärbt oder mit einer speziellen Oberflächenbehandlung versehen) kann der Preis noch geringfügig höher liegen. Deutlich teurer sind meist versickerungsfähige Öko-Betonpflastersteine – hier liegen die Quadratmeterpreise in der Regel zwischen 15 EUR pro m² und 20 EUR pro m². Dafür spart man sich auch die sonst oft notwendige Entwässerung der Einfahrt.

Teurer wird es hingegen, wenn man statt Betonpflaster Natursteine für das Pflastern der Einfahrt verwendet. Basalt, Gneis und Granit sind meist nur geringfügig teurer als Betonpflaster, wenn sie unbehandelt sind.

Porphyr, Edelgranit oder andere marmorierte Gesteinsarten können dann aber bereits 50 EUR pro m² bis 100 EUR pro m² oder sogar deutlich darüber kosten.

Frage: Was muss man bei den Kosten für den Erdaushub beachten?

Kostencheck-Experte: In der Regel geht es nur um ein Auskoffern des Untergrunds im Bereich von maximal einem halben Meter. Solange die Untergrundbeschaffenheit unproblematisch ist, verursacht das überschaubare Kosten.

Bei problematischen Böden kann eine solche Auskofferung jedoch schnell deutlich teurer werden und leicht das Doppelte oder Dreifache von dem angegebenen Wert in unserem Kostenbeispiel ausmachen. Je steiniger und felsiger der Boden desto teurer in der Regel.

Auskunft darüber gibt im Allgemeinen die Bodenklasse – bei Klassen ab 5 müssen Sie bereits mit höheren Kosten rechnen. Wenn das ausgekofferte Erdreich nicht auf dem Grundstück weiterverwendet wird, muss es entsorgt werden – dafür fallen ebenfalls Kosten an. In den meisten Fällen wird das allerdings nicht über 5 EUR pro m² – 10 EUR pro m² hinausgehen.

Frage: Wie berechnen sich die Kosten für den Unterbau und das Splitbett?

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Schon die Vorbereitung des Untergrundes kostet gutes Geld
Kostencheck-Experte: Über den Materialverbrauch und den Arbeitsaufwand beim Einbau, weil der Unterbau entsprechend verdichtet werden muss.
Die Materialkosten sind relativ gering – für eine Tonne Schotter müssen Sie rund 10 EUR pro m³ bis 15 EUR pro m³ rechnen, bei Splitt liegen die Kosten meist im Bereich von 5 EUR pro m³ bis zu 10 EUR pro m³.

Der Arbeitsaufwand wird meist nach Stunden abgerechnet, selten pauschal oder nach Quadratmetern. Insgesamt müssen Sie für den Unterbau aber auf jeden Fall 40 EUR pro m² bis 50 EUR pro m² an Kosten veranschlagen, in den meisten Fällen mehr.

Wenn Sie ein versickerungsfähiges Pflaster möchten, wird der Unterbau ebenfalls entsprechend angepasst – in diesen Fällen können geringfügig höhere Kosten auf Sie zukommen.

Frage: Was kosten Randsteine?

Kostencheck-Experte: Die Preise variieren hier ebenso wie bei den Pflastersteinen – im Allgemeinen beginnen sie bei rund 5 EUR pro laufendem Meter. Je nachdem, für welche Modelle Sie sich entscheiden kann der Preis nach oben hin aber noch deutlich höher ausfallen.

Frage: Wie sieht es mit den Kosten für das Pflastern an sich aus?

Kostencheck-Experte: Hier spielt vor allem der Zeitaufwand die wichtigste Rolle für den Preis. Einfache Pflaster in unkomplizierten Verlegemustern sind recht schnell verlegt – wer Sonderwünsche hat, treibt den Aufwand hier aber schnell in die Höhe.

Geometrische Muster im Pflaster oder komplizierte Verlegearten verursachen schnell einen deutlich höheren Zeitaufwand – und damit auch natürlich einen höheren Arbeitspreis.

Das abschließende Einkehren der Fugen ist der letzte Arbeitsschritt, der beim Pflastern anfällt. Dafür werden aber kaum mehr Kosten fällig, sowohl der Fugensand als auch die Arbeit an sich kosten nur sehr wenig.

Frage: Welche Kosten müsste man für eine Entwässerung rechnen?

Kostencheck-Experte: Zunächst einmal schreibt nicht jede Kommune überhaupt eine Entwässerung der Einfahrt vor. Von Kommune zu Kommune ist auch unterschiedlich, wie die Entwässerung beschaffen sein muss.

Wer ein Sickerpflaster (natürlich mit entsprechendem Unterbau) verwendet, kann auf eine Entwässerung in den meisten Fällen komplett verzichten. Bei kleineren Einfahrten darf meist auch im Randbereich versickert werden – dafür genügt ein entsprechend geplantes Gefälle.

Höhere Kosten fallen nur dann an, wenn über eine Rinne in einen separaten Versickerungsschacht oder in eine Rigole eingeleitet werden muss. Im günstigsten Fall kostet die Rinne rund 30 EUR je laufendem Meter und der passende (kleine) Sickerschacht rund 60 EUR pro Stück. Wenn das Ganze hochwertiger ausgeführt werden soll (beispielsweise mit einer Edelstahlrinne) oder mit einer Zisternen-Lösung können die Kosten auch schnell deutlich teurer werden und mehrere hundert Euro betragen.

Frage: Wie kann man beim Pflastern der Einfahrt Geld sparen?

Kostencheck-Experte: Zum einen natürlich über die Auswahl von kostengünstigen Pflastersteinen. Bei der Ausführung des Unterbaus kann man an sich nur wenig sparen, weil der Unterbau immer entsprechend tragfähig sein muss. Ein weiterer Punkt, der sehr viel Kosten sparen kann, ist natürlich Eigenleistung.

Frage: Kann man auch selbst pflastern?

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Pflastern ist komplizierter als es aussieht
Kostencheck-Experte: Wer damit keine Erfahrung hat, wird höchstwahrscheinlich Probleme bekommen. Pflastern ist nicht so einfach, wie es aussieht, allein das Herstellen eines passenden und gleichmäßigen Gefälles ist oft schon trickreich.

Den Unterbau kann man – mit ausreichend Zeit und Schweiß – aber problemlos selber herstellen. Auch den Einbau des Schotterbetts kann man nach Anleitung selbst durchführen. Damit hat man die unter Umständen teuren Kosten für den Aushub und auch die Kosten für den Unterbau bereits gespart. Das Betonfundament für die Randsteine kann man ebenfalls selbst gießen, auch hier lassen sich natürlich Kosten sparen.

Wer sich das Pflastern tatsächlich selbst zutraut, und vielleicht ein wenig fachmännische Anleitung und Hilfe hat, für den rechnet sich das aber durchaus: Die Materialkosten in unserem Kostenbeispiel lagen immerhin bei lediglich 3.300 EUR – würde man kostengünstige Betonsteine verwenden sogar bei nur 800 EUR.

Die Kosten für die Miete eines Minibaggers (sofern nötig) liegen bei rund 100 EUR pro Tag, eine Rüttelplatte für den Einbau des Unterbaus kann man im Allgemeinen ab rund 30 EUR – 40 EUR pro Tag mieten.

Frage: Rein interessehalber: Wie würden vergleichsweise die Kosten für eine gekieste Einfahrt liegen?

Kostencheck-Experte: Das ist etwas schwierig zu sagen, weil man hier die Kosten für den Kies berücksichtigen muss.

Für eine stabile Einfahrt, die auch befahren werden kann, ist der gleiche Unterbau wie für Pflaster nötig – mit identischen Kosten. Eine Wabenmatte, die den Kies festhält und Spurrillen vermeidet kostet rund 20 EUR pro m². Für Kies müssen Sie im Allgemeinen 8 EUR pro m² bis 20 EUR pro m² bei einfachen Kiessorten rechnen, Splitt ist etwas günstiger, liegt insgesamt aber ebenfalls mindestens bei 6 EUR pro m² bis 8 EUR pro m² bei einer sinnvollen Aufbauhöhe.

Sollten L-Steine am Rand erforderlich sein, müssen Sie mit rund 30 EUR – 45 EUR pro laufendem Meter rechnen, durch den Einsatz von Wabengittern können Sie aber häufig darauf verzichten.

Sie sehen also: bei einem stabilen, ebenso belastbaren Aufwand wie bei Pflaster liegen die Kosten für eine gekieste Auffahrt kaum geringer als bei günstigem Betonpflaster.

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