Dachrinne erneuern: diese Kosten müssen Sie rechnen

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Die Erneuerung einer Dachrinne ist eine der überaus wichtigen Arbeiten am Haus – eine anstehende Erneuerung sollte keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden. Welche Kosten Sie für das Erneuern der Dachrinne rechnen müssen, und welche Kostenunterschiede es dabei geben kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Warum ist die Dachrinnen-Erneuerung so wichtig?

Kostencheck-Experte: Die Dachrinne ist einer der „neuralgischen Punkte“ am Haus: auf das Dach auftreffendes Regenwasser muss zügig und möglichst vollständig über die Regenrinne und die Fallrohre abgeleitet werden.

Gibt es Probleme mit dem Wasserabfluss, folgen die Schäden am Gebäude auf dem Fuße: durchnässte Fassaden, durchfeuchtetes Mauerwerk, das nicht mehr trocknet, stehendes Wasser am Mauerwerksfuß der Kellerwände und massive Feuchteschäden am gesamten Gebäude mit einer meist schnell folgenden, massiven Schimmelbildung an unterschiedlichen Stellen im Haus.

Dieses Schadensbild kann allerdings durchaus auch von einer lediglich undichten Dachrinne herrühren. Die Schäden sind dann meist eher punktuell begrenzt.

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Durch eine kaputte Dachrinne kann das gesamte Mauerwerk geschädigt werden

Beide Fälle zeigen aber eines: Wer seine Dachrinne und die Fallrohre nicht sofort repariert oder austauscht, wenn sie eine Beschädigung aufweisen, kann sich nachfolgend enorme Schäden am gesamten Gebäude einhandeln. Undichte, verlegte oder beschädigte Dachrinnen sind in der Praxis mehr als nur selten die eigentliche, auslösende Ursache für Feuchteprobleme.

Die Kosten für die Erneuerung einer Dachrinne zu sparen geht also meist nach hinten los: Was danach kommt, wenn man nicht rechtzeitig repariert oder austauscht, ist wesentlich teurer.

Frage: Was kostet das Erneuern einer Dachrinne?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nur schwer sagen – das hängt sowohl vom Material der Dachrinne als auch von der Länge der Rinne ab, dazu spielen noch einige andere Faktoren eine Rolle.

In der Praxis liegen die Kosten für eine komplette Erneuerung meist irgendwo im Bereich zwischen 40 EUR bis 100 EUR pro laufendem Meter, wenn der Fachmann die Erneuerung durchführt. Lediglich bei Kupferrinnen kann der Preis für die Erneuerung noch höher liegen – hier sind auch bis zu 130 EUR pro laufendem Meter noch durchaus möglich.

Die reinen Materialpreise für die Dachrinne sind allerdings deutlich günstiger – sie beginnen bereits bei 4 EUR pro laufendem Meter für günstige Kunststoff-Dachrinnen.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen bei unserem Einfamilienhaus die Dachrinne erneuern lassen und beauftragen damit einen Fachbetrieb. Insgesamt beträgt die Länge der Rinne 20 m, wir benötigen 2 Ecken.

PostenPreis
Gerüstkosten340 EUR
Alte Rinne demontieren und entsorgen220 EUR
Materialkosten neue Zinkrinne310 EUR
Montagekosten für neue Rinne280 EUR
Gesamtkosten1.150 EUR
Gesamtkosten je laufendem Meter57,50 EUR pro laufendem Meter inklusive aller Nebenkosten
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Beim Austausch einer Dachrinne sind Vorschriften zu beachten

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel für eine ganz bestimmte Dachrinne und bestimmte örtliche Gegebenheiten. Die Kosten können für Dachrinnen-Erneuerungen an anderen Gebäuden auch deutlich unterschiedlich ausfallen.

Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits recht deutlich, dass die Materialkosten nur einen sehr kleinen Teil (lediglich etwas mehr als ein Viertel) der Gesamtkosten ausmachen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für eine Dachrinnen-Erneuerung in der Praxis ab?

Kostencheck-Experte: Der wichtigste Kostenfaktor ist zunächst einmal das Material der neuen Rinne. Durch die unterschiedlichen möglichen Materialien werden sehr deutliche Kostenunterschiede verursacht.

Danach spielen aber auch noch folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Länge der Rinne
  • die Höhe des Gebäudes und die Zugänglichkeit des Dachs
  • die Zahl der nötigen Ecken
  • die benötigten Zubehörteile für die Rinnenmontage
  • die Arbeitskosten für die Entsorgung der alten und die Montage der neuen Rinne

All das muss man in Betracht ziehen, wenn es um eine zuverlässige Kostenschätzung für die Erneuerungskosten bei der Dachrinne geht.

Frage: Inwieweit spielt die Länge der Rinne eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Sowohl die Material- als auch die Montagekosten werden in der Regel nach laufendem Meter abgerechnet. Aus diesem Grund ist die Länge der Rinne also das hauptsächliche Maß, nach dem kalkuliert wird – neben dem Material.

Frage: Welchen Meterpreis haben die einzelnen Materialien bei der Dachrinne?

Kostencheck-Experte: Die üblichen Meterpreise liegen bei Kunststoff-Dachrinnen im Bereich von 4 EUR bis 6 EUR pro laufendem Meter. Damit ist Kunststoff das mit Abstand günstigste Material – allerdings muss man diese Aussage mit Vorsicht genießen.

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Kupferdachrinnen sind zwar teurer aber der Preis lohnt sich

Zink und Kupfer sind als Materialien zwar teurer – Zink-Dachrinnen liegen preislich bei rund 8 EUR bis 10 EUR je laufendem Meter, Kupfer aktuell bei 22 EUR bis 28 EUR pro laufendem Meter – dafür halten beide aber auch deutlich länger.

Kunststoff-Dachrinnen haben vielfach nur eine Lebensdauer von 5 Jahren – Zink-Dachrinnen können oft leicht bis zu 30 Jahre ohne einen einzigen Schaden bestehen. Der geringe Kostenvorteil von Kunststoff ist also angesichts der kurzen Haltbarkeit eigentlich kein nennenswerter Preisvorteil.

Kupfer ist immer starken Preisschwankungen unterworfen, dementsprechend kann sich der Preis von Kupferteilen auch deutlich ändern, je nachdem wie Angebot und Nachfrage bei Kupfer sich gerade zueinander verhalten.

Frage: Welche Zubehörteile braucht man bei Rinnen noch?

Kostencheck-Experte: Hier gibt es drei wichtige Gruppen von Teilen, die man für jede Rinne benötigt:

  • Halter, Schellen und Verbinder
  • Ecken und Endstücke
  • Rinnenstutzen (Ablauf) und Fallrohre

Auch diese Zubehörteile unterscheiden sich bei ihren Kosten, je nachdem aus welchem Material sie gefertigt sind. Rinnenhalter kosten aus Zink und aus Kunststoff meist zwischen 1 EUR und 3 EUR, Rinnenhalter für Kupferrinnen sind dagegen mit 12 EUR bis 15 EUR mindestens 5 mal so teuer.

Auch bei den Schellen ist Zink am günstigsten 1 EUR bis 2 EUR pro Stück, Kunststoff-Schellen kosten meist zwischen 4 EUR und 6 EUR pro Stück. Auch hier ist Kupfer wieder mit 5 EUR bis 8 EUR deutlich am teuersten.

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Zink ist das günstigste Material für Dachrinnen

Zinkrinnen benötigen keine Verbinder, da die einzelnen Rinnenteile vor Ort miteinander verlötet werden. Bei Kunststoff muss man mit 2 EUR bis 5 EUR je Verbinder rechnen, bei Kupfer mit 10 EUR bis 12 EUR je Verbinder.

Bei den Endstücken liegen alle 3 Materialien relativ nahe beieinander, bei den Ecken gibt es jedoch deutliche Unterschiede: Kunststoff-Eckelemente kosten 9 EUR bis 16 EUR, Zink ist mit 18 EUR bis 20 EUR nur mäßig teurer – Kupfer mit 20 EUR bis 25 EUR wieder am teuersten.

Am meisten interessiert aber in der Regel der Preis für die Fallrohre – immerhin werden vom Fallrohr einige Meter benötigt. Die Preise im Vergleich sehen Sie in der untenstehenden Tabelle:

Fallrohr-MaterialPreis je laufendem Meter
Kunststoff-Fallrohr3 EUR bis 5 EUR je laufendem Meter
Zink-Fallrohr10 EUR bis 12 EUR je laufendem Meter
Kupfer-Fallrohr21 EUR bis 27 EUR je laufendem Meter

Die Preisunterschiede summieren sich natürlich über große Längen und machen dabei deutliche Mehrkosten bei Zink und Kupfer gegenüber Kunststoff aus.

Wie sieht es mit den Montagekosten je laufendem Meter aus?

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Die Montagekosten werden oft pro Laufmeter berechnet

Kostencheck-Experte: Bei Kupfer und Kunststoff liegen die Montagekosten gleich hoch – in der Praxis kann man hier von Montagekosten im Bereich von 8 EUR bis 10 EUR je laufendem Meter ausgehen.

Zink ist mit 13 EUR bis 18 EUR je laufendem Meter deutlich teurer. Das liegt daran, weil die einzelnen Rinnenteile bei Zinkrinnen nicht von einfachen Verbindern zusammengehalten, sondern einzeln verlötet werden müssen.

Bei den Entsorgungskosten für eine alte Rinne spielt das Material dagegen kaum eine Rolle – hier müssen Sie in allen Fällen meist um die 10 EUR bis 15 EUR je laufendem Meter für die Demontage und Entsorgung rechnen.

Welche Gerüstkosten fallen an?

In vielen Fällen kann bei einer ebenen, befahrbaren Umgebung des Hauses ein einfaches Fahrgerüst verwendet werden. Die Kosten dafür liegen meist bei rund 200 EUR.

Ist das nicht möglich, muss auf herkömmlichem Weg eingerüstet werden – das kann dann Kosten von bis zu 1.000 EUR verursachen.

Es empfiehlt sich deshalb, bei Arbeiten am Dach oder an der Fassade auch immer gleich die Dachrinne zu prüfen und gegebenenfalls gleich austauschen zu lassen. Dadurch kann man sich teure Gerüstkosten sparen, wenn man das ohnehin schon vorhandene Gerüst gleich auch für den Austausch der Dachrinnne nutzt.

Frage: Lohnt es sich denn überhaupt, eine Kunststoffrinne zu kaufen?

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Ein Kunststofffallrohr ist deutlich günstiger als ein Fallrohr aus Zink

Kostencheck-Experte: Der Kostenunterschied zur Zinkrinne ist relativ gering, außer beim Fallrohr.

Angesichts einer meist fünf- bis sechsmal so langen Haltbarkeit erscheint die Zinkrinne aber in jedem Fall auf lange Sicht deutlich günstiger.

Selbst solide, langlebigere Kunststoffrinnen müssen in der Zeit, in der die Zinkrinne hält, mindestens dreimal ausgetauscht werden – das verursaucht deutlich höhere Kosten – allein schon vom Material, dazu kommt noch der ganze Austausch-Aufwand. Zinkrinnen kann man zudem durch Löten sogar häufig noch reparieren, wenn sie einzelne schadhafte Stellen haben.

Kunststoffrinnen sind also tatsächlich nur selten lohnend.

Frage: Kann man eine Dachrinne nicht auch selbst montieren?

Kostencheck-Experte: Das Montieren einer Dachrinne erfordert schon eine gewisse Fachkenntnis und Erfahrung – es sollte dabei keinesfalls Fehler oder Ungenauigkeiten passieren, da das zu schweren Schäden am Gebäude führen kann.

Dachrinnen sollten immer vom Fachmann montiert werden.