Fliesen legen: Welche Kosten entstehen pro m²?

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Zum Fliesenlegen gehört schon einiges an Geschick – aus diesem Grund wird das in der Regel der Fachmann machen. Welche Quadratmeterreise man für das Verlegen lassen zahlen muss, erklärt unser Hausjournal Kostenexperte ausführlich im Interview.

Frage: Kann man die Kosten für Fliesenarbeiten überhaupt pro m² angeben?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Grundsätzlich kann man das schon, und viele Fliesenleger tun das auch. Für den Fliesenleger ist so aber schwierig zu kalkulieren. Immerhin hängt sein Zeitaufwand stark davon ab, was sich auf einem Quadratmeter genau befindet:

  • eine gerade, ebene Fläche
  • eine Fläche, die zunächst ausgeglichen werden muss
  • ein Stück Boden, das komplizierte Ecken und Kanten aufweist
  • ob es sich um eine Wand- oder eine Bodenfläche handelt

Dazu kommt dann noch die Größe der Fliesen: Großformate sind nicht nur im Trend, sondern bei passendem Untergrund oft auch deutlich schneller und einfacher zu verlegen.

Kleine Fliesenformate und komplizierte Verlegemuster bedeuten dagegen einen massiv höheren Zeitaufwand.

Frage: In welchem Rahmen bewegen sich die Preise für Fliesenlegen pro m² in der Praxis?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Fliesenleger kalkulieren ganz unterschiedlich – in der Regel können Sie aber davon ausgehen, dass die Quadratmeterpreise für das Verlegen irgendwo zwischen 35 und 65 EUR pro m² liegen. Das betrifft aber nur das Verlegen selbst.

Frage: Welche Posten kommen hier auf der Rechnung noch dazu?

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Das Verlegen spezieller Formen ist etwas teurer
Eine notwendige Untergrundvorbereitung (wie Spachteln und Grundieren) wird fast immer separat berechnet. Auch das Verlegen von Schwellen- und Kantenleisten wird meist nach laufendem Meter abgerechnet.

Dazu kommt noch der Materialverbrauch (Fliesenmörtel oder Fliesenkleber, Fugmörtel, Silikon, Spachtelmaterial für den Untergrund, etc.). Auch dafür müssen Sie noch extra bezahlen.

Zudem müssen Sie noch die Anfahrt (oder mehrere Anfahrten) mit einkalkulieren. Zum Quadratmeterpreis für das Verlegen kommen also noch eine ganze Menge weiterer Ausgaben.

Frage: Können Sie uns ein Beispiel geben?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Ich habe Ihnen ein Kostenbeispiel aus der Praxis mitgebracht. In einem geraden Kellerraum mit 55 m² Größe sollen Fliesen am Boden verlegt werden. Der Untergrund muss zunächst noch vorbereitet werden, das übernimmt in diesem Fall der Fliesenleger. Es ist kein besonderes Muster vorgesehen, verlegt werden keramische Fliesen in mittlerer Größe.

Arbeitsschritt Preis ca.
Untergrund spachteln, grundieren 180 EUR
Fliesen und Verfugen 2.060 EUR
Zusatzarbeiten 185 EUR
Sockelleisten anbringen 110 EUR
Materialkosten 180 EUR
Anfahrtskosten 120 EUR
Gesamtkosten 2.835 EUR

Das ist natürlich nur ein einzelnes Beispiel aus der Praxis. Je nach Gegebenheiten vor Ort können die Kosten natürlich auch deutlich unterschiedlich sein. Zum oben ermittelten Preis müssen Sie übrigens auch noch die Kosten für die Fliesen hinzurechnen.

Frage: Wie werden Nebenarbeiten abgerechnet, die nicht im Quadratmeterpreis enthalten sind?

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Im Stundenpreis sind auch alle Nebenarbeiten enthalten
Unser Hausjournal Kostenexperte: Materialpreise sind ja durch die Materialkosten vorgegeben, Leisten werden häufig nach laufendem Meter abgerechnet.

Für den zusätzlichen zeitlichen Aufwand kann man – ganz grob – rund 40 – 50 EUR pro Stunde als Richtwert ansetzen. Auf dieser Basis werden alle Arbeiten kalkuliert, die nicht direkt Fliesen oder Verfugen sind.

Frage: Welche Kriterien bestimmen überhaupt den Quadratmeterpreis beim Fliesenlegen?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Der Quadratmeterpreis spiegelt vor allem den Zeitaufwand beim Verlegen wider, den der Fliesenleger hat. Dementsprechend wird der Quadratmeterpreis von allen Dingen bestimmt, die eine mehr oder weniger deutliche Auswirkungen auf den Zeitaufwand beim Verlegen haben.

Erhöhend auf den Preis wirken sich aus:

  • Verlegen in einem Mörtelbett (ist deutlich aufwändiger als einfaches Kleben der Fliesen)
  • Mosaike
  • komplizierte Verlegemuster
  • komplizierte Grundrisse im Raum
  • schwierige Zuschnittarbeiten (Feinsteinzeug, Natursteinplatten)
  • gewünschte minimale Fugenbreite (oft nur 2 mm oder weniger, bei Großformaten liegt das schon lange im Trend)

Etwas geringere Kosten gelten dagegen häufig für

  • Großformat-Fliesen (erleichtern das Verlegen bei großen Flächen oft)
  • gerade, einfache Grundrisse (wie bei unserem Kellerraum im Beispiel)
  • einfache Zuschnitte

Frage: Wie kann man die Kosten pro m² möglichst senken?

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Durch das Vorbereiten des Untergrunds können Kosten gespart werden
Unser Hausjournal Kostenexperte: In der Regel gibt der Fliesenleger sein Angebot direkt nach der Besichtigung der Baustelle ab und kalkuliert seinen Quadratmeterpreis dabei unabhängig selbst.

Geld sparen kann man aber vor allem bei den Nebenkosten. So lässt sich beispielsweise die notwendige Untergrundvorbereitung in vielen Fällen auch selbst gut machen.

Wenn man die Fliesen selbst direkt neben den Verlegebereich transportiert, kann man dem Fliesenleger manchmal einiges an Arbeit ersparen – und sich selbst einiges an Kosten.

Frage: Lohnt es sich, selber zu fliesen?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Das kommt natürlich darauf an, wie viel Erfahrung und Fachkenntnis man mitbringt. Fliesen legen ist nicht so einfach, wie es aussieht – gerade bei komplizierteren Verlegungen stößt man als Heimwerker oft recht schnell an seine Grenzen.

Bei dem hohen Preis, den man für hochwertige Fliesen zahlen muss – und bei ihrer jahrzehntelangen Haltbarkeit – stellt sich überdies die Frage, ob man ein optisch mangelhaftes Ergebnis riskieren möchte. Beim Zuschneiden von Feinsteinzeug oder gar Naturstein könnten Sie außerdem ohne wirklich fachgerechtes Werkzeug Probleme bekommen.

Die Kostenersparnis ist dabei aber schon signifikant – Materialkosten muss man beispielsweise aber auch beim Selbstverlegen tragen, meist sind die Materialkosten dann auch noch um 20 – 30 % höher als beim Fachhandwerker.

Frage: Kann man die Kosten für den Fliesenleger denn steuerlich geltend machen?

Unser Hausjournal Kostenexperte: Sie können die Arbeitskosten (nicht die Materialkosten!) bis zu einem bestimmten Höchstbetrag auch als Arbeitnehmer steuerlich geltend machen. Dafür muss die Rechnung per Überweisung bezahlt worden sein und dem Finanzamt vorgelegt werden – zudem müssen auf der Rechnung die Arbeitsentgelte separat ausgewiesen werden.

Tipps & Tricks

Lassen Sie Ihre Fliesen am besten immer nur von einem Fliesenleger-Fachbetrieb verlegen, auch wenn Sie unter Umständen günstigere Angebote erhalten. Fehler oder Ungenauigkeiten lassen sich später nur mit sehr viel Mühe wieder korrigieren – und bereiten eine Menge Ärger. Billigstangebote angenommen zu haben bereuen später viele.

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