Wasserleitung verlegen: mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

wasserleitung-verlegen-kosten

Wenn eine zusätzliche Dusche angeschlossen oder die Hausinstallation komplett erneuert werden soll: das Verlegen von Wasserleitungen ist in beiden Fällen eine Hauptaufgabe. Der Kostencheck-Experte erklärt, welche Kosten dabei anfallen.

Frage: Was kostet das Verlegen von Wasserrohren?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nicht beziffern, das hängt immer auch von den örtlichen Gegebenheiten und von der Menge der benötigten neuen Leitungen ab.

Unterscheiden muss man zunächst:

  • ob eine komplette Hausinstallation erneuert werden soll
  • ob einzelne zusätzliche Leitungen benötigt werden

Wenn die komplette Hausinstallation erneuert wird – etwa bei einem Altbau mit bereits maroden Metallrohren – liegen die Kosten beim Verlegen durch den Fachmann relativ hoch.

Aus Kostengründen werden bei der Sanierung der Trinkwasserinstallation häufig die alten Rohre einfach abgeklemmt und eine komplett neue Installation wird verlegt. Das kommt häufig deutlich billiger als alte Rohre einzeln Rohr für Rohr auszutauschen.

Für einen groben Richtwert können Sie dabei von Kosten im Bereich von rund 30 EUR pro m² bis 35 EUR pro m² Wohnfläche ausgehen. Dazu kommen gegebenenfalls noch die Kosten für das Wiederverschließen der Wände und das Wiederherstellen der Wandverkleidung an der Stelle des Leitungsverlaufs.

Das Verlegen der neuen Wasserrohre kann – und darf – dabei aber auch selbst vorgenommen werden. Die Kosten, die dabei auf Sie zukommen, liegen je nach verwendetem Rohrsystem bei rund 2EUR bis 5 EUR je m Leitung, je nach gewähltem Leitungsmaterial. Einfache Systeme mit Steckverbindungen können heute auch von Laien problemlos selbst zusammengefügt und verlegt werden (das Löten von Kupferrohren erfordert dagegen eine fachlich durchaus hohe Kompetenz).

Lediglich den Anschluss an die Hausinstallation und den Anschluss an den Wasserzähler und Warmwasserbereitungsanlage muss zwingend der Installateur durchführen. Auf diese Weise werden die zeitaufwendigsten Arbeiten selbst vorgenommen und sehr deutlich Kosten gespart.

wasserleitung-verlegen-kosten

Der Anschluss der Wasserleitungen sollte von einem Fachmann durchgeführt werden

Wenn eine einzelne Leitung verlegt werden soll, können Sie beim Selbstverlegen ebenfalls von den oben bereits beschriebenen Kosten ausgehen. Der Installateur besorgt dann lediglich das Anschließen der Rohre an das vorhandene System.

Wenn die zusätzliche Wasserleitung komplett vom Installateur verlegt wird, richten sich die Kosten nach den örtlichen Gegebenheiten und den anfallenden Arbeiten. Das kann im Einzelfall ganz unterschiedlich sein. Für die einfachste Möglichkeit – auf Putz verlegte Rohre – können Sie grob von Kosten im Bereich von rund 25 EUR pro m ausgehen. In allen anderen Fällen wird das allerdings deutlich mehr sein. Für eine Unterputz-Verlegung sollten Sie auf jeden Fall mit 30 EUR je Meter bis 60 EUR je Meter rechnen. Dazu kommen noch die Kosten für das Schließen und Wiederherstellen des Wandstücks, wenn Sie das nicht selbst übernehmen wollen.

Kostenbeispiel aus der Praxis

In einem Altbau aus den zwanziger Jahren wird die alte Trinkwasserinstallation abgeklemmt und komplett neu verlegt. Das Haus hat 140 m² Wohnfläche. Es werden Kunststoffleitungen verlegt.

Posten Preis
Neu verlegen Trinkwasserleitungen, komplett 4.560 EUR
Komplettpreis 4.560 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um eine Kostenschätzung für einen konkreten Einzelfall mit bestimmten örtlichen Voraussetzungen. Die Kosten können bei anderen Gebäuden auch deutlich abweichen, abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und der Art der Installation.

Frage: Von welchen Dingen hängen die Kosten für das Verlegen von Wasserleitungen ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss einiges beachtet werden:

wasserleitung-verlegen-kosten

Nicht zuletzt ist die Anzahl und Art der Leitungen entscheidend für den Preis

  • ob eine einzelne Leitung oder eine komplette Hausinstallation verlegt wird
  • welche Leitungen verwendet werden
  • wie groß das Haus ist
  • wie der Leitungsverlauf aussieht
  • die anfallenden Arbeiten beim Verlegen
  • gegebenenfalls der Aufwand für das Wiederherstellen der Wandbekleidung
  • wie viel Eigenleistung beim Verlegen erbracht wird

Die Kosten lassen sich immer nur nach einer individuell ausgeführten Planung ermitteln, die sich nach den örtlich vorhandenen Gegebenheiten richtet (Besichtigung vor Ort). Das ist Sache des Fachmanns. Auch bei Eigenleistungen sollte man sich unbedingt schon zuvor an den Fachmann wenden und Leitungsverlauf und benötigte Leitungsart absprechen.

Frage: Welche Preisunterschiede gibt es bei Wasserleitungen?

Kostencheck-Experte: Heute kommen fast nur noch Rohre aus Kunststoff zum Einsatz. Sie sind auch deutlich kostengünstiger als die Alternative, Rohre aus Kupfer. Rohre aus anderen Metallen (Edelstahl) sind noch seltener und werden heute kaum noch verwendet.

Den Kostenunterschied kann man recht leicht ersehen:

Rohr-Material Kosten
Edelstahlrohr 6 EUR bis 7 EUR je Meter
Kupferrohr, 10 mm Durchmesser 4 EUR bis 5 EUR je Meter
Kunststoffrohr rund 0,80 EUR je Meter

Dazu kommt, dass Metallrohre einige nicht zu unterschätzende Nachteile haben: Auch Stahlrohre können – bedingt durch Wasserinhaltsstoffe – im Lauf der Zeit anfangen zu rosten. Bei Kupferrohren werden Metallionen ans Trinkwasser abgegeben. Beides ist nicht unbedingt gesundheitsschädlich, aber meist recht unappetitlich.

Zudem ist die Lebensdauer von Metallrohren begrenzt, nach rund 30 Jahren sollte über einen Austausch nachgedacht werden. Bei Kupferrohren liegt die übliche Lebensdauer dagegen bei 50 Jahren, gegebenenfalls sogar mehr.

Kostengünstige Kunststoffrohre sind daher in den meisten Fällen die bessere Wahl – und bieten neben dem Kostenvorteil auch technische Vorteile. Dabei sind allerdings unterschiedliche Rohrmaterialien in Verwendung. Was im Einzelfall am besten passt, kann nur der Fachmann beurteilen.

Die früher üblichen Bleirohre sollten auf jeden Fall zeitnah ersetzt werden – von ihnen gehen tatsächlich echte Gesundheitsgefahren aus, vor allem auf lange Sicht.

Frage: Was kosten Bögen und Verbinder bei herkömmlichen Leitungen?

Kostencheck-Experte: Für Bögen und Verbinder kann man grob 5 EUR bis 10 EUR kalkulieren.

Wenn Auslaufventile für Geräte benötigt werden, muss man mit Kosten von etwa 10 EUR bis 20 EUR rechnen.

Frage: Welche Kosten sind für den Arbeitsaufwand zu veranschlagen?

Kostencheck-Experte: Wenn ein Installateur eine neue Leitung oder ein neues Leitungsstück verlegt, richten sich die Arbeitskosten nach dem Zeitaufwand. Die verlangten Stundensätze hängen von der Preisstruktur des ausführenden Unternehmens ab. In den meisten Fällen bewegen Sie sich hier in einem Bereich von rund 40 EUR bis 70 EUR pro Stunde, das kann im Einzelfall aber auch abweichen. Zusätzlich zu den Arbeitskosten müssen auch die Kosten für eventuell benötigte Zusatzmaterialien noch einkalkuliert werden.

Frage: Was kosten Rohrverbindungen bei Kunststoff-Wasserleitungen?

wasserleitung-verlegen-kosten

Die Kosten für Rohrverbindungen sind eher gering

Kostencheck-Experte: In den meisten Fällen handelt es sich dabei um einfache Schraub- oder Steckverbindungen. Für eine Muffe zum Verbinden von zwei Rohren müssen Sie in den meisten Fällen rund 5 EUR rechnen.

Dabei sind auch Adapter für die Verbindung mit Kupferrohren erhältlich, die nur geringfügig teurer sind. Damit lassen sich Kunststoffrohre problemlos mit alten Kupferleitungen verbinden.

Frage: Was kostet es, eine Schlitzfräse zu mieten?

Kostencheck-Experte: Schlitze werden heut in den seltensten Fällen noch von Hand geklopft, sondern meist gefräst.

Einen sogenannten Nutenfräser können Sie für rund 30 EUR bis 40 EUR pro Tag oder für rund 80 EUR bis 100 EUR pro Woche mieten.

Zum Fräsen in Beton oder harten Backsteinen sind solche einfachen Geräte allerdings nicht geeignet. Sie können lediglich für weiche Materialien wie etwa Kalksandstein eingesetzt werden.

Für harte Wandbaumaterialien müssen spezielle Werkzeuge eingesetzt werden, die dann auch teurer sind. Sie müssen dabei von Kosten im Bereich von 50 EUR bis 60 EUR pro Tag oder 130 EUR bis 150 EUR pro Woche ausgehen.

Dazu kommen noch Kosten für den Verschleiß der Diamantblätter. Viele Vermieter vermessen die Scheiben bei Ausgabe und Rücknahme und stellen den Verschleiß pro 0,1 mm in Rechnung. Die Kosten für den Verschleiß basieren dabei auf dem tatsächlichen Kaufpreis für die Scheibe, dafür hat man also nicht mehr Kosten als für ein eigenes Gerät auch.

Beim Kauf einer einfachen Mauernutfräse müssen Sie ab rund 90 EUR rechnen, hochwertige Geräte, die sich auch für Beton eignen, kosten dagegen meist bereits 300 EUR aufwärts. Das lohnt sich nur, wenn Sie diese Geräte tatsächlich häufiger oder für längere Zeiträume einsetzen wollen oder müssen.

Frage: Welche Kosten verursacht ein kompletter Hausanschluss?

Kostencheck-Experte: Wenn bei einem Neubau ein Wasser- und Abwasseranschluss erst hergestellt werden muss, fallen die Kosten dafür natürlich deutlich höher aus. Sie sind von Gebiet zu Gebiet allerdings unterschiedlich.

Beim Bau wird zunächst ein Bauwasseranschluss benötigt, danach wird der eigentliche Anschluss hergestellt. Für den Bauwasseranschluss müssen Sie bereits meist 1.000 EUR an Kosten für die Herstellung rechnen, dazu kommen noch Meterpreise (Schmutzwasser bis Grundstücksgrenze rund 50 EUR je Meter).

Für den endgültigen Wasseranschluss müssen Sie ebenfalls mindestens 1.000 EUR Anschlussgebühr rechnen, dazu Kosten von ebenfalls rund 50 EUR pro Metern im privaten Bereich. Einen Gesamtbetrag für die Anschlussherstellung bei Wasser von insgesamt rund 3.000 EUR bis 4.000 EUR sollte man also möglichst einkalkulieren.

Diese Kosten kommen noch zusätzlich zu den Kosten für die Hausinstallation (rund 30 EUR pro m² bis 35 EUR pro m² Wohnfläche) dazu, wenn Sie einen kompletten Wasseranschluss am Gebäude errichten lassen.