Papiertonne: Welche Kosten muss man rechnen?

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Eine ordentliche Mülltrennung durchzuführen lohnt sich nicht nur in ökologischer, sondern auch in finanzieller Hinsicht: Immerhin sinkt dadurch die Füllmenge in der Restmülltonne deutlich, gegebenenfalls kann dann sogar häufig eine kleinere und damit kostengünstigere Restmülltonne beschafft werden. Sehr viel Abfall lässt sich auch in der Papiertonne, der blauen Tonne, entsorgen. Welche Kosten dabei für die blaue Tonne anfallen, erklärt der Kostencheck-Experte in unserem Interview.

Frage: Was kostet das Anschaffen und Leeren einer Papiertonne?

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal nur schwer sagen – die Müllgebühren sind von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich. Zudem hat auch jede Kommune unterschiedliche Entsorgungsangebote – einige Kommunen stellen generell gar keine blauen Tonnen zur Verfügung.

Wenn es um die Entsorgung von Papierabfällen geht, muss man dabei unterscheiden:

  • ob selbst entsorgt werden muss
  • ob eine blaue Tonne automatisch zur Verfügung steht
  • ob eine blaue Tonne freiwillig genutzt werden kann

Verpflichtende Selbstentsorgung

Wenn selbst entsorgt werden muss sind die Grundstücksbesitzer dazu verpflichtet, ihr Altpapier auf eigene Kosten zum Wertstoffhof zu bringen.

Haushaltsübliche Mengen können dort dann in so gut wie allen Fällen kostenlos abgegeben werden. An Kosten fallen also nur regelmäßig die eigenen Wegkosten und der Zeitaufwand für das Wegbringen des Papiermülls an.

Automatisch zur Verfügung gestellte Papiertonne

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In vielen Kommunen werden Papiertonnen gebührenfrei gestellt
In Kommunen, in denen jeder Haushalt automatisch auch eine Papiertonne erhält, werden in sehr vielen Fällen keine separaten Gebühren für die Leerung erhoben. Auch die Tonne kann in den meisten Fällen ohne Kosten bezogen werden.

In anderen Fällen ist die Gebühr für die blaue Tonne bereits in den Restmüllgebühren (schwarze Tonne) enthalten.

Die Größe der zur Verfügung gestellten Tonne wird in manchen Fällen aus der Größe der Restmülltonne berechnet (doppeltes Volumen der Restmülltonne = Volumen der Papiertonne), in anderen Fällen kann man aus verschiedenen Größen je nach Bedarf frei wählen. In Sonderfällen, wo gelegentlich größere Mengen an Papierabfällen anfallen (etwa durch Geschenkverpackungen an Weihnachten), kann man diese häufig auch einfach gebündelt neben die Tonne stellen, alternativ natürlich auch kostenfrei im nächsten Wertstoffhof abgeben.

In einigen Kommunen ist eine Mehrnutzung oder die Beantragung einer größeren Tonne als vorgesehen allerdings kostenpflichtig. Die Zusatzkosten beginnen dann im Allgemeinen bei rund 10 EUR bis 20 EUR jährlich je zusätzlicher 240 l (gewöhnlich die kleinste Tonnengröße). Die Gebühren für eine zusätzliche, einzelne Sonderleerung bei Bedarf liegen in den meisten Kommunen bei den üblichen Tonnengrößen ebenfalls bei rund 10 EUR bis 20 EUR.

Freiwillige Nutzung einer Papiertonne

In einigen Kommunen wird die Entsorgung von Papierabfällen auf freiwilliger Basis angeboten. In manchen Fällen können die Tonnen beim jeweiligen Amt mit bestellt werden, oder sie müssen bei einem besonderen Entsorger beantragt werden, der sie dann nach der Bestellung ans Haus liefert und auch regelmäßig leert.

In den meisten Fällen werden auch in dieser Situation keine Kosten für die Nutzung einer Papiertonne verlangt.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Bei unserem neuen Haus in Bad Oyenhausen haben wir die Möglichkeit, zwischen einer 120 l Papiertonne oder einer 240 l Papiertonne zu wählen.

Mülltonnen-Art jährliche Gebühr
Restmüll 120 l Tonne, 14-tägige Leerung 152,50 EUR
Biotonne, 80 l, 14-tägige Leerung 70,00 EUR
Nach Wahl: 240 l Papiertonne, 4-wöchentliche Leerung 0,00 EUR (immer kostenlos, da bereits durch Restmüllgebühren gedeckt)
Gesamtgebühren jährlich 222,50 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein einzelnes Kostenbeispiel für die Müllgebühren in einem bestimmten Ort und für einen bestimmten Haushalt. Die Müllgebühren und auch die Gebühren für die blaue Tonne können in anderen Kommunen auch unterschiedlich liegen.

Frage: Wovon hängen die Kosten für die Papiertonne ab?

Kostencheck-Experte: Maßgeblich sind hier:

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Die Kosten für Papiertonnen können sehr unterschiedlich ausfallen

  • die Müllgebühren und die Abfallsatzung der jeweiligen Gemeinde
  • welcher Entsorger die Abholung durchführt
  • ob eine Papiertonne automatisch oder auf freiwilliger Basis zur Verfügung gestellt wird
  • welches Sammelsystem für Papier- und Kartonagenabfälle die jeweilige Kommune zur Verfügung stellt

Frage: Warum ist die Papiertonne so häufig kostenlos?

Kostencheck-Experte: Das hängt damit zusammen, dass Altpapier ein wichtiger Wertstoff für die Industrie ist. Der Bedarf der Industrie an Altpapier steigt ständig.

Durch die Abholung direkt bei den Haushalten können gegebenenfalls größere Papiermengen zur Verfügung stehen, zudem kann die Aufbereitung des Altpapiers häufig optimiert werden, wenn regelmäßig bestimmte Mengen zur Verfügung stehen.

Aus diesem Grund wird bei der Sammlung des wichtigen Rohstoffs keine zusätzliche Gebühr von den Haushalten erhoben, da das Altpapier an sich bereits einen Wertstoff darstellt, der einen bestimmten Geldwert oder zumindest einen bestimmten Nutzwert hat.

Ähnlich sieht das auch mit den Abfällen in der Gelben Tonne aus. Hier werden die gesamten Entsorgungskosten bereits von allen den Unternehmen zur Gänze getragen, die Verpackungsmaterial in Verkehr bringen. Für den Bürger ist die Entsorgung der Abfälle damit kostenlos, weil die anfallenden Kosten bereits durch die verpackenden Unternehmen gedeckt sind.

Text: Kostencheck.de