Betonboden: welche Kosten fallen an?

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Industrial Style liegt bei Wohnräumen im Trend, seine nüchterne und minimalistische Optik begeistert mittlerweile viele. Der Einrichtungsstil ist dabei fast untrennbar mit schlichten Bodenbelägen in Betonoptik verbunden. Auch bei anderen Einrichtungsstilen versprechen geschliffene Sichtestrich- oder Betonböden, ein sehr einfacher und dauerhafter Bodenbelag zu sein. Welche Kosten für einen solchen praktischen Boden zu rechnen sind, erfahren Sie vom Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Mit welchen Kosten muss man für einen geschliffenen Beton- oder Estrichboden rechnen?

Kostencheck-Experte: Zunächst einmal muss man hier dem Irrglauben entgegentreten, dass „kein“ Bodenbelag ja zwangsläufig günstiger sein muss, als jede andere Art von Bodenbelag. Dem ist aber nicht so.

In vielen Fällen ist ein solcher Boden sogar deutlich teurer, als wenn man einen gewöhnlichen Estrich etwa mit Laminat belegen würde. Wie haltbar und unempfindlich ein Betonboden ist, hängt daneben auch deutlich mehr von seiner Beschichtung als vom Boden selbst ab.

Im Innenbereich wird dabei vorwiegend mit Sichtestrich gearbeitet. Der wie gewöhnlich eingebaute, aber speziell aufbereitete Estrich ist schon einmal deutlich teurer als üblicher Estrich.

Zusätzlich zu den Estrichkosten ist bei einer Ausführung als Sichtestrich auf jeden Fall mit Mehrkosten von rund 10 EUR pro m² bis 15 EUR pro m² zu rechnen.

Diese Mehrkosten betreffen allein das Material selbst. Sie allein sind aber bereits so hoch wie kostengünstige, selbst verlegte Bodenbeläge.

Betonboden Kosten

Sichtestrich muss nach dem Auftragen geschliffen werden
Zusätzlich zum teureren Material muss ein Sichtestrichboden danach noch geschliffen werden. Das Schleifen des Bodens ist der eigentlich teure teil. Je nach Art des gewünschten Schliffs können dafür Kosten von rund 60 EUR pro m² bis 100 EUR pro m² anfallen. Bei Glanz- und Hochglanzschliffen werden meist noch 5 EUR pro m² bis 15 EUR pro m² Zuschlag erhoben.

Um den Boden, der von Natur aus nicht haltbar, sondern im Gegenteil sehr empfindlich gegenüber Nässe und Abrieb ist, ausreichend zu schützen, ist eine entsprechend leistungsfähige Versiegelung nötig. Die Kosten können dabei – je nach eingesetztem Verfahren – recht unterschiedlich ausfallen, abhängig davon, ob Verkieselungen, Imprägnierungen oder klassische 2K-Beschichtungen des Bodens eingesetzt werden.

In jedem Fall ist aber mit beträchtlichen Zusatzkosten für den Schutz des Bodens zu rechnen. Die Gesamtkosten für einen Sichtestrich-Boden liegen damit fast immer über 120 EUR pro m². Damit ist der Sichtestrich-Boden einer der teuersten Bodenbeläge – obwohl es gar keinen Bodenbelag gibt.

Beispiel-Kosten

Unser 35 m² großes Wohnzimmer soll mit einem Sichtestrich-Boden ausgestattet werden. Wir wollen einen Boden mit Hochglanz-Optik, inklusive der nötigen Versiegelung. Der Bodenbelag wird bereits während der Bauphase im Zuge des Estrich-Einbaus fertiggestellt, der Einbau eines herkömmlichen Estrichs entfällt damit.

Posten Preis
Estrichherstellung und Zuschlagskosten Sichtestrich, 35 m² 1.155 EUR
Schleifen, Polieren, Versiegeln 2.415 EUR
Gesamtkosten damit 3.570 EUR
Kosten pro m² hochgerechnet 102 EUR pro m²
Mehrkosten gegenüber gewöhnlichem Estrich (für andere Bodenbeläge) ca. 81 EUR pro m²

Die hier gezeigten Kosten beziehen sich auf die Herstellung eines bestimmten Sichtestrich-Ausführung durch ein einzelnes Unternehmen. Die Kosten können in anderen Fällen auch deutlich abweichen.

Unsere Beispielkosten zeigen aber deutlich, dass selbst ein hochwertiger und für 40 – 50 Jahre haltbarer Feinsteinzeug-Boden am Ende wahrscheinlich noch deutlich günstiger wäre als der geschliffene Betonfußboden.

Frage: Was bestimmt die Kosten für einen geschliffenen Sichtestrich-Boden?

Sichtestrich Boden Preise

Sichtestrich ist kein günstiger Bodenbelag
Kostencheck-Experte: Hier müssen einige Dinge in Betracht gezogen werden:

  • die Mehrkosten für den Sichtestrich
  • die Kosten für die erforderlichen Schleifgänge
  • die Kosten für Schutz und Versiegelung des Bodens (Verkieseln, Imprägnieren oder Versiegeln)
  • gegebenenfalls Zusatzkosten für besondere Ausführungsvarianten

Bei nachträglich geschliffenen und auf Glanz polierten Estrich-Belägen muss in vielen Fällen mit noch höheren Schleifkosten gerechnet werden. Diese Variante kann am Ende also sogar noch teurer kommen. zudem ist das Ergebnis wegen dem „gewöhnlichen“ Estrich optisch oft nicht so eindrucksvoll. Eine Alternative zu herkömmlichen Bodenbelägen ist das – jedenfalls aus kostentechnischer Sicht – also eher nicht.

Text: Kostencheck.de