Was kostet die Neuraltherapie?

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Chronischen Nacken-, Schulter- oder Kopfschmerzen können Sie mit einer Neuraltherapie zu Leibe rücken. Bei dieser noch sehr jungen Behandlungsmethode werden bestimmte Betäubungsmittel eingesetzt, welche die körpereigene Abwehr anregen und dadurch für Schmerzfreiheit sorgen sollen. Im Interview mit dem Kostencheck-Experten klären wir, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und ob diese Therapieform eine Kassenleistung ist.

Bei welchen Erkrankungen verschafft die Neuraltherapie Linderung?

Kostencheck: Diese Methode kann sowohl bei chronischen als auch bei akuten Beschwerden eingesetzt werden. Indikationen sind beispielsweise:

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Neuraltherapie kann auch bei Depressionen helfen.
  • chronische Schmerzleiden,
  • Neuralgien (Nervenschmerzen),
  • funktionelle Störungen wie der Reizdarm,
  • chronische und akute Entzündungen,
  • Gelenkerkrankungen,
  • Rheumatische Erkrankungen,
  • Depressionen,
  • Allergien.

Was kostet die Behandlung?

Kostencheck: Mit welchen Aufwendungen Sie rechnen müssen, ist der Gebührenordnung für Ärzte oder Heilpraktiker festgelegt. Dadurch ergibt sich bei dieser Behandlungsform eine gewisse Preisspanne:

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Pro Anwendung, abhängig von der Körperregion20 bis 50 EUR
5 Sitzungen100 – 250 EUR
10 Sitzungen200 – 500 EUR

Deshalb sollten Sie im Vorfeld mit Ihrem Therapeuten sprechen und sich die zu erwartenden Behandlungskosten beziffern lassen.

Ist Neuraltherapie eine Kassenleistung?

Kostencheck: Trotzdem sich die Neuraltherapie wegen ihrer Erfolge zunehmender Beliebtheit erfreut, übernehmen noch nicht alle gesetzlichen Krankenversicherer die Kosten. Ob Ihre Ausgaben übernommen werden, hängt unter anderem von der Therapieform ab. So werden die Aufwendungen für Segmenttherapien eher erstattet als jene für Störfeldtherapien. Fragen Sie deshalb vor Beginn der Behandlung bei Ihrer Krankenkasse nach und lassen Sie sich die Kostenübernahme schriftlich bestätigen.

Sind Sie Mitglied einer privaten Krankenversicherung, ist die Erstattung vertragsabhängig. Auch hier sollten Sie, um vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein, vor der Therapie Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse halten.

Gibt es verschiedene Formen der Neuraltherapie?

Kostencheck: Ja, dieses Verfahren wird in unterschiedliche Bereiche gegliedert:

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Die Neuraltherapie hat verschiedene Ansätze.
  • Segmenttherapie: Diese nutzt das Wissen, dass jeder aus dem Wirbelkanal abgehende Spiralnerv einen bestimmte Stelle des Körpers erreicht.
  • Erweiterte Segmenttherapie: Hierbei wird ein Betäubungsmittel in die Nähe der Nervenknoten des vegetativen Nervensystems (Ganglien) injiziert.
  • Störfeldtherapie mit Fernwirkung: Bei dieser wird davon ausgegangen, dass ein Störfeld für eine Funktionsstörung in einer völlig anderen Körperregion verantwortlich sein kann.

Wie wird die Neuraltherapie durchgeführt?

Kostencheck: Zunächst wird Sie der Neurealtherapeut bezüglich Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte sowie zu Dauer und Art der Beschwerden befragen. Im Anschluss erfolgt eine gründliche Untersuchung, in welcher die Störfeldursache aufgespürt wird. So liegen beispielsweise viele chronische Entzündungsherde im Bereich der Zähne oder Mandeln.

Ist der Herd gefunden, umspült der Arzt die entzündeten Zellen mit einem Lokalanästhetikum. Manchmal verspüren Sie hierdurch sofort eine Schmerzlinderung. Meist zeigt sich der Effekt jedoch erst nach drei bis fünf Sitzungen.

Birgt die Behandlung auch Risiken?

Kostencheck: Die Neuraltherapie ist eine sehr risikoarme Methode. Gelegentlich kann es an der Injektionsstelle zu kleinen Blutergüssen oder einer leichten Infektion kommen.

Einige Therapeuten setzen Procain zur Umspülung der Nervenzellen ein. Wird dieses Anästhetikum nicht fachgerecht gespritzt, kann es zu Nerven- und Gefäßverletzungen kommen. Diese können sich in einem Gefühl von Kribbeln, Taubheit oder Schwindel äußern. Schlimmstenfalls kommt es zu einem Versagen des Herz-Kreislauf-Systems. Deshalb sollten Sie sich stets in die Hände eines erfahren Mediziners begeben.

Gelegentlich besteht eine Allergie auf das verwendete Lokalanästhetikum, die in einem allergischen Schock enden kann. Sind Sie Allergiker, sollte aus diesem Grund die Verträglichkeit im Vorfeld überprüft werden.