Laserschneiden: wie kann man die Kosten berechnen?

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Im Gegensatz zu anderen Verfahren lassen sich mithilfe der Lasertechnologie bei Blechen und anderen Materialien sehr exakte und gratfreie Schnitte setzen. Dadurch werden viele hochpräzise Zuschnitte überhaupt erst möglich. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, wie sich die Kosten für Laserschneiden berechnen und wie hoch sie im Allgemeinen liegen.

Frage: Was kostet Laserschneiden?

Kostencheck-Experte: Die Kosten variieren natürlich im Einzelfall. Maßgeblich dafür, was Laserschneiden kostet, ist immer die Schnittlänge, die Schnittgenauigkeit sowie die Komplexität des Schnittes und die Materialdicke. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass dicke Materialien und komplizierte Schnittführungen natürlich höhere Kosten verursachen als einfache Schnitte bei dünneren Materialstärken.

Gearbeitet wird heute vorwiegend mit Faserlasern. Werden andere Lasertechnologien eingesetzt, können die Preise gegebenenfalls auch abweichend ausfallen.

Unterscheiden muss man bei den Kosten immer zwischen:

  • Maschinenlaufzeit
  • Einrichtungszeit für die Maschine
  • Umlagekosten des Unternehmens

Daraus setzen sich im Wesentlichen die Kosten für das Laserschneiden zusammen.

Maschinenlaufzeit

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Die Kosten für das Laserschneiden werden anhand der Maschinenlaufzeit berechnet

Die Maschinenlaufzeit ist der grundlegende Berechnungsfaktor für die Leistung beim Laserschneiden. Je länger der Laser läuft, desto teurer wird es.

In den meisten Fällen wird rund 1 EUR pro Minute Maschinenlaufzeit, also 60 EUR/h, als Kalkulationsbasis für die reinen Maschinenkosten angesetzt. Damit sind neben den Maschinenkosten häufig auch bereits ein Teil der Umlagekosten mit abgedeckt, es handelt sich also bereits um einen für Kunden kalkulierten Preis inklusive der enthaltenen Arbeitszeit.

Die reinen Maschinenkosten auf technischer Ebene (Verschleiß der Laserröhre, Filterbelastung, Stromverbrauch) betragen bei den meisten Lasern nur wenige Cent pro Minute.

Wie lange der Laser arbeiten muss, hängt natürlich immer von der Länge der Schnittkante, der Komplexität der Schnittführung und der Materialstärke ab.

Einrichtungszeit für die Maschine

Bevor die Maschine überhaupt schneiden kann, ist eine Einrichtungszeit erforderlich. Je nach Werkstück, das bearbeitet wird, können die Einrichtungszeit und die Rüstzeit unterschiedlich lang ausfallen. Selbst bei einfachem Umrüsten kann das bereits 2 – 5 Minuten dauern.

Im Allgemeinen wird diese Zeit im gleichen Maß mit berücksichtigt wie auch die reine Schneidzeit. Das kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein und hängt auch immer von den individuell durchzuführenden Schnitten ab.

Das erklärt auch, warum größere Stückzahlen identischer Stücke meist zu günstigeren Preisen angeboten werden, da in diesem Fall keine separate Rüstzeit pro Einzelstück mehr anfällt.

Umlagekosten

Neben den reinen Arbeitskosten muss ein Unternehmen auch Umlagekosten mit einkalkulieren. Das ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Kosten, die bei den Unterhaltskosten für das Betriebsgebäude, Lohn- und Lohnnebenkosten für die Mitarbeiter, umgelegte Anschaffungs- und Wartungskosten für die Maschinen beginnen, aber ebenfalls zu zahlende Steuern und Gebühren, Material-, Bestell- und Versandkosten und den Gewinn des Unternehmers umfassen.

Die kalkulierten Gemeinkosten sind immer abhängig von der individuellen Kalkulation eines Unternehmens, am Ende führt diese individuelle Kalkulation dann auch zu Preisunterschieden beim Angebot im Einzelnen.

Weitere mögliche Kosten

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Die Preise werden erst nach Einsicht der Datei erstellt

Die grundlegende Voraussetzung, um von Unternehmen ein kalkuliertes Angebot zu erhalten, ist eine vorliegende, entsprechend angefertigte DXF-Datei vom Werkstück. Bei einigen Betrieben werden auch STEP-Dateien oder CAD-Dateien angenommen.

Nach der Übergabe der Datei kann dann das gewünschte Material und die gewünschte Oberflächenbearbeitung ausgewählt werden. Erst dann können Unternehmen einen Preis entwickeln.

Wer selbst keine DXF-Datei anfertigen kann oder will, muss hierbei mit zusätzlichen Kosten rechnen, um die Datei anfertigen zu lassen.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen ein eindrucksvolles Türschild für unsere Bürotür anfertigen lassen und benötigen dafür einen Rahmen aus eloxiertem Aluminium in der Stärke von 1 mm. Die Außenmasse betragen 700 mm x 400 mm, der innere Ausschnitt ist 200 mm x 100 mm groß.

Posten Preis
Materialkosten (0,28 m² x 57,75 EUR pro m²) 16,17 EUR
Bearbeitungskosten 21,90 EUR
Versandkosten 6,90 EUR
Gesamtpreis inklusive Lieferung 44,97 EUR

Hierbei handelt es sich um ein Kostenbeispiel für eine konkrete Einzelanfertigung bei einem bestimmten Hersteller und aus einem bestimmten Material. Die Kosten für andere Zuschnitte und Materialien können auch deutlich unterschiedlich liegen.

Wegen der einfachen Form, die wir benötigten, mussten wir keine DXF-Datei hochladen sondern konnten die Form direkt auf der Seite des Anbieters auswählen.

Frage: Wovon hängen die Kosten für das Laserschneiden allgemein ab?

Kostencheck-Experte: Zu berücksichtigen ist hier:

  • welches Material in welcher Größe und Materialstärke verwendet wird
  • wie komplex die Schnittführung ist
  • wie hoch die Länge der Schnittkanten insgesamt ist
  • welche Bearbeitungskosten (Maschinenkosten) vom Unternehmen angesetzt werden
  • welche Umlagekosten das Unternehmen kalkuliert
  • welche Stückzahlen angefordert werden (Nullserie, Kleinserie, Großserie)
  • ob eine DXF-Datei selbst erstellt werden kann oder ob zusätzliche Kosten für eine Erstellung der Datei durch einen Dienstleister anfallen

Alle diese Dinge müssen in Betracht gezogen werden, wenn es um eine Abschätzung der Kosten geht. Gegebenenfalls sollte man mehrere Angebote für die Laserschneidearbeiten einholen und sorgfältig vergleichen – von Unternehmen zu Unternehmen kann es durchaus beträchtliche Preisunterschiede geben.