Fassadenplatten: Welche Preise muss man rechnen?

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Fassadenplatten sind modern

Eine Fassade zu verkleiden kann ein guter Weg sein, sich das leidige, in regelmäßigen Abständen notwendige Streichen der Fassade zu ersparen. Welche Preise man für Fassadenplatten rechnen muss, und welche Kosten beim Verkleiden anfallen, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was sollte man über Fassadenplatten grundsätzlich wissen, und welche Arten gibt es überhaupt?

Kostencheck-Experte: Bei Fassadenplatten gibt es eine enorme Vielfalt – verschiedene Formate von der Größe einzelner Schindeln bis hin zu Platten mit mehreren Quadratmetern Größe sind hier möglich.

Auch die Materialien, aus denen Fassadenplatten bestehen, können unterschiedlich sein:

  • Kunststoff (sehr verbreitet)
  • Holz
  • Faserzement, besser bekannt als „Eternit“

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Fassadenplatten aus Kunststoff sind leicht zu montieren
Bei den Kunststoffen gibt es einige verschiedene Arten, die sich dann auch deutlich im Preis unterscheiden können. Kunststoffe haben eine sehr geringes Eigengewicht und sind daher meist auch leicht zu montieren.

Holz ist bei Fassadenverkleidungen ein ganz eigenes Thema: Es ist teuer, schwierig zu montieren – hier sind sogar die Befestigungsmaterialien teuer – und sehr pflegeaufwändig. Für die Optik mit Echtholz muss man also recht tief in die Tasche greifen.

Eternit ist seit Jahrzehnten bekannt, und seit die Asbest-Debatte (den Eternit schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr enthält) endgültig vom Tisch ist, auch wieder recht verbreitet. Kostenmäßig kann man Faserzementplatten allerdings kaum einordnen – die Preisspanne liegt hier, wenn man es genau nimmt, in einem immens großen Bereich.

Frage: Was kosten Faserzementplatten im Allgemeinen?

Kostencheck-Experte: Einzelne Preise sind hier schwer anzugeben, da die große Vielfalt sich praktisch über einen Preisbereich zwischen rund 20 EUR pro m² und 100 EUR pro m² erstreckt, abhängig von den Platten, die man kaufen möchte.

In einigen Fällen gibt es sogar Preise knapp über 10 EUR pro m² – das sind aber eher die Ausnahmen.

Nachfolgend einige Preisbeispiele, um das etwas deutlicher zu machen:

Fassadenplatte, Ausführung Preis pro Quadratmeter
Fassadenplatte Kunststoff, Holzoptik hell 11,59 EUR pro m²
Fassadenplatte Holzoptik Solid Foam+ 24,69 EUR pro m²
Fassadenplatte Klinkeroptik (mit Zubehör) 29,99 EUR pro m²
Fassadenplatte Kunststoff geprägt (natürliche Haptik), Holzdesign 19,75 EUR pro m²
Fassadenplatte Kunststoff in Holzoptik extra robust 28,69 EUR pro m²
Kunststoffplatten Resopal 59,99 EUR pro m²
Fassadenplatte Holz ab rund 40 EUR pro m², teilweise auch bis über 100 EUR pro m² je nach Holzart
Equitone Linea Platte (Faserzement) 166 EUR pro m²
Equitone Materia 76,50 EUR pro m²
Sanierungstafeln (Faserzement) 49 EUR pro m²

Das sind natürlich nur einzelne, willkürlich ausgewählte Beispiele – sie zeigen aber sehr gut, wie weit auseinander die Preise bei einzelnen Materialien liegen können.

Die Tabelle zeigt außerdem, dass es bei jedem Material sehr hohe und sehr niedrige Preise geben kann.

Frage: Wovon hängt der Preis bei Fassadenplatten grundsätzlich ab?

Kostencheck-Experte: Nun – zunächst einmal gibt das Material zumindest einen grundlegenden Preisbereich vor. Dabei muss man sich das Material aber immer genau ansehen – Kunststoff ist beispielsweise nicht gleich Kunststoff.

Daneben spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • die Größe der Platten
  • das Gewicht der Platten
  • eine eventuell eingebrachte Dämmung
  • die Befestigungsvariante
  • der Montageaufwand am Objekt

Hier können so große Unterschiede entstehen, dass die Gesamtkosten für eine Verkleidung von recht kostengünstig bis enorm teuer reichen können.

Frage: Welche Unterschiede gibt es bei Fassadenplatten aus Kunststoff – und wie wirken sie sich im Preis aus?

Kostencheck-Experte: Bei Kunststoffplatten wird in praktisch allen Fällen der Kunststoff mit bestimmten Harzen gebunden – damit hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf.

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Günstige Kunststofffassadenplatten gibt es schon ab 30€
Günstige Kunststoffplatten mit Preisen unter 30 EUR pro m² bestehen in der Regel aus etwas weniger widerstandsfähigen, aber immer noch gut haltbaren Kunststoffen.

In manchen Fällen sind aber auch nur die Farbtöne für den niedrigen Preis ausschlaggebend: helle Farben und Pastelltöne sind deutlich leichter UV-beständig zu produzieren als beispielsweise dunkle Holzfarben. Dieser geringere Herstellungsaufwand schlägt sich oft ebenfalls im Preis nieder und sagt über die Kunststoffqualität dann nichts aus. Der UV-Schutz ist für Kunststoffe übrigens enorm wichtig.

Fassadenplatten aus GFK (glasfaserverstärktem Kunststoff) sind besonders stark und bruchfest. Hier beginnen die Preise bei rund 40 EUR pro m².

Am anderen Ende des Spektrums steht das bis jetzt teuerste Kunststoff-Material: Resopal. Hier beginnen die Preise erst bei rund 50 EUR pro m² bis 60 EUR pro m². Resopal ist ein spezielles Hochdrucklaminat, das auch in vielen Küchen Verwendung findet (bei Arbeitsplatten und Fronten). Das Material ist enorm robust, hitze- und lichtbeständig und widersteht problemlos Chemikalien (auch Umweltchemikalien aus Luft und Regen).

Daneben gibt es noch Kunststoff-Fassadenplatten mit aufkaschierter Dämmung – im Handel findet man diese Modelle aber selten. Die Preise variieren hier sehr stark.

Frage: Welche Unterschiede gibt es bei Faserzement-Platten?

Kostencheck-Experte: Faserzement bedeutet nicht automatisch „Eternit“ – das ist nur eine Marke, die preislich auch im oberen Segment angesiedelt ist.

Fassadenplatten von Eternit gibt es kaum unter 70 EUR pro m² bis 80 EUR pro m² – damit wird die Fassadenverkleidung schon ein recht teures Unterfangen. Der Name „Eternit“ kommt vom Begriff „eternum – für die Ewigkeit“. Ganz so lange halten diese Platten zwar nicht, sie sind aber schon sehr lange haltbar Das sollte zumindest in Kosten-Nutzen-Überlegungen mit einfließen.

Bei vielen anderen Herstellern beginnen die Preise schon in einer etwas niedrigeren Kategorie: Faserzement-Fassadenplatten bekommt man bei anderen Herstellern auch schon ab rund 40 EUR pro m². Die Haltbarkeit ist auch hier äußerst hoch, und die meisten Platten sind sehr robust.

Frage: Warum spielen Größe und Gewicht der Platten eine Rolle für den Preis?

Kostencheck-Experte: Die Art der Montage ist immer abhängig davon, wie schwer Platten sind – und welches Format sie haben.

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Fassadenplatten werden auf eine Rahmenstruktur aufgebracht
Fassadenplatten werden so gut wie immer hinterlüftet angebracht, das heißt man montiert sie auf eine Rahmenkonstruktion aus Dachlatten, die auf die Fassade geschraubt werden.

Je schwerer die Platten sind, desto stabiler muss dann natürlich auch die Befestigung ausgeführt werden – und das verteuert den Preis.

Zum Vergleich: viele Kunststoffplatten haben ein Gewicht von gerade einmal 7 kg/m² – bei Faserzementplatten kann man meist leicht von 40 – 50 kg/m² ausgehen. Das macht natürlich enorme Unterschiede in der Tragkonstruktion notwendig, wenn die Platten stabil halten sollen.

Auch Holz ist meist schwer, und muss zudem auf besondere Weise befestigt werden (Unverträglichkeit vieler Holzarten mit gewöhnlichen Schrauben).

Frage: Wie wirken sich Dämmungen auf den Preis aus?

Kostencheck-Experte: Eine Dämmung wird immer unter die Rahmenkonstruktion (Hinterlüftung – Tragwerk) geschraubt. Dort, wo Dämmungen notwendig sind, kommen immer noch die Kosten für das Dämmmaterial und das Anbringen der Wärmedämmung dazu.

Im Allgemeinen werden Sie zwischen 5 EUR pro m² und 10 EUR pro m² für das Dämmmaterial rechnen müssen, das Anbringen kann mit 15 EUR pro m² bis 40 EUR pro m² zu Buche schlagen, je nach Aufwand.

Frage: Damit stellt sich schon die nächste Frage. Was beeinflusst den Arbeitsaufwand – und damit die Montagekosten für die Platten?

Kostencheck-Experte: Komplizierte Fassaden mit vielen kleinen Ecken und Winkeln machen natürlich mehr Aufwand als eine große, durchgehende Fassadenfläche. Das schlägt sich dann schon im Montagepreis nieder.

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Bei hohen Fassaden kommen Gerüstkosten für die Montage hinzu
Auch die Höhe der Fassade spielt für die Gerüstkosten eine Rolle. Dort, wo man kein Gerüst für Fassadenarbeiten benötigt, etwa bei einem Bungalow, gehen die Arbeiten natürlich wesentlich schneller – und damit auch kostengünstiger.

Leichte Platten, wie Kunststoffplatten, sind auch in größeren Formaten leicht zu handhaben und können damit auch schnell moniert werden. Auch hier ist der Arbeitsaufwand geringer als bei anderen Platten.

Bei den Gesamtkosten kann man übrigens mit großen Plattenformaten oft sparen: sehr wenige, sehr leichte Platten in großen Formaten zu montieren vereinfacht die Montage enorm

Frage: Wie kann man bei Fassadenplatten Geld sparen? Kann man auch selber montieren?

Kostencheck-Experte: Bei geringen Plattengewichten und etwas Erfahrung kann man das durchaus selber machen. Ist zusätzlich eine Dämmung im Spiel, sollte man das aber lieber den Fachmann machen lassen. Fehler bei der Dämmung können hier schwere Schäden an der gesamten Bausubstanz zur Folge haben – und das Haus zu einem schweren Sanierungsfall machen.

Viele Fassadenverkleidungssysteme werden auch als „Selbstbausatz“ angeboten – die Preise können hier zwischen rund 15 – 20 EUR pro m² und 75 EUR pro m² liegen, die meisten Bausätze bestehen aus Kunststoffplatten.

Zusätzlich zum Bausatz sind dann nur noch Dachlatten und Befestigungsmaterialien erforderlich. Dachlatten kosten pro 4 m rund 5 EUR. Die Lattenabstände werden dabei von der Art (und Größe) der Fassadenplatten bestimmt und sind für jedes einzelne Modell vorgeschrieben. Dachlatten werden immer senkrecht an die Fassade geschraubt.

Beim Befestigungsmaterial muss man sich nach dem geforderten Material richten, das für die Fassadenplatten vorgeschrieben wird.

Bei einer 15 x 8 m großen Fassade und Fassadenplatten für 24 EUR pro m² mit Verlegeabstand von 50 cm für die Unterkonstruktion würden Sie damit auf folgende Kosten kommen.

Posten Preis
Fassadensystem 120 m² x 24 EUR pro m² = 2.880 EUR
Dachlatten 15 lfdm + 30 x 8 lfd m = 255 m x 1,2 EUR pro lfdm =
Befestigungsmaterial 27 EUR je 100 Schrauben, davon 3 Packungen = 81 EUR
Gesamtkosten 3.267 EUR

Das sind natürlich nur beispielhafte Kosten – die Preise sind aber durchaus realistisch. Bei Ihrem Haus können die Kosten aber natürlich auch recht unterschiedlich liegen.

Tipps & Tricks

Sie haben natürlich auch noch andere Möglichkeiten für Ihre Fassadenverkleidung: etwa das Klinker-Riemchen oder Isolierklinker mit Dämmung.

Text: Kostencheck.de
Artikelbilder: philip openshaw/Shutterstock, Kolbakova Olga/Shutterstock, Sklyarov Roman/Shutterstock, VPales/Shutterstock