Holzhaus – welche Kosten muss man rechnen?

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Holzhäuser sind für viele der Inbegriff von „schöner wohnen“. Welche Kosten man für ein Holzhaus rechnen muss und wo Kostenunterschiede zu Massivhäusern liegen, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was ist das Attraktive an Holzhäusern – und welche Dinge sind bei Holzhäusern beachtenswert?

Kostencheck-Experte: Nicht umsonst sind praktisch alle unsere Gartenhäuschen aus Holz: der natürliche Baustoff Holz hat eine Menge Charme und verbreitet eine warme, gemütliche Atmosphäre. Es wäre kein Problem, hübsche kleine Gartenhäuser aus Betonfertigteilen oder aus Metall herzustellen – das wäre möglicherweise sogar kostengünstiger – bleibt allein die Tatsache, dass niemand so etwas möchte. Es wird noch nicht einmal angeboten.

Unsere Beziehungen zu Holzhäusern sind sehr innig – in welcher Größe auch immer. Eine Studie ergab vor einiger Zeit auch, dass Einrichtungen aus Holz in der unmittelbaren bei Menschen eine messbare Entspannung und ein subjektiv sehr hohes Wohlbefinden hervorrufen können. Damit ist unsere innerliche Nähe zu diesem Baustoff auch wissenschaftlich klar bewiesen.

Ein Vorurteil, das Holzhäusern gegenüber immer noch besteht, ist die vermeintlich hohe Brandgefahr. Technisch ist jedoch genau das Gegenteil der Fall: Massives Holz ist Feuer gegenüber besonders widerstandsfähig, seine Feuerwiderstandsdauer von mehreren Stunden ist dabei vielen modernen Baustoffen weit überlegen. Es kann dabei auch vergleichsweise hohe Temperaturen von mehreren hundert Grad problemlos aushalten – selbst ohne feuerhemmende Behandlung.

Die Haltbarkeit von Holzhäusern, die gut gebaut sind, beweisen einige historische Gebäude sehr eindrucksvoll: das Haus Nideröst in der Schweiz stammt von 1176, das norwegische Vindlausloftet stammt von 1170 und sieht immer noch recht bewohnbar aus. Auch Schweden hat mit einer um 1229 in Smaland erbauten Scheune ein recht eindrucksvolles Denkmal für die Haltbarkeit von Holzhäusern. Alle diese Häuser haben dabei nur ein Mindestmaß an Pflege erhalten, moderne Holzschutzmittel waren gar nicht nötig.

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Holzhäuser überzeugen durch eine hervorragende Dämmung
Bemerkenswert ist auch die natürliche Dämmfähigkeit von Holz: ein massives Blockhaus bietet einen beinahe ebenso guten Wärmeschutz wie ein nach modernen Maßstäben voll gedämmtes Gebäude. Die Isolierwirkung von Holz wird dabei häufig unterschätzt. Dabei kann man Holzhäuser aus Massivholz sogar sehr leicht auf einen KfW-Effizienzstandard bringen. Das bedeutet hohe mögliche Förderungen und später äußerst geringe Betriebskosten.

Das letzte Argument, das immer geäußert wird ist, dass Holzhäuser „teuer“ seien. Auch das kann man gut widerlegen.

Frage: Was kostet ein Holzhaus?

Kostencheck-Experte: Die Frage ist pauschal nur schwer zu beantworten, da es natürlich von der Größe des Hauses, von der Bauweise und von der Ausstattung abhängt, wie teuer ein Holzhaus wird.

Naturstamm-Blockhäuser in traditioneller Bauweise liegen mit sehr hohen Kosten von rund 1.200 EUR pro m² bis 1.900 EUR pro m² an der Spitze der Holzhäuser. Das liegt allerdings auch daran, dass sie meist von Hand komplett individuell gefertigt, zerlegt und transportiert werden, bevor sie endgültig aufgebaut werden.

Fertig-Blockhäuser sind dagegen schon vergleichsweise kostengünstig – ein rund 80 m² großes Blockhaus kostet meist nur rund 60.000 EUR bis 100.000 EUR.

Auch bei den Schwedenhäusern liegt man – im Vergleich zu anderen Fertighäusern – oft deutlich kostengünstiger.

Bei Holzhäusern darf man darüber hinaus auch nicht vergessen, dass es wesentlich leichter ist, bei einem Ausbauhaus selbst mit Hand anzulegen – und damit die Kosten noch einmal deutlich zu drücken. Gerade Holzhäuser bieten einen sehr großen Bereich, in dem man Eigenleistungen erbringen kann.

Einige Preisbeispiele aus der Praxis:

Hausart und Größe Preis
Schwedenhaus, zweigeschossig, 70 m² 80.200 EUR
Rundbalkenhaus mit offenem Dachgeschoss,120 m² 98.500 EUR
zweigeschossiges Blockhaus mit Erker, Balkon und Gauben, 170 m² 131.000 EUR

Das sind nur einzelne, willkürlich ausgewählte Preisbeispiele, die aber sehr gut verdeutlichen, in welchen Preisbereichen unterschiedliche Holzhäuser üblicherweise liegen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für ein Holzhaus in der Regel ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einiges in Betracht ziehen:

  • um welchen Haustyp und um welche Bauweise es sich handelt
  • wie groß das Haus ist
  • wie viele Geschosse vorhanden sind
  • ob es frei errichtet wird oder als Fertighaus gebaut wird
  • welche Ausstattung vorhanden ist (Balkon, Erker, etc.)
  • die Preisgestaltung des Anbieters
  • die Menge an Eigenleistungen, die eingebracht werden (Ausbauhaus)

Frage: Wie sieht es mit dem Wiederverkaufswert von Holzhäusern aus?

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Holzhäuser lassen sich schlecht wieder verkaufen
Kostencheck-Experte: Das ist einer der wenigen Punkte, die manchmal nachteilig sein können.

Bei Schwedenhäusern gibt es in der Regel kein Problem, sie werden auch von den Banken in einem ähnlichen Umfang besichert wie andere Haustypen auch. Bei Blockhäusern und anderen „Ur-Typen“ liegt die Besicherung durch die Bank häufig aber nur bei 70 % oder noch weniger, die meisten dieser Haustypen gelten nur in sehr geringem Umfang als überhaupt wiederverkaufbar.

Grundsätzlich sollte man diesen Gedanken im Hinterkopf behalten, in den meisten Fällen wird das allerdings nur wenig Rolle spielen, da man ein Holzhaus ganz bestimmt hauptsächlich deshalb anschafft, weil man darin „schöner wohnen“ möchte.

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