Kran mieten: welche Kosten verursacht das?

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Wenn es darum geht, auf einer Baustelle schwere Gegenstände zu bewegen oder gewichtige Bauteile an ihren vorgesehenen Platz zu bringen, ist oft ein Kran nötig. Krane kann man dabei auch mieten. Der Kostencheck-Experte erklärt in unserem Interview, mit welchen Kosten man dafür rechnen muss.

Frage: Was kostet es, einen Kran zu mieten?

Kostencheck-Experte: Das lässt sich pauschal unmöglich sagen. Die Kosten hängen stark davon ab, welche Art von Kran mit welcher Traglast man für welchen Einsatzzweck benötigt.

Unterscheiden muss man grundsätzlich einmal zwischen:

  • Minikranen
  • Autokranen
  • Anhänger-Kranen
  • Hochbau-Kranen
  • Industrie-Kranen und
  • Maurer-Kranen

Jeder Kran hat dabei einen bestimmten Einsatzzweck und eine unterschiedliche Mobilität. Einige Krane kann man selbst bedienen, bei anderen muss ein professioneller Kranführer mitgemietet werden, der den Kran bedient.

Minikran

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Kleine Kräne sind schon ab 250€ pro Tag zu mieten
Die kleinste Version sind Minikrane. Es gibt sie als Spinnenkrane für die feste Aufstellung und als Raupenkrane für Aufgaben, bei denen der Kran beweglich sein muss.

Einsetzbar sind Minikrane für Baustellen in Gebäuden, in Hallen aber auch im Außenbereich. Bei kleinen Modellen mit einer Tragkraft von rund 1 Tonne beginnen die Mietpreise bei rund 250 EUR pro Miettag bei längeren Mietdauern. Für kürzere Einsätze kann der Tagesmietpreis auf bis zu 400 EUR pro Miettag steigen.

Krane mit größeren Traglasten sind dann entsprechend teurer. Für einen Minikran mit 3 t Tragkraft müssen Sie bereits Mietkosten von rund 400 EUR bis 600 EUR pro Tag rechnen, bei 5 t Tragkraft liegen die Mietkosten meist bereits zwischen 600 EUR und 900 EUR pro Tag.

Zusätzlich sind Transportkosten (Anlieferung und Abholung), Kosten für Verschleiß, Instandhaltung, Versicherung, Reinigung sowie für eventuelle Abgaben und zusätzliche Versicherungen je nach Länge der Mietdauer zu rechnen. Auch Kraftstoff- und Ölkosten sollten mit berücksichtigt werden.

Autokran

Um auf schwierigen Untergründen Material in die Höhe zu befördern, sind Autokrane eine geeignete Lösung. Die Tragkraft der auf schwere LKWs montierten Krane kann dabei zwischen 2,5 t und bis zu 500 t liegen, Spezialausführungen können sogar noch höhere Traglasten bewegen. Autokrane können dabei Hubhöhen von rund 40 m bis zu 140 m erreichen.

Da für den Betrieb besondere Befähigungen notwendig sind, werden Autokrane in den meisten Fällen nur mit Kranführer vermietet. Die Kosten liegen damit entsprechend höher, je Kranstunde kann man ab rund 80 EUR bis 90 EUR inklusive Bedienung rechnen, dazu kommen noch die An- und Abfahrtsgebühren und gegebenenfalls auch noch besondere Zuschläge.

Anhänger-Krane

Besonders häufig von Dachdeckern eingesetzt werden Anhänger-Krane. Anders als Autokrane können diese Krane auch selbst transportiert werden (gewöhnliche Anhängerkupplung, ausreichend leistungsfähiges Zugfahrzeug nötig).

Die Preise beim Mieten eines Anhänger-Krans liegen im Allgemeinen etwa gleich hoch wie beim Mini-Kran (ab rund 250 EUR bis 400 EUR pro Tag zuzüglich Transport- und Extrakosten), die Traglasten können aber zum Teil höher sein.

Hochbau-Krane

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Ein Hochbaukran kostet durchaus über 1000€ pro Tag
Der typische Kran, den man von größeren Baustellen kennt, wo er meist stationär aufgestellt ist, ist der Hochbau-Kran. Auch diese Krane sind mietbar. Im Gegensatz zu anderen Kranmodellen haben diese Turmdrehkrane eine hohe Maximalhöhe und eine sehr große Reichweite durch den drehbaren Ausleger.

Die Tragkraft liegt bei den meisten Mietmodellen zwischen rund 2 t und 8 t. Gemietet werden können sie allerdings im Allgemeinen nur von professionellen Unternehmen, die auch entsprechend befähigte und ausgebildete Kranführer haben. Die Mietpreise liegen meist deutlich über 1.000 EUR pro Einsatztag, zuzüglich Extra-Gebühren für Transport, Aufbau und zusätzliche Leistungen.

Industriekrane

Vorwiegend für den Gebrauch in Industriehallen ausgelegt sind Industriekrane. Sie sind bereift, sehr beweglich und haben vergleichsweise hohe Traglasten. Auch sie sind in der Regel nur von Industriebetrieben mietbar.

Maurer-Krane

Wenn es um das Versetzen von KS-Steinen oder Porenbetonsteinen geht, sind Maurerkrane eine oft notwendige Unterstützung beim Hausbau oder bei Renovierungsarbeiten. Die sehr kompakten Krane sind durch ihre Bereifung sehr mobil und helfen, schwere Lasten sehr schnell und effizient auf höhere Ebenen zu bringen. Anders als die meisten anderen Kranmodelle laufen Maurer-Krane mit Strom.

Kleinere Modelle mit Nutzlasten von 1 t bis 2 t kosten meist nur rund 80 EUR bis 100 EUR je Miettag, dazu kommen wie bei allen anderen Kränen noch Kosten für Anlieferung und Abholung sowie Extrakosten. Leistungsfähiger Modelle sind dann entsprechend teurer.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Wir wollen in unserem hinter dem Haus gelegenen Garten eine Poolwanne einbauen. Da das Grundstück nicht in ausreichender Breite zugänglich ist, muss die Poolwanne von einem Kran über das Haus in den auf der rückwärtigen Seite liegenden Garten gehoben werden. Wir mieten einen Autokran samt Kranbedienung, um die Arbeiten erledigen zu lassen.

Posten Preis
Anfahrtspauschale Autokran 225 EUR
1 Arbeitsstunde Kranbedienung 110 EUR
Schwerlastzuschlag 13 EUR
Gesamtkosten 348 EUR

Hierbei handelt es sich lediglich um ein Kostenbeispiel für bestimmte Arbeiten mit einem einzelnen Kranmodell. Die Kosten für andere Kranarbeiten oder für selbst durchgeführte Arbeiten mit einem Mietkran können natürlich auch unterschiedlich liegen.

Frage: Wovon hängen die Kosten für die Kranmiete ab?

Kostencheck-Experte: Hier müssen mehrere Dinge berücksichtigt werden:

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Größe und Art des Krans sind entscheidend für den Preis

  • die Art des benötigten Krans
  • die benötigte Tragkraft und die Reichweite
  • ob der Kran selbst bedient werden kann oder ein Kranführer benötigt wird (zusätzliche Kosten pro Stunde)
  • über welche Dauer gemietet wird (bis zu 100 % Unterschied möglich bei Langzeitmieten)
  • welche Liefer- und Abholkosten für den Kran verrechnet werden (abhängig auch von der Anlieferentfernung)
  • welche Kosten für Öl und Treibstoff anfallen
  • ob der Kran täglich länger als 8 Stunden in Betrieb ist (zusätzliche Tage da meist 8 Arbeitsstunden = 1 Arbeitstag)
  • ob an Wochenenden und Feiertagen ebenfalls gearbeitet wird
  • welche Kosten für Krafstoff und Öl anfallen
  • welche Kosten für Reinigung, Wartung und Instandhaltung vom Kranvermieter verrechnet werden
  • welche zusätzlichen Ausrüstungen (z. B. Gehänge) noch mitgemietet werden
  • welche Zusatzkosten für Versicherungen, Zuschläge, spezielle Haftungsregelungen und Ähnliches anfallen

Es lohnt sich also in jedem Fall, zunächst die notwendigen Anforderungen an die Leistung und die Einsatzzeit des jeweiligen Krans festzulegen und danach die Preise zwischen einzelnen Anbietern zu vergleichen. Teilweise kann es signifikante Kostenunterschiede zwischen einzelnen Vermietern geben.

Text: Kostencheck.de