Kaminkassette: Welche Kosten fallen an?

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Offene Kamine wirken zwar recht rustikal und traditionell – sie sind aber leider weder besonders effizient noch besonders sicher. Um einen vorhandenen offenen Kamin technisch „aufzurüsten“ und in Bezug auf die Heizleistung auch deutlich effizienter zu machen, bietet sich das Nachrüsten einer Kaminkassette an. Was das kosten kann, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was sind Kaminkassetten überhaupt – und wie funktioniert das?

Kostencheck-Experte: Eine Kaminkassette ist eine Art abgeschlossener Brennraum in rechteckiger Form, der in einen bestehenden offenen Kamin eingebaut werden kann. Er behebt die Nachteile, die offene Kamine in der Regel mit sich bringen.

Die offene Feuerstelle und der offene Kamin sind die älteste Heizform in Häusern. Mit der Zeit kam man aber darauf, dass die Effizienz und die Heizleistung einer offenen Feuerstelle in Wohnstätten nicht besonders optimal sind. Aus diesem Grund wurden die ersten Heizöfen entwickelt: hier brennt das Feuer in einem geschlossenen Raum, der sich erwärmt und deutlich mehr und deutlich gezielter Wärme abstrahlt als das offene Feuer. Zudem sank der Holzverbrauch – trotz höherer Wärmeleistung – in einem Ofen dramatisch, auch die Brandsicherheit war deutlich höher, da man durch das Schließen der Ofentür Funkenflug vollständig verhindern konnte. Von diesem Zeitpunkt an war der Holzofen das primär verwendete Heizgerät, offene Kamine wurden nach und nach abgeschafft.

Offene Kamine sind auch heute nur noch Liebhaber-Heizungen. Kaminkassetten zum nachträglichen Einbau machen sie aber zum Ofen wieder konkurrenzfähig – ohne ihnen ihren ursprünglichen und rustikalen Charme zu nehmen.

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Geschlossene Kamine sind besser für die eigene Gesundheit
Die meist nicht besonders guten Emissionswerte von offenen Kaminen werden durch den Einbau einer Kaminkassette ebenfalls deutlich verbessert, sodass auch in Zukunft die für Feuerstätten geltenden strengen Grenzwerte in Bezug auf die Emissionen leicht einzuhalten sind. Nach der geltenden 1. BImSchV, Stufe 2 darf man offene Kamine heute nur noch gelegentlich betreiben.

Die Umrüstung mit der Kaminkassette hat sich dann in vielen Fällen bei oft geheizten Kaminöfen oft sehr bald durch den geringeren Brennholzverbrauch bereits amortisiert – zudem darf man seinen Kamin auch öfter als gelegentlich und sogar dauerhaft nutzen, um kostengünstig mit Holz zu heizen.

Frage: Was kosten Kaminkassetten üblicherweise?

Kostencheck-Experte: Die Kosten für die Umrüstung des offenen Kamins können unterschiedlich liegen – je nach Art der verwendeten Kaminkassette, ihrer Größe und Ausführung.

In der Praxis werden Sie aber meist von Kosten ab rund 1.000 EUR ausgehen können. Dazu kommen Einbaukosten, die im Allgemeinen im Bereich von rund 500 EUR liegen.

Auf Maß gefertigte Modelle und Modelle mit besonders hochwertigen Designs können aber auch deutlich teurer sein. Kosten bis 2.000 EUR und darüber müssen Sie bei leistungsfähigeren Kassetten und Designer-Kassetten oft durchaus veranschlagen.

Wer gleichzeitig seinen Kamin mit einem wasserführenden Kamineinsatz ausrüsten möchte, muss dagegen deutlich höhere Kosten ins Auge fassen – je nach Ausführung kosten solche Einsätze zur Unterstützung der Hauptheizung zwischen rund 2.000 EUR und 4.000 EUR, dazu kommen dann nicht geringe Installationskosten, die im Einzelfall ebenfalls beträchtlich sein können.

Ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir wollen unseren gelegentlich genutzten offenen Kamin mit einer vorgefertigten Kaminkassette nachrüsten lassen.

Posten Preis
Kaminkassette 7 kW, Gusseisen-Brennraum, Scheibenspülung 929 EUR
Einbaukosten 550 EUR
Gesamtkosten 1.479 EUR

Hierbei handelt es sich natürlich nur um ein einzelnes Kostenbeispiel, das lediglich für ein bestimmtes Modell und die Einbaukosten in einen ganz bestimmten Kamin gelten. Die Kosten können in anderen Fällen auch unterschiedlich liegen.

In unserem Beispiel haben wir eine vergleichsweise kleine Kassette mit niedriger Heizleistung (7 kW) verbaut, die aber dennoch über einige Komfortmerkmale, wie etwa eine Scheibenspülung, verfügt. Auch das trägt zum Preis bei.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für eine Kaminkassette ab?

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Die Installationskosten für den Kamin sollten nicht vergessen werden
Kostencheck-Experte: Hier muss man schon einiges in Betracht ziehen:

  • die Größe der Kaminkassette
  • die Leistung der Kaminkassette (typischerweise zwischen 7 kW und 9 kW)
  • ob eine Kaminkassette „von der Stange“ oder als Maßanfertigung bezogen wird
  • die Form und das Design der Kaminkassette
  • die Einbaukosten

Beim Einbau spielt immer auch eine Rolle, ob und welche Differenzdämmungen eingebaut werden müssen und inwieweit der Kamin selbst baulich angepasst werden muss (z. B. im Bereich der Öffnungsklappen). Die Kosten können hier also auch von Fall zu Fall recht unterschiedlich ausfallen.

Frage: Wie amortisieren sich die Kosten durch den geringeren Holzverbrauch mit der Kaminkassette?

Kostencheck-Experte: Bei einem offenen Kamin kann man von einem sehr niedrigen Wirkungsgrad im Bereich von rund 25 % ausgehen. Durch schlechte Zugverhältnisse und Probleme bei der Gleichmäßigkeit der Verbrennung kann der Wirkungsgrad sogar noch niedriger liegen.

Ein typischer Kaminofen hat dagegen häufig einen Wirkungsgrad von bis zu 80 %, wenn er mit Holz betrieben wird. 75 % werden dabei von den meisten Öfen erreicht, selbst unter ungünstigen Abbrand-Bedingungen.

Das heißt klar ausgedrückt: Ein geschlossener Brennraum (wie er durch die Kaminkassette entsteht) verbraucht lediglich ein Drittel des Heizmaterials im Vergleich zum offenen Kamin ohne Kaminkassette.

Ihr Holzverbrauch für den Kamin wird damit auch nur ein Drittel der zuvor verbrauchten Holzmenge betragen – damit sparen Sie 2/3 der Kosten für das Heizmaterial. Durch die permanent automatisch regulierte Verbrennung, die immer für einen optimalen Abbrand sorgt, können die Kosteneinsparungen im Einzelfall oft noch höher ausfallen.

Je nachdem, wie oft Sie Ihren Kamin anheizen werden sich die Kosten für die Kaminkassette sehr schnell amortisiert haben.

Durch die Kaminkassette besteht weiterhin die Möglichkeit, den offenen Kamin auch regelmäßig als kostengünstige Zusatzheizung zu betreiben und somit die Heizkosten für die Hauptheizung signifikant zu verringern.

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