Minihaus: welche Kosten muss man rechnen?

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Beim Hausbau geht der Trend ganz allgemein zu weiten, luftigen Räumen und großem Platzangebot. Es gibt dazu aber auch einen Gegentrend, der darauf abzielt, Wohnflächen auf das Notwendigste zu reduzieren, das Platzangebot so weit zu verkleinern wie nur möglich – und damit Baukosten zu sparen, die Erhaltungskosten zu minimieren und Wohnen ganz allgemein minimalistisch und einfach zu machen. Das Ergebnis des Trends sind Minihäuser, mit zum Teil weniger als 50 m² Wohnfläche – dafür aber mit sehr geringen Erhaltungs- und Nebenkosten. Was solche Minihäuser kosten und welche Vorteile sie bringen, darüber unterhalten wir uns mit dem Kostencheck-Experten in unserem Interview.

Frage: Wie teuer sind solche Minihäuser – und welche Vorteile bringen sie?

Kostencheck-Experte: Minimalismus liegt in den letzten Jahren durchaus im Trend und seitdem das Tiny-House-Movement sich auch in Europa immer mehr durchsetzt, werden immer mehr Minihäuser gebaut.

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Minihaus vs. Tiny House
Während beim Tiny House die Wohnflächen extremst reduziert werden – auf bis zu 20 m² und weniger, damit das Haus auf einem Anhänger transportiert werden kann – sind es bei Minihäusern meist Wohnflächen zwischen rund 30 m² und 60 m², mit denen man auskommen muss.

Kompensiert wird die geringe Fläche auch hier häufig durch intelligente, platzsparende Lösungen und die Reduktion der Ausstattung auf das Wesentliche. Vergleicht man die Kosten pro m² mit denen größerer Häuser, wird aber schnell klar, dass man für die reduzierte Fläche häufig deutlich mehr bezahlen muss wie für ein normal großes Haus.

Modulhäuser in einer Größe von 30 m² bis 60 m² können in vielen Fällen 100.000 EUR bis 150.000 EUR kosten – das entspricht Quadratmeterkosten von hochgerechnet weit mehr als 2.500 EUR pro m².

Tiny Houses gibt es ab rund 50.000 EUR bei einer Fläche von maximal 20 m², was ähnlich hohen Kosten entspricht.

Preis-Beispiele

Nachfolgend einige Preisbeispiele für einige unterschiedliche Typen von Mini-Häusern.

Haustyp, Größe Preis Kosten pro m² Wohnfläche (hochgerechnet)
Tiny House auf Trailer, 1,5 Geschosse, komplett ausgestattet, 18 m² 45.000 EUR ca. 2.500 EUR pro m²
Tiny House als Rohbau, 20 m² 20.000 EUR ca. 1.000 EUR pro m²
8 m² Tiny House, komplett ausgebaut 32.000 EUR ca. 4.000 EUR pro m²
Modulhaus Cube, 56 m² Wohnfläche 150.000 EUR ca. 2.670 EUR pro m²
Modulhaus Eco mit Terrasse, 29 m² Wohnfläche, 10 m² überdachte Terrasse, komplett ausgestattet 100.000 EUR ca. 3.440 EUR pro m²

Frage: Welchen Preisrahmen muss man für Minihäuser ungefähr rechnen?

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Minihäuser liegen bei etwa 2500 EUR pro qm.
Kostencheck-Experte: Wenn es rein um die Anschaffungskosten für die vorgefertigten Varianten (Modulhäuser, Tiny Houses) geht, liegt man preislich auf jeden Fall bei 2.500 EUR pro m² oder deutlich darüber.

Natürlich besteht ganz einfach die Möglichkeit, auf klassische Weise einfach ein entsprechend kleines Haus zu bauen – und damit deutlich Kosten zu sparen. Der Vorteil, dass sich das Haus dann problemlos an einen anderen Ort versetzen lässt, wie das bei Modulhäusern oder Tiny Houses der Fall ist, fällt dann allerdings weg. Dafür bewegen sich die reinen Baukosten eher in einem Bereich von 1.500 EUR pro m² bis 2.500 EUR pro m².

Wer dagegen ein hölzernes Gartenhaus anschafft und bewohnbar macht (Dämmung nach EnEV, Anschlüsse, Leitungen, Innenausbau, etc.) liegt mit den Gesamtkosten häufig deutlich niedriger als bei einem sonst üblichen Hausbau. Das hängt allerdings mit den allgemein günstigeren Baukosten bei allen Massivholzhäusern zusammen.

Frage: Wovon hängen die Kosten für Minihäuser ab?

Kostencheck-Experte: Entscheidend ist hier:

  • der Haustyp (Tiny House, Modulhaus, bewohnbar gemachtes Gartenhaus, etc.)
  • die Größe des Hauses (Wohnfläche in m²)
  • die individuelle Ausstattung des Hauses (bis hin zum komplett autark, Klimaanlage, etc.)
  • wie viel Eigenleistung erbracht wird (auch bei Tiny Houses gibt es „Ausbauhäuser“)

Frage: Welche Kostenvorteile bieten kleine Häuser?

Kostencheck-Experte: Vor allem bei den Nebenkosten macht sich die geringe Größe natürlich bemerkbar.

Rechnet man mit einem Heizwärmebedarf von rund 75 kWh/m² jährlich, fallen bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche rund 540 EUR Heizkosten jährlich bei einer Gasheizung an, bei einem nur 29 m² großen Minihaus wären es lediglich 130 EUR pro Jahr.

Der Verbrauch an Strom und Wasser ist nicht an die Größe der Fläche gebunden, sondern vor allem an das eigene Verbrauchsverhalten, damit verändern sich diese Kosten nicht wesentlich gegenüber dem klassischen Einfamilienhaus.

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Auch die Kosten für Reparaturen halten sich bei kleinen Häusern deutlich mehr im Rahmen.
Bei der jährlich zu bezahlenden Grundsteuer können kleinere Häuser dagegen ebenfalls noch einige Vorteile bringen. Auch bei den Kosten für Renovierung und Reparaturen spart man natürlich einiges an Kosten, weil deutlich kleinere Flächen (Bodenfläche, Fassadenfläche, Dachfläche) zu renovieren sind. Die weniger solide Bauweise im Vergleich zum Massivhaus und der zum Teil deutlich höhere Erhaltungs- und Reparaturenaufwand macht diesen Kostenvorteil zum Teil aber wieder wett.

Insgesamt gesehen sind die Kostenvorteile beim Wohnen auf reduzierter Fläche also weit nicht so hoch, wie oft angenommen wird.

Andere Vorteile von Minihäusern

Reduzierte Flächen machen es nötig, den eigenen Konsum und die Anschaffungen, die man tätigt, stark zu hinterfragen. In den meisten Fällen wird jeder, der in einem solchen Haus lebt, seinen persönlichen Konsum vermutlich einschränken.

Auch der Aufwand für Reinigungsarbeiten im Haus und die üblichen Erhaltungsarbeiten (Wände streichen, Bodenbeläge erneuern) wird in vielen Fällen sicherlich geringer ausfallen und deutlich weniger Zeit benötigen als bei einem größeren Haus. Das kann durchaus sehr angenehm sein.

Auch in ökologischer Hinsicht sind verringerte Wohnraumgrößen und vor allem der deutlich geringere Heizmittelverbrauch und damit Schadstoffausstoß als klar positiv zu sehen. Verringert sich die Größe von Wohnflächen, verringern sich auch gleichzeitig die Umweltbelastungen aus dem Bereich Wohnen.

Der größte Nachteil ist, dass das beschränkte Flächenangebot nicht einfach bei kurzfristigem Bedarf erweitert werden kann – während bei einem größeren Haus nicht benötigte Flächen durchaus auch problemlos länger ungenutzt bleiben können. Das sollte ebenfalls bedacht werden. Gegebenenfalls kann man für einen kurzfristig höheren Flächenbedarf aber Lösungen finden.

Text: Kostencheck.de