Umzug in Berlin: Welche Kosten entstehen?

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Wer innerhalb der Stadt umzieht, muss dennoch häufig mit hohen Kosten rechnen. Vom Kostencheck-Experten erfahren Sie an dieser Stelle, mit welchen Kosten Sie bei einem Umzug innerhalb Berlins rechnen müssen, wovon diese Kosten abhängen und welche Förderungen Umzüge etwas günstiger machen können.

Frage: Mit welchen Kosten muss man bei einem Umzug innerhalb Berlins rechnen?

Kostencheck-Experte: Das hängt natürlich von vielen Dingen ab: welche Wohnungsgröße man übersiedeln will, ob man ganz oder teilweise selbst transportiert oder ein Umzugsunternehmen beauftragt, ob man selbst verpackt oder verpacken lässt und in welchen Stockwerken die alte und die neue Wohnung jeweils liegen. Pauschal kann man das also nur sehr schwer angeben.

Unterscheiden muss man zunächst einmal grundsätzlich zwischen:

  • Umzügen die von Umzugsunternehmen durchgeführt werden
  • selbst durchgeführten Umzügen
  • Sonderleistungen und Nebenkosten im Zuge eines Umzugs

Umzüge durch Umzugsunternehmen

Bei Umzügen die von von Umzugsunternehmen durchgeführt werden, richten sich die Kosten nach dem Umfang der benötigten Leistungen beziehungsweise nach dem individuellen Aufwand beim Umzug.

Umzugsunternehmen Kosten

Die Kosten für ein Umzugsunternehmen liegen bei mindestens 600€
Für Komplettumzüge müssen Sie in den meisten Fällen auch innerhalb des Stadtgebiets mindestens 600 EUR an Gesamtkosten rechnen. Diese Kosten können aber auch bis zu 1.000 EUR und darüber betragen, wenn entsprechend viel transportiert werden muss.

Für reine Transportfahrten auf kurzen Strecken (rund 25 km) innerhalb des Stadtgebiets, die Bereitstellung von Umzughelfern und Be- und Entladung beginnen die Kosten bei rund 200 EUR für zwei Stunden, für jede weitere Stunde müssen Sie dann zwischen 70 EUR und 100 EUR rechnen.

Entscheidend für die Kosten bei einem Umzug ist natürlich auch die Menge des Umzugsguts: für eine 40 m² Wohnung fallen am Ende immer deutlich geringere Kosten an als bei Übersiedlung einer 100 m² Wohnung mit der entsprechenden Möblierung.

Wichtig für die Kosten ist auch immer, welche Leistungen tatsächlich inkludiert sind: das kann vom Abbau der Möbel über das Bereitstellen von Verpackungsmaterial bis hin zum Streichen der Auszugswohnung und dem Auspacken der eigenen Sachen alles Mögliche sein. Gegebenenfalls lassen sich zusätzliche Leistungen separat vereinbaren.

Selbst durchgeführte Umzüge

Wer seinen Umzug selbst durchführen will, muss ebenfalls Kosten rechnen. Für einen Kleintransporter, den Sie mieten, müssen Sie rund 50 EUR bis 100 EUR pro Tag an Mietkosten rechnen.

Wenn Sie größere Wohnungen damit übersiedeln wollen, werden Sie aber vermutlich einige Touren übernehmen müssen. Wenn Sie von vornherein auf einen größeren LKW setzen, liegen die Kosten dann oft bereits doppelt so hoch (bis zu 200 EUR pro Tag und darüber) – dazu brauchen Sie natürlich auch einen entsprechenden Führerschein für das gemietete Fahrzeug.

Umzugskartons und Verpackungsmaterial verursachen ebenfalls Kosten – je nach Größe müssen Sie mit rund 2 EUR bis 5 EUR je Karton rechnen.

Weitere Kosten fallen im Allgemeinen nicht an – außer Sie wollen Ihre Umzugshelfer bezahlen oder verpflegen. Die Kosten dafür können ganz unterschiedlich ausfallen, je nachdem, was Sie sich überlegen.

Sonderleistungen und Nebenkosten

Je nachdem, welche Sonderleistungen ein Umzugsunternehmen noch zusätzlich erbringt, können noch weitere Kosten anfallen.

Für das Bereitstellen von Verpackungsmaterialien müssen Sie beispielsweise bei einer 3-Zimmer-Wohnung meist 100 EUR bis 200 EUR zusätzlich rechnen, häufig ist das aber auch bereits in angebotenen Pauschalpreisen inkludiert.

Umzugskartons Kosten

Für das Bereitstellen von Umzugskartons oder das Einpacken von Möbeln fallen zusätzliche Kosten an
Soll das Umzugsunternehmen das Verpacken von Gegenständen übernehmen, fallen dafür meist Kosten im Bereich von 150 EUR bis 450 EUR an, für das Auspacken der Gegenstände können Kosten von 100 EUR bis 600 EUR anfallen.

Für das Aufstellen eines Halteverbotsschildes (um das Ein- und Ausladen zu erleichtern) können Sie meist mit zusätzlichen Gebühren ab rund 80 EUR rechnen.

An Nebenkosten für den Umzug (Änderung des Personalausweises, Anmeldegebühren für neuen Telefon- und Internetanschluss, Nachsendeauftrag, etc.) sollten Sie bis zu 100 EUR zusätzliche Kosten einkalkulieren.

Beispiel-Kosten

Wir übersiedeln von Tempelhof nach Lichterfelde und beziehen dort eine 60 m² große, ebenerdig gelegene Wohnung, die damit etwas kleiner ist als unsere bisherige Wohnung (65 m²). Wir nehmen Teil unsere alten Möbel mit, die Küche bleibt in der alten Wohnung an Ort und Stelle.

Wir lassen uns Verpackungsmaterial liefern und verpacken unseren Hausrat selbst. Für den Transport engagieren wir eine Umzugsfirma mit 3 Helfern und einem LKW. Die Transportentfernung liegt bei rund 13,5 km.

Das Ein- und Auspacken sowie das Transportbereitmachen der Möbel übernehmen wir selbst.

Posten Preis
Lieferung von Verpackungsmaterial 105 EUR
Pauschale: Transport in LKW bis 25 km, bis 2 Stunden, 3 Helfer 219 EUR
weitere angefangene Stunde 79 EUR
Gesamtkosten 403 EUR

Die Kosten für diesen Umzug beziehen sich lediglich auf die Transportkosten, da alles andere von uns selbst erledigt wurde. Bei Umzügen mit einer größeren Menge Hausrat oder bei Inanspruchnahme von mehr Serviceleistungen können die Kosten in anderen Fällen auch deutlich höher liegen, selbst bei vergleichbaren Transportentfernungen.

Frage: Was beeinflusst die Kosten für einen Umzug?

Kostencheck-Experte: Wichtig für die Kosten ist dabei:

  • ob man den Umzug komplett selbst durchführen will oder ein Umzugsunternehmen beauftragt
  • welche Leistungen bei einem Umzugsunternehmen in Anspruch genommen werden
  • wie groß die Entfernung zwischen alter Wohnung und neuer Wohnung ist
  • in welchen Geschossen jeweils die alte und die neue Wohnung liegen und ob spezielle Transportgeräte benötigt werden (kann hohen Einfluss auf die Kosten haben, insbesondere bei Gebäuden ohne ausreichend großen Lift)
  • welcher Zeitaufwand für den Umzug vom Umzugsunternehmen kalkuliert werden muss
  • in welchem Zeitrahmen der Umzug stattfinden soll (ausreichend großes Zeitfenster, Blitzumzug, Schnellumzug, etc.)

Grundsätzlich sind eine Vielzahl von Zusatzleistungen möglich, um den Umzug bequemer zu gestalten – damit steigen allerdings auch schnell die Kosten. Es ist empfehlenswert, die eigenen Wünsche möglichst genau schon im Vorfeld festzulegen und auf dieser Basis dann mehrere Angebote anzufordern und zu vergleichen. Die Preisunterschiede von Umzugsunternehmen zu Umzugsunternehmen können beträchtlich sein.

Frage: Gibt es auch Förderungen für Umzüge?

Umzugskosten Berlin

Umzugskosten können steuerlich abgesetzt werden
Kostencheck-Experte: Die gibt es tatsächlich. Wenn Sie umziehen, können Sie Ihre Umzugskosten steuerlich geltend machen – und zwar als Pauschale. Das heißt, Sie brauchen keine Einzelbelege beizubringen.

Die Umzugspauschale, die Sie steuerlich absetzen können, liegt für Einzelpersonen bei 764 EUR, für Paare (verheiratet oder Lebensgemeinschaft) bei 1.528 EUR. Auch Alleinerziehende, Verwitwete und Geschiedene dürfen diesen höheren Pauschalsatz nutzen. Je Kind, das mit umzieht, können Sie dann noch zusätzlich 337 EUR steuerlich geltend machen.

Sind Sie aus beruflichen Gründen innerhalb der letzten 2 Jahre bereits einmal umgezogen, dürfen Sie die Pauschalbeträge um 50 % höher ansetzen.

Wenn die Umzugskosten vom Jobcenter übernommen werden sollen (ALG II-Bezieher), dann muss für den Umzug ein entsprechender triftiger Grund vorliegen. Das kann entweder Heirat oder Trennung sein, aber auch das Vermeiden einer doppelten Haushaltsführung, der Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums oder wenn das Amt den Umzug fordert oder man einen Job in einer anderen Stadt beginnt. In Einzelfällen werden auch nachgewiesenermaßen unerträgliche Zustände am bisherigen Wohnort als Grund anerkannt.

Text: Kostencheck.de