Hackschnitzel: Welche Preise muss man rechnen?

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Hackschnitzel werden in vielen Bereichen benötigt – von der Unterlage in Hochbeeten bis hin zur dämpfenden Bodenschicht bei Kinderspielgeräten. Die hauptsächliche Anwendung im privaten Bereich ist aber sicherlich als Heizmaterial für Biomasse-Heizungen. Welche Kosten man für Hackschnitzel rechnen muss, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kosten Hackschnitzel?

Kostencheck-Experte: Die Preise für Hackschnitzel pauschal für jeden Fall anzugeben, ist nicht möglich, weil allein je nach Verwendungsart ganz unterschiedliche Formen von Hackschnitzel zum Einsatz kommen. Zunächst einmal muss man hier unterscheiden, welche Art von Hackschnitzel für welchen Zweck man überhaupt benötigt:

  • Hackschnitzel für den Garten (als Unterlage im Hochbeet, für das Bedecken von Wegen oder als Grundlage für den Kompost)
  • Hackschnitzel für größere Feuerungsanlagen
  • Hackschnitzel für die üblichen Hackschnitzelheizungen für Ein- und Zweifamilienhäuser

Im industriellen Bereich werden Hackschnitzel zudem als Rohstoffe für die holzverarbeitende Industrie benötigt – dabei gibt es große Unterschiede gegenüber der Verwendung im privaten Bereich. Es gelten dann auch deutlich unterschiedliche Preise.

Auch im privaten Bereich kommen je nach Verwendungsweise sehr unterschiedliche Preise zum Tragen, wie die Richtpreise in nachfolgende Tabelle zeigt:

Hackschnitzelart Richtpreis ungefähr
Hackschnitzel als Unterlage für Hochbeet, Bestreuen von Wegen ab ca. 0,20 EUR pro l
Hackschnitzel als dämpfende Unterlage (z. B. unter Spielgeräten) nach DIN/EN 1177, vorgeschriebene Körnung 50/20 gehackt ab ca. 30 EUR/srm bis 40 EUR/srm (Schüttraummeter)
Hackschnitzel in üblicher Qualität zum Heizen ca. 15 EUR – 25 EUR je srm (Schüttraummeter)

Hierbei handelt es sich, wie gesagt nur um grobe Richtpreise. Die Kosten im einzelnen können sich je nach Qualität, bestellter Menge und Art der Hackschnitzel auch deutlich nach oben oder unten bewegen.

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Hackschnitzel werden vor allem für Heizanlagen verwendet
Die Hauptverwendung von Hackschnitzeln ist, wie gesagt das Verheizen in privaten Hackschnitzelheizungen. Die Angabe von Schüttraummetern (srm) ermöglicht dabei nur eingeschränkt ein Abschätzen des Preises.

In der üblichen Qualität für private Heizungen beträgt der übliche Preis nach Tonnen rund 130 EUR pro Tonne inklusive Lieferkosten von 20 km. Dabei sind in der Praxis aber Abweichungen – je nach Qualität und Liefermenge – von bis zu 40 % möglich.

Für den tatsächlichen Preis sind am Ende verschiedene Faktoren verantwortlich.

Ein Kostenbeispiel aus der Praxis für eine Lieferung von Hackschnitzel an einen privaten Haushalt

Kostencheck-Experte: Wir lassen uns zu unserem Einfamilienhaus 6 Tonnen Hackschnitzel liefern, die direkt in unser Silo abgeladen werden. Es gibt keine Zufahrtsschwierigkeiten für den LKW, unser Silo ist gut zugänglich. Wir bestellen zur üblichen Zeit vor dem Winteranfang, um für den Winter genug Heizmaterial zur Verfügung zu haben. Wir zahlen bar bei Übernahme der Lieferung.

Posten Preis
Lieferung von 6 Tonnen, Lieferentfernung 15 km, incl. Abladen und Wiegen 138 EUR pro Tonne
Gesamtkosten für die Lieferung 828 EUR

Hierbei handelt es sich selbstverständlich um ein einzelnes Kostenbeispiel, das nur für die Lieferung in einer bestimmten Region durch einen bestimmten Anbieter gilt. Die Kosten können in anderen Fällen auch deutlich abweichen, insbesondere bei größeren Liefermengen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für Hackschnitzel in der Praxis ab?

Kostencheck-Experte: Hier muss man natürlich einiges in Betracht ziehen:

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Die Qualität der Hackschnitzel hat einen großen Einfluss auf den Preis
-die beabsichtigte Verwendung der Hackschnitzel

  • die Art und Qualität der Hackschnitzel (bei der Heizung)
  • den Feuchtegehalt der Hackschnitzel
  • die Herkunft der Hackschnitzel
  • die Liefermenge
  • die Liefer- und Zahlungsbedingungen im Einzelnen
  • die Lieferregion
  • der aktuelle Bestellzeitpunkt (Saison)
  • ob Hackschnitzel aus vorhandenem Holz hergestellt werden

Alle diese Faktoren muss man in der Praxis berücksichtigen, wenn es um den Preis von Hackschnitzeln geht. Damit können von Fall zu Fall am Ende sehr unterschiedliche Preise entstehen.

Frage: Wie unterscheiden sich die Preise im einzelnen je nach Verwendungsart im privaten Bereich?

Kostencheck-Experte: Im Großen und Ganzen gibt es üblicherweise im privaten Bereich nur zwei hauptsächliche Verwendungsarten:

  • die Verwendung als Schüttgut (Grundlage für Hochbeete, Wegebedeckung oder Ähnliches)
  • die Verwendung als Heizmaterial für private Heizungen

Vergleicht man die Preise, ist die Verwendung als Schüttmaterial deutlich teurer als die Verwendung als Heizmaterial.

In unserer Tabelle vom Anfang erkennen wir, dass Schüttgut ab rund 0,20 EUR je Liter kostet. Das gilt jedenfalls, wenn man das Schüttgut in kleinen Mengen im Baumarkt kauft. 1.000 Liter ergeben einen (geschütteten) Kubikmeter – also ungefähr einen Schüttraummeter. Damit kommen wir beim Schüttgut auf einen Preis von rund 200 EUR/srm. Verwendet man genormtes, stoßdämpfendes Material (etwa unter einer Kinderschaukel), muss man sogar 300 EUR/srm bis 400 EUR/srm rechnen.

Dagegen sind Hackschnitzel als Heizmaterial geradezu billig: Bei üblichen Bestellmengen liegt man bei professionellen Händlern bei einem Preis von rund 130 EUR pro Tonne. Je nach Holzart und Wassergehalt ergibt eine Tonne rund 3 srm – 4 srm. Damit kommt man beim Heizmaterial auf einen Preis von lediglich 35 EUR/srm – 45 EUR/srm.

Das soll nur verdeutlichen, dass je nach Einsatzzweck schon einmal recht unterschiedliche Preise anfallen können.

Frage: Inwieweit spielen Art und Qualität eine Rolle bei Hackschnitzel zum Heizen?

Kostencheck-Experte: Auch bei Hackschnitzel gibt es, genauso wie beim Scheitholz, sehr unterschiedliche Qualitäten. Als Käufer ist das nicht immer leicht zu beurteilen, unterschiedliche Hölzer aus unterschiedlicher Herkunft und in unterschiedlicher Qualität haben natürlich auch unterschiedliche Preise.

Um genau bestimmen zu können, worum es sich handelt, kann man einige grundlegende Kriterien verwenden:

  • die Holzart
  • den Wassergehalt des Holzes
  • die Größe der Schnitzel
  • den Heizwert der Hackschnitzel
  • eventuell auch die Schüttdichte der Hackschnitzel
  • eventuell auch den Chlorgehalt der Hackschnitzel

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Je trockener die Hackschnitzel desto besser
Holzart und Wassergehalt haben einen ganz wesentlichen Einfluss auf den Heizwert der Hackschnitzel. Harte Hölzer haben – wie beim Scheitholz auch – einen höheren Heizwert als weichere Hölzer. Während beispielsweise das sehr harte Eichenholz oder Buchenholz einen Heizwert von durchschnittlich 1.103 kWh/srm haben, liegt weiches Pappelholz mit nur 862 kWh/srm deutlich niedriger. Das heißt aus der gleichen Menge Holz lässt sich beim weichen Holz rund 20 % weniger Wärme gewinnen – man braucht also um 20 % mehr Heizmaterial für die gleiche Wärmeleistung.

Auch die Holzfeuchte spielt eine wesentliche Rolle: getrocknete Hackschnitzel haben einen Restfeuchtegehalt von unter 20 %. Bis zu einer Holzfeuchte von 35 % sind Hackschnitzel lagerfähig – ihr Heizwert ist dann aber wesentlich schlechter. Frisch geschlagenes Holz hat ohne Trocknung einen Restfeuchtewert von rund 50 % – 60 %.

Nimmt man als Beispiel Fichtenholz, haben hier trockene Hackschnitzel einen Heizwert von 870 kWh/srm schlagfrisch liegt er dagegen unter 250 kWh/srm. Feuchtes Holz kann deutlich günstiger sein (bei Restfeuchte von 35 % zahlt man im Schnitt nur noch rund 80 EUR/srm – dafür erhält man allerdings auch weniger Heizwert, braucht also entsprechend mehr Heizmaterial.

Als Grundsatz gilt hier also: Je trockener das Holz, und je härter die verwendete Holzart, desto höher der Heizwert und damit auch die Qualität.

Wenn der Heizwert direkt angegeben wird, kann man natürlich auch ganz einfach den Heizwert vergleichen.

Frage: Die Größe der Hackschnitzel spielt auch eine Rolle bei der Qualitätsbeurteilung?

Kostencheck-Experte: Hier geht es nur um die Eignung. Nach der Norm CEN/TS 14961 gibt es verschiedene Größenklassen, in der Regel finden hier die Klassen zwischen P16 und P100 Anwendung. Der Zahlenwert gibt die Größe der Hackschnitzel in 80 % des Hackguts an.

Moderne Hackschnitzelheizungen im privaten Bereich können bis zur Größe P30 Schnitzel immer recht problemlos verarbeiten, in den Größenklassen zwischen P16 und P45 geht es fast immer problemlos bei privaten Heizungen. Im Zweifelsfall sollte man aber immer in der Bedienungsanleitung des eigenen Heizkessels nachsehen oder beim Hersteller nachfragen, welche Größen der Kessel (und gegebenenfalls auch das gewählte Fördersystem) verarbeiten kann.

Frage: Kann die Herkunft des Holzes eine Rolle für den Preis spielen?

Kostencheck-Experte: Das kann durchaus möglich sein. Hackschnitzel können ja aus unterschiedlichen Quellen stammen:

  • aus dem Wald als sogenanntes „Waldhackgut“
  • aus Sägewerken
  • aus sogenannten Kurzumtriebsplantagen, also aus dem gezielten Nutzholzanbau

In manchen Fällen – das gilt nicht immer – können Hackschnitzel aus dem Sägewerksbereich etwas günstiger sein. Altholz ist häufig auch trockener (oft Restfeuchte unter 10 %), was den Heizwert gegenüber anderen Hölzern erhöht und Altholz zum gleichen Preis damit wertvoller macht als gewöhnliche Hölzer.

Gerade beim Waldhackgut kann die Qualität recht unterschiedlich sein – hier kommt nicht nur Ast- und Kronenmaterial als Quelle zum Tragen sondern auch sogenanntes Schwachholz mit für die holzverarbeitende Industrie zu geringen Durchmessern. Als Quelle für Hackschnitzel bieten sich gelegentlich auch minderwertige Hölzer an. Minderwertig bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur zu starke Krümmung (was kein Qualitätsproblem darstellt) bedeuten, sondern auch Morschholz oder Holz mit Fäule. In diesem Fall kann der Brennwert niedriger sein – damit steigt die verbrauchte Brennstoffmenge.

Ein weiteres mögliches Problem für die Qualität ist der Rindenanteil. Ein sehr hoher Rindenanteil verschlechtert die Qualität.

Kleine Hackschnitzelheizungen, wie sie im privaten Bereich eingesetzt werden, benötigen immer hohe Qualität bei Hackschnitzeln. Nur Großanlagen sind etwas unempfindlicher, wenn es um die Qualität des Holzes geht. Für den Privatgebrauch sollte man also nicht auf zweifelhafte Holzqualitäten zurückgreifen, nur weil der Preis günstiger ist. Das kann sich nicht nur auf die Leistung der Anlage als auch dem Brennstoffverbrauch negativ auswirken.

Frage: Wie unterscheidet sich der Preis je nach Region und Saison?

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Im Süden sind Hackschnitzel günstiger
Kostencheck-Experte: Regional gibt es vor allem ein Nord-Süd-Gefälle. Im Süden der Republik sind Hackschnitzel, ebenso wie Holzpellets, geringfügig kostengünstiger, weil hier mehr Wald vorhanden ist und sich deshalb auch mehr herstellende Unternehmen in vergleichsweise nahem Umfeld befinden.

Betrachtet man die Durchschnittswerte, sind die Preisunterschiede allerdings vergleichsweise gering – sie liegen zwischen nördlichen und südlichen Bundesländern nur bei durchschnittlich 5 EUR/srm.

Regionale Preisunterschiede können allerdings stärker ausgeprägt sein, je nachdem, wie viel Konkurrenz zwischen den Anbietern herrscht (Zahl der Anbieter im direkten Umfeld, insgesamte Nachfrage). In sehr waldreichen Regionen können zudem auch mehr alternative Bezugsquellen vorhanden sein, was die Preise der professionellen Anbieter meist ebenfalls unter Druck setzt.

Saisonal können die Preise ebenfalls schwanken – in der Regel gibt es über das Jahr hinweg eine Schwankungsbreite von rund 10 % – 15 %.

Frage: Welche Preisunterschiede kann es bei größeren Liefermengen geben?

Kostencheck-Experte: Wer mehr bestellt, bekommt in der Regel auch günstigere Preise. „Mehr“ bedeutet in diesem Zusammenhang aber tatsächlich eine bedeutende Menge, wie sie für größere Anlagen benötigt werden, die beispielsweise gleich mehrere Häuser versorgen.

In diesem Fall können die Preise durchaus um bis zu 40 % günstiger sein. Großanlagen haben daneben auch noch weitere Vorteile, aber darauf möchten wir später noch einmal zurückkommen.

Frage: Wie verhalten sich die Kosten zu anderen Heizmitteln – etwa zu Pellets und Scheitholz oder zu fossilen Energieträgern wie Gas und Öl?

Kostencheck-Experte: Hackschnitzel sind, was den Durchschnittspreis betrifft, auf jeden Fall günstiger als andere Formen von Holz wie Scheitholz oder Holzpellets.

Während der Schüttraummeter bei Hackschnitzel hoher Qualität bei maximal 30 EUR kostet, muss man bei Scheitholz in guter Qualität häufig rund 50 EUR für den Schüttraummeter bezahlen.

Um die Kosten in Beziehung zu anderen Energieträgern zu setzen, kann man ganz einfach ermitteln, welche Kosten für eine festgelegte Energiemenge bei jedem Energieträger anfallen. Das zeigt die nachstehende Tabelle. Hier wurden die Kosten jedes Energieträgers für die Gewinnung von 1 MWh (Megawattstunde, also 1.000 kWh) Wärme hochgerechnet.

Energieträger Kosten für 1 MWh Wärme
Hackschnitzel im Durchschnitt 32 EUR/MWh
Holzpellets ca. 50 EUR/MWh
Gas ca. 65 EUR/MWh
Heizöl ca. 70 EUR/MWh

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Die Preise für erneuerbare Energieträger sind vergleichsweise konstant
Berücksichtigt werden muss dabei auch noch die Schwankungsbreite der Kosten. Fossile Energieträger wie Öl und Gas haben eine deutlich höhere Schwankungsbreite als Biomasse wie Pellets oder Hackschnitzel, bei denen die Preise meist relativ konstant bleiben.

Heizöl hat sich allein in den letzten 3 Jahren zwischen 44 EUR/MWh und 70 EUR/MWh bewegt, langfristig muss man bei fossilen Energieträgern wohl auch von einer signifikanten Preissteigerung ausgehen. Öl- und Gaspreise sind dabei auch durch die Situation auf dem Weltmarkt und unterschiedliche wirtschaftliche Gegebenheiten sehr stark beeinflussbar, was das Risiko eines plötzlichen Kostenanstiegs stark erhöht.

Bei Hackschnitzeln ist das nicht der Fall – sie sind vergleichsweise preisstabil. Sehen wir uns dazu die Preise pro Tonne über die letzten 10 Jahre an:

Jahr Preis pro Tonne Hackschnitzel (Durchschnittspreis)
2008 110 EUR/t
2010 125 EUR/t
2012 135 EUR/t
2014 142 EUR/t
2016 131 EUR/t
2018 129 EUR/t

Die leichte Preissteigerung rund um 2014 war dabei auf eine überhöhte Nachfrage bei noch geringem Angebot zurückzuführen. Schon im darauffolgenden Jahr wurde die Kapazität der Unternehmen erhöht (bei Holz gibt es langfristig keine Verknappung) und die Preisspitze bildete sich wieder zurück.

Frage: Welche Kosten hat man eigentlich zu erwarten, wenn man vorhandenes Holz selbst in Schnitzel hacken lässt?

Kostencheck-Experte: Das kann eine sehr kostengünstige Möglichkeit sein, insbesondere wenn man selbst über Wald oder große Mengen Strauchschnitt verfügt. Für das Hacken zahlt man im Allgemeinen rund 200 EUR/h – 250 EUR/h, dabei können mit geeigneten Geräten bis zu 100 oder sogar 150 srm Holz in üblicher Größe verarbeitet werden. Die Kosten pro Schüttraummeter liegen dann in einem Bereich von 2 EUR/srm bis 3 EUR/srm inklusive aller Nebenkosten wie Anfahrt und Aufbereitung des Holzes.

Verglichen mit den üblichen 35 EUR/srm bis 45 EUR/srm ist das natürlich eine sehr günstige Möglichkeit, an Hackschnitzel aus eigenem oder vorhandenem Holz zu kommen. Auch wenn größere Mengen Holz mit einem günstigen Ankauf-Preis zu erwerben sind, ist das eine gute Möglichkeit. Auf die passende Holzqualität muss man dabei aber immer achten.

Frage: Warum lohnen sich vor allem Hackschnitzelheizungsanlagen für mehrere Häuser?

Kostencheck-Experte: Dafür sprechen gleich mehrere Gründe:

  • Unterhalb einer Leistung von 20 kW sind Hackschnitzelanlagen nur schwer wirtschaftlich zu betreiben, Grund dafür sind die hohen Anschaffungskosten und die (noch günstigen) Preise für Heizungen mit fossilen Energieträgern
  • Die Anschaffungskosten werden dagegen bei größeren Anlagen zwischen mehreren Hausbesitzern geteilt, das ist günstiger als mehrere Einzelanlagen
  • Hackschnitzelheizungen und Pelletheizungen arbeiten am effizientesten unter Volllast – bei einer Einzelanlage ist diese hohe Effizienz nur gegeben, wenn die Anlage stark unterdimensioniert wird
  • Die Kosten für die Wartungen und Zusatzarbeiten (z. B. Ascheentsorgung) werden geteilt
  • Es kann ein wesentlich günstiger Hackschnitzelpreis durch die großen Liefermengen erreicht werden
  • Der Platzbedarf für ein Hackschnitzel-Silo und die Heizungsanlage (rund 10 m² – 15 m² im Einfamilienhaus) fallen für jeden Hausbesitzer weg, wenn eine zentrale Anlage errichtet wird
  • Die Anforderungen an die Qualität der Hackschnitzel ist niedriger, da es sich um eine Großanlage handelt (z. B. Rindenanteil)
  • Es kann ein Preis für die kWh Wärme mit dem Anbieter der Hackschnitzel vereinbart werden, wodurch der Anbieter einen Anreiz erhält, besonders hochwertige Hackschnitzel zu liefern, um die eigenen Liefermengen gering zu halten. Auch die Heizkosten sind dann gut planbar und überschaubar, unabhängig von Qualität und Heizwert der Hackschnitzel.

Die Überlegung, sich gemeinsam mit mehreren Nachbarn eine leistungsfähigere Hackschnitzel-Heizanlage zu teilen, ist also eine durchaus vorteilhafte Möglichkeit.

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