Außenaufzug: welche Kosten muss man rechnen?

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Werden Aufzüge nachträglich eingebaut, geschieht das häufig an der Fassade des Gebäudes. Welche Kosten man für einen solchen Aufzug veranschlagen muss und wovon diese Kosten abhängen, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Was kostet ein Außenaufzug?

Kostencheck-Experte: Die Kosten für einen Außenaufzug lassen sich nicht pauschal angeben. Abhängig von der Größe und Ausführung des Aufzugs und der Zahl der Haltepunkte (Geschosse) können die Kosten in einem weiten Bereich liegen.

Für die einfachsten Ausführungen liegen die Kosten bereits bei mindestens 15.000 EUR bis 20.000 EUR je Haltepunkt. Mit steigender Größe der Kabine und mit steigender Ausstattung nehmen diese Kosten rasch zu.

Zu unterscheiden ist im Hinblick auf die Kosten zunächst einmal nach der Bauweise des Aufzugs:

  • gewöhnlicher Außenaufzug
  • Glasaufzug
  • Spezialaufzug ausschließlich für barrierefreien Zugang (Plattformlift oder Hublift im Eingangsbereich außen)

Bei einem gewöhnlichen Außenaufzug aus Metall und Glas müssen Sie zwischen 15.000 EUR und 30.000 EUR je Haltepunkt für Aufzugskabinen für 1 – 3 Personen rechnen. Je nach Ausstattung der Kabine und Geschwindigkeit des Aufzugs können die Kosten noch höher liegen.

Das betrifft nur die Kosten für den Aufzug selbst: Kosten für Planung und Genehmigung, Kosten für Lieferung und Einbau des Aufzugs sowie die Kosten für den Einbau und gegebenenfalls Kosten für die Anpassung des Umfelds (Zugangsmöglichkeit zum Aufzug, etc.).

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Ein Außenaufzug aus Glas ist die Luxusvariante unter den Liften
Ein Glasaufzug an der Fassade ist deutlich teurer. Die Kosten für solche Aufzüge beginnen schon bei kleinen 1-Personen-Kabinen bei 30.000 EUR bis 40.000 EUR je Haltepunkt. Je nachdem wie schnell der Aufzug und wie luxuriös die Kabine ausgeführt ist, können die Kosten auch weitaus höher liegen.

Für Spezialaufzüge im Außenbereich liegen die Kosten niedriger: einfache Plattform- und Hublifte zur Überwindung von Eingangstreppen kosten zwischen rund 8.000 EUR und 15.000 EUR.

Kosten für Planung und Genehmigung sowie für den Einbau kommen auch hier noch dazu.

Kostenbeispiel aus der Praxis

Ein zweistöckiges Mehrparteienhaus soll an der Fassade einen einfachen Aufzug erhalten. Es wird eine Aufzugskabine für bis zu 3 Personen gewählt, damit der Aufzug auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann. Aufbau und Montage erfolgen direkt durch den Anbieter.

Tätigkeit Kosten einmalig
Planung, Genehmigungen 3.800 EUR
Aufzug, 1 m/s, Metall/Glas, 2 Haltepunkte, Gesamthöhe 10 m 32.500 EUR
Lieferung, Einbau und Abnahme 7.800 EUR
Gesamtkosten 44.100 EUR

Dieses Kostenbeispiel bezieht sich auf einen konkreten Einzelfall. Die Kosten in anderen Fällen können unterschiedlich liegen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für einen Außenaufzug ab?

Kostencheck-Experte: Bei den Kosten muss einiges berücksichtigt werden:

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Material und Art des Aufzugs sind entscheidende Kostenfaktoren

  • die Art des Außenaufzugs (herkömmlicher Aufzug oder Glasaufzug)
  • die Größe der Kabine
  • die Tragkraft des Aufzugs
  • die Fahrgeschwindigkeit des Aufzugs (Steiggeschwindigkeit)
  • die Art des Antriebs
  • die technische Ausstattung des Aufzugs
  • die Ausstattung der Kabine und individuelle Sonderausstattungen
  • die Planungskosten im Einzelfall
  • die Einbaukosten im Einzelfall
  • die bestehenden Fördermöglichkeiten im Einzelfall

Jeder einzelne Faktor kann beträchtliche Kostenunterschiede von mehreren tausend Euro mit sich bringen. Bei der Auswahl des Aufzugs kommt es darauf an, sehr exakt zu planen und den Nutzen jeder einzelnen Funktion genau abzuwägen.

Frage: Welche Bedeutung hat die Fahrgeschwindigkeit für die Kosten?

Kostencheck-Experte: Die meisten Aufzüge haben eine Fahrgeschwindigkeit von rund 1 m/s. Das ist ausreichend, um zu lange Fahrtzeiten (Steigzeiten) zu vermeiden.

Wird der Aufzug häufig und von vielen Personen genutzt, können höhere Fahrgeschwindigkeiten und damit kürzere Fahrtzeiten nötig werden, insbesondere, wenn der Aufzug eine größere Zahl von Geschossen überwinden muss. Die Kosten für den Aufzug steigen allein dadurch beträchtlich an, auch die Betriebskosten (Stromkosten) liegen dann deutlich höher.

Frage: Inwieweit spielt die Kabinengröße eine Rolle für die Kosten?

Kostencheck-Experte: Die einfachsten Varianten bieten meist nur genug Tragkraft und Platz für 1 – 2 Personen. Ein Rollstuhlfahrer kann einen solchen Aufzug nicht benutzen.

Um auch eine Nutzung mit dem Rollstuhl zu ermöglichen, muss eine Kabine mindestens für die Beförderung von 3 Personen ausgelegt sein. Die Kosten betragen dann selbst beim gewöhnlichen Außenaufzug mindestens 30.000 EUR bis 40.000 EUR pro Haltepunkt.

Frage: Welche Kosten fallen für Planung und Genehmigungen an?

Kostencheck-Experte: Das kann individuell unterschiedlich sein. Die Kosten bewegen sich in den meisten Fällen zwischen 2.000 EUR und 5.000 EUR. Bei größer dimensionierten Aufzügen oder bei komplizierten Voraussetzungen können diese Kosten aber auch noch höher liegen.

Frage: Mit welchen Einbaukosten muss man rechnen?

Kostencheck-Experte: Das ist ebenfalls stark von den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Selbst bei günstigen Voraussetzungen und bei einfachen Aufzügen mit lediglich 1 – 2 Haltepunkten liegen die Kosten bei mindestens 7.000 EUR. Bei größeren Aufzügen über mehrere Geschosse hinweg und bei komplizierten Einbauvoraussetzungen können die Montagekosten für den Aufzug noch deutlich höher liegen.

Text: Kostencheck.de